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Asking God, Asking the Devil

Hold Me - Part IV

von Dirk Debil

Moin.
So, hier ist er endlich, Teil 4 meines Machwerks.
Gomen, das es so lange gedauert hat. Das war aber auch eine schwere Geburt.
Hatte so einiges um die Ohren: Wir sind umgezogen, icke hatte in der Penne einiges zu tun, unsere Band hatte ihren ersten Auftritt, usw.
Aber jetzt isser endlich fertig.
Eigentlich wollte ich die Geschichte in diesem Teil enden lassen, habe mich aber dann entschlossen dieses Kapitel in zwei Teile zu teilen. Schien mir irgendwie angemessener, weiß auch nicht wizo.
Jetzt aber genug geredet. Ich wünsche euch viel Spaß oder was ihr sonst so beim lesen empfindet.

  ,,Aus schlaflos gelebtem Tagtraum erwacht
    So bin ich der Sehnsucht Opfer
    Aus kindgelebtem Vertrauen erwacht
    So klaffen heute meine Wunden

    Das Leben brennt mir von der Seele
    Die Sehnsucht erfüllt nur tapfer ihre Pflicht
    Halt mich- mein Leben- Halt mich!,,
Lacrimosa
,,Halt Mich,,

In einem fast stockdunklen Raum hingen 12 tiefschwarze Monolithen in der Luft und schwiegen. Wenn sie Augen gehabt hätten, hätte es vielleicht so ausgesehen als würden sie sich gegenseitig mustern. Da sie aber weder Augen, noch Münder oder sonst irgendwelche Anzeichen eines Gesichtes besaßen, boten sie nur einen sehr mystischen Anblick.
Der Monolith, auf dessen schwarzer Front der Schriftzug ,,SEELE-01,, thronte, begann mit einer durch Computer verzerrten Stimme zu sprechen.
- Ich nehme an, sie haben alle die neusten Berichte gelesen. -
Stille. Die anderen 11 Formationen zeigten keine Reaktion.
- Gut. Demnach ist Ikaris Plan kein volkommener Erfolg, allerdings auch kein Fehlschlag. Vermutlich ist er sich der Tragweite der Ereignisse gar nicht bewußt und hat die Zeichen übersehen. Es war töricht von ihm zuzulassen, dass der Junge nach dem...Unfall noch Kontakt zu den anderen Piloten hat. Besonders seine Zusammentreffen mit dem First Children hätte er vermeiden sollen. Aber das lässt sich nun nicht mehr rückgängig machen. -
Einer der anderen Mitglieder des SEELE Komitees meldete sich zu Wort. Auch seine Stimme war elektronisch verzerrt.
- Wir könnten Ikari anweisen sie zu ersetzen.
- Nein, das ist nicht nötig. Wir werden das Problem anders lösen. -
- Das Erscheinen des Zwölften steht bevor. - sprach wieder ein anderer.
- Ja, die Rollen von Qumran sagen sein Auftreten in wenigen Tagen vorher. Wir sollten abwarten was passiert. Vielleicht löst sich das Problem von selbst. -
Hätten die Zwölf Personen sich wirklich gegenübergestanden, hätten sie nun gesehen wie SEELE-01 den Kopf schüttelte.
- Nein. Ikari weiß überhaupt nicht was er da hat... und auch ihnen scheint das nicht ganz klar zu sein. Aber auch in diesem Fall wird die Zeit unser aller
Lehrmeister sein. -
Die in Form eines schwarzen Monolithen gehaltene Computerprojektion des Vorsitzenden des SEELE Komitees verschwand. Wenige Sekunden später verschwanden auch die anderen und der Raum wurde in eine undurchdringliche Schwärze gehüllt.



Die Zellentür öffnete sich zum ersten mal seit zwei Tagen. Da sich jedoch schon einige Minuten vorher das Licht eingeschaltet hatte, blendete das einfallende Licht Nicola nicht. Er saß regungslos auf seiner Pritsche und starrte zu Boden.
Ein bewaffneter Soldat betrat die Zelle und richtete sein Automatikgewehr auf Nicolas.
- Aufstehen. -
Ohne den Blick vom Boden zu richten stand Nico auf und verließ von einem halben Dutzend Soldaten eskortiert seine Zelle.
Niemand begegnete ihnen auf den langen, verwinkelten Gängen des Nerv Hauptquartiers. Nico beobachtete weiterhin seine Füße und schien für nichts anderes Augen zu haben. Die Hände waren ihm mit Handschellen auf den Rücken gefesselt.
Nach einigen Minuten blieben sie vor einer Tür stehen. Ein Soldat senkte seine Waffe und drückte einen Knopf neben der Tür. Die restlichen Bewacher blieben hinter Nicola stehen; die Gewehre im Anschlag.
Die Tür verschwand in der Wand und sie traten ein.
Nico hob den Kopf und musterte den Raum kurz.
Es standen viele medizinische Geräte herum. In der Mitte des Raumes stand eine Art Krankenhausbett.
- Hallo Nicolas. -
Nico ließ seinen Kopf wieder sinken.
- Hallo Dr. Akagi. -
Ritsuko runzelte die Stirn und wandte sich dann an die Soldaten. - Machen sie ihm die Handschellen ab - Einer der Soldaten trat vor und löste Nicolas Handschellen.
- Gut. Sie können dann gehen. -
- Verzeihung Doktor, aber meinen sie nicht, dass wir... -
Ritsuko unterbrach ihn unwirsch. - Nein, meine ich nicht. Raus mit ihnen ! -
Die Soldaten salutierten und zogen dann ab.
- Das hätten sie nicht tun sollen. -
- Wie meinst du das, Nicolas? -
- Was passiert wenn ich wieder...die Kontrolle verliere? Bevor die Soldaten hier drin sind, habe ich sie vermutlich schon getötet. -
- Das Risiko gehe ich ein. Ich möchte sie einfach nicht bei der Untersuchung dabei haben. -
Nicos Mundwinkel zogen sich leicht nach oben. - Sie könnten ja etwas erfahren, das nicht für ihre Ohren bestimmt ist. -
Ritsuko erwiderte nichts. - Leg dich bitte auf das Bett. - Nicolas machte ein Geräusch, das an ,,Hmpf,, erinnerte und legte sich langsam auf das Bett.
Ritsuko drückte viele Knöpfe an vielen Maschinen und scannte mehrmals Nicos gesamten Körper.
Plötzlich weiteten sich ihre Augen und sie schluckte hörbar. Nico stand auf und trat neben sie. Ritsuko wich sofort von ihm zurück.
- Was ist? - fragte er. - Was sagen ihre schlauen Maschinchen? -
Dr. Ritsuko Akagi starrte Nicolas an und verließ dann fluchtartig den Raum.
Er runzelte die Stirn und überflog dann die Computeranzeigen. Er verstand die meisten nicht, eigentlich konnte er nur mit einer etwas anfangen.
Es dauert eine Weile bis er realisiert hatte, was er sah, bis er sich selbst eingestehen wollte, was das kleine Monitorbild ihm sagen wollte. Seine Augen wurden traurig, es sah so au als würde er anfangen zu weinen. - No...please...not...that can't be... .-
Dann fing er an zu Lachen. Der Ausdruck seiner Augen blieb, kurz vor den Tränen, aber trotzdem lachte er aus vollem Hals.





- Asuka, ich finde wir sollten das nicht tun. -
- Sei nicht so ein Feigling Shinji. Uns wird schon niemand erwischen. -
- Trotzdem finde ich es nicht richtig hier einfach einzubrechen. Immerhin ist es seine Wohnung. Wir können da nicht einfach rein. -
- Doch wir können. Und jetzt halt die Klappe und pass auf, dass niemand kommt. -
Shinji drehte sich um und blickte den leeren Flur entlang. Kein Geräusch war zu hören, außer dem Krach, den sie selber veranstalteten.
Asuka hantierte an dem Öffnungsmechanismus der Tür zu Nicos Apartment herum und fluchte dabei ausgelassen auf Deutsch.
- Asuka, ich glaube, dass niemand sonst auf diesem Flur wohnt. Und wahrscheinlich wohnt auch niemand in diesem gesamten Komplex. -
- Um so besser... ach verdammt. Ich bekomme es einfach nicht auf. -
Shinji besah sich die kleine Schalttafel neben der Tür genauer.
- Ähm...Asuka... -
- Stör mich jetzt nicht, Idiot. -
- Aber, Asuka... -
- Jetzt nicht. -
- Asuka, die Tür... -
- Verdammt nochmal, was ist denn? - Sie drehte sich zu Shinji um und stemmte die Hände in die Hüften. Shinji fing an zu schwitzen. - Die Tür... ist offen. -
Asuka drehte sich wieder um und drückte einen Kopf auf der Bedienungstafel. Die Tür glitt leise auf. - Da siehst du es, Shinji. Ich habe es doch geschafft. - Sie packte ihn am Arm und zog ihn in die Wohnung. Die Tür schloß sich hinter ihnen wieder.
Sie standen direkt in einem Wohn-Schlaf-Zimmer. Der einzige Schrank in diesem Raum war offen, der Inhalt auf dem Boden verteilt. Die Matratze des Bettes war aufgeschlitzt, die herumstehenden Umzugskisten waren umgeworfen und offenbar durchwühlt worden.
- Ich hätte nicht gedacht, dass er so unordentlich ist. -
Asuka verpaßte Shinji eine Ohrfeige. - Idiot, da war schon jemand vor uns hier. -
Sie trat ans Bett und ließ ihren Blick nochmal durch den ganzen Raum schweifen.
- Was die wohl gesucht haben? -
Shinji hob wahllos ein Blatt Papier vom Boden auf. Ein mit Bleistift gezeichnetes Bild von ihm. Er musterte es lange genug um Asukas Aufmerksamkeit zu erregen.
- Was hast du da? - Sie stellte sich neben ihn.
- Ein Bild von mir. -
- Das sehe ich selber, Trottel. Ob Nico das gezeichnet hat? -
- Ist wohl anzunehmen. Immerhin ist das hier sein Apartment. - Er hob ein anderes Stück Papier auf. Ein Bild von Asuka. Ebenfalls mit Bleistift gezeichnet.
Asuka riss es ihm aus der Hand. - Nicht schlecht. Er hat mich gut getroffen, findest du nicht? - Shinji nickte hastig.
Sie fanden noch viele andere Bilder von allen möglichen Nerv Angestellten, aber eines viel ihnen besonders auf. Es war nicht auf einem kleinen Blatt gezeichnet, sondern auf einer richtigen Leinwand gemalt. Es zeigte eine ganze Gruppe von Leuten, die vor EVA-03 stand.
- Wow. - machte Shinji.
- Da bin ich...da bist du...die Streberin, Misato, Ritsuko, diese drei von der Brücke, der Kommander... aber wer ist das? - Asuka zeigte auf ein Mädchen, das hinter Nicola stand. - Keine Ahnung. Die hab ich noch nie gesehen..das heißt...
warte mal. -
Shinji wühlte sich durch die ganzen Zeichnungen, die sie gefunden hatten.
- Hier. - rief er plötzlich. - Das ist sie. - Er gab das entsprechende Bild Asuka.
- Du hast Recht. Das ist zweifelsfrei dasselbe Mädchen...nur, wer ist sie? -
Shinji zuckte mit den Schultern. Er besah sich das große Bild nochmal genauer.
- Weißt du, was komisch ist? -
Asuka legte die kleine Zeichnung des Mädchens weg. - Nein, was? -
- Wenn man sich das Bild genau anschaut...es sieht so aus, als würde sie aus dem EVA herauswachsen. -
- Was? Zeig her! -
Shinji zeigte auf die Stelle. Asuka ging mit ihrem Gesicht ganz nah heran.
Es sah tatsächlich so aus, als wäre der halbe Körper des Mädchens innerhalb des EVAs. Nur ihr Kopf, ihr linker Arm und ihr linkes Bein schauten heraus.
- Ob das Absicht war? Vielleicht ist er ja nicht dazu gekommen es fertig zu malen. -
- Ich weiß es nicht. Komm Asuka, lass uns gehen! Hier finden wir nichts mehr. -
- Ja...du hast vermutlich Recht. Gehen wir...Shinji. - Sie stellte das große Bild behutsam an die Wand und ließ dabei gleichzeitig die Zeichnung des Mädchens und die von ihr in mitgehen. Shinji bemerkte es nicht. Danach verließen die beiden Teenager die Wohnung.





Eine große Automatiktür verschwand in der Wand und eine sehr weiblich aussehende Gestalt betrat den Umkleideraum der Männer. Rei schaute kurz nach links und nach rechts, obwohl sie wußte, dass ausser ihr niemand hier war. Dann ging sie zielstrebig auf einen der vielen Schränke zu und blieb davor stehen. Sie besah sich das Schloß, das nur dem jeweiligen Piloten oder einer Person mit hohem Rang erlaubte den Spind zu öffnen. Mit einem leisen Klicken öffnete sich das Sicherheitsschloß und Rei öffnete den kleinen Schrank. In ihm befand sich Nicos schwarz roter Plug-Suit und ein kleiner Zeichenblock. Sie nahm den Block zur Hand und blätterte ihn durch. Die erste Seite war herausgerissen, die restlichen Blätter waren alle leer und unbenutzt. Als sie den Block durchsah fiel ein Foto heraus und landete auf dem Boden. Rei legte den Block zurück und wollte sich nach dem Foto bücken, als sie hörte, wie noch jemand den Locker Room betrat.
- Asuka, muss denn das auch noch sein? -
- Ja, muss es. Stell dich nicht schon wieder so an. -
- Aber wie sollen wir das Schloß aufkriegen? Diesmal ist die Tür bestimmt
nicht offen. -
- Uns wird schon was einfallen, Idio...oh...hallo Wondergirl. -
Asuka und Shinji blieben vor ihrer Mitpilotin stehen.
- Pilot Soryu. Hallo Ikari. -
- Hi...Ayanami. -
Asuka knirschte mit den Zähnen, als sie Shinjis Reaktion auf Rei sah. Jungs sind alle perverse Idioten, dachte sie.
Sie baute sich breitbeinig vor Rei auf und stemmte ihre Arme in die Hüften.
- Was tust du hier, First Children? -
Rei bückte sich und hob das Foto auf. - Ich hab Noas Schrank durchsucht. -
- Und wieso das, Schnüfflerin? -
- He, Asuka. Wir wollten doch dasselbe... . - Sie stieß Shinji einen Ellenbogen in
den Magen.
- Ich war...neugierig. -
Asuka hob eine Augenbraue. - Und? Irgendwas interessantes gefunden? -
Das blauhaarige Mädchen reichte ihr das Foto ohne vorher selber einen Blick darauf geworfen zu haben.
Asuka besah es sich kurz und gab es dann Shinji. - Das ist das geheimnisvolle Mädchen. Nur, dass es diesmal kein Bild ist, sondern ein Foto. -
Shinji wandte den Blick von der Fotografie ab. - Und was bedeutet das? -
- Idiot, das bedeutet, dass es sie wirklich gibt -
- Oh...stimmt. Was steht da auf dem Schild? Welche Sprache ist das? -
- Was meinst du ? -
Er zeigte auf eine Art Straßenschild hinter dem Mädchen.
- Das Bild wurde in Deutschland aufgenommen. -
- Woher weißt du das? -
- Weil es ein deutsches Straßenschild ist, du Dummkopf. -
- Und was steht da? -
- Nichts interessantes. Nur ,, Ausfahrt freihalten ,, . -
- Kann ich das Bild wiederhaben? -
Asuka und Shinji zuckten zusammen. Sie hatten schon fast vergessen, dass Rei auch noch da war.
Shinji gab es ihr und ihre Hände berührten sich. Die beiden sahen sich kurz still an, bis Asuka den magischen Moment zerstörte.
- Was willst du denn damit? -
- Ich werde es ihm bringen. - Das blauhaarige Rätsel schloß Nicos Spind und
verließ den Raum.
- Oh man, die Temperatur sinkt wirklich immer um 10 Grad, wenn sie einen Raum betritt. Los Shinji, mal gucken, ob sie was übersehen hat. -
Asuka zog an der Schranktür. Abgeschlossen.
- Mist. - Sie zog stärker, doch es half nichts.
Shinji untersuchte währenddessen das Schloß. - Ich glaube nicht, dass wir das aufkriegen, Asuka. -
Sie beendete ihre sinnlose Tätigkeit. - Ich hasse es, wenn du Recht hast, Third Children. Aber wie hat die Streberin dann das Schloß aufgekriegt? -
Shinji wandte sich Richtung Ausgang. - Vielleicht kannte sie den Code? -
- Woher sollte sie den wissen? -
- Vielleicht hat Nico ihn ihr gesagt. Bis später, Asuka. -
- Du gehst? -
- Ja, was soll ich noch hier? Viel Spaß noch beim Rumschnüffeln. -
Mit diesen Worten verließ Shinji Ikari den Locker Room und ließ eine etwas
gereizte Soryu Asuka Langley zurück, die ihrem Frust in Form von Schlägen und Tritten gegen die Schränke Luft machte.







- Noa. -
Eine leise, sanfte Stimme schnitt in Nicos Schlaf. Er nahm sie nur ganz am Rande wahr, wie einen Teil seines Traumes.
- Noa. -
Immer noch reichte die Kraft der Stimme nicht aus um ihn aus der Umarmung des Schlafes zu entreißen. Viel mehr ließ ihn der sanfte Klang der Stimme noch tiefer in die Arme der Träume fallen.
- Noa. -
Kannte er diese Stimme? Ja, er kannte sie. Warum klang die Stimme so komisch?
Irgendetwas fehlte ihr. Es war als fehlte der Stimme die Substanz...nein, das war nicht richtig. Ihr fehlte die Emotion. Die Stimme war sanft, leise und irgendwie beruhigend, aber ihr fehlte die Emotion.
- Noa. -
Eine zweite Stimme mischte sich hinzu. Die Stimme war nicht sanft. Sie war nicht beruhigend. Doch auch sie war Nicolas seltsam vertraut.
- Sie ruft dich, Nicolas Noa. Wach auf. -
Mit einem Ruck öffnete Nico die Augen. Er sah die Decke seiner Zelle.
- Hallo Noa. -
Er hob seinen Kopf. Rei stand neben seiner Pritsche.
- Hallo Ayanami. Ich würde dir gerne einen Guten Morgen oder Guten Abend wünschen, aber ich weiß leider nicht welches von beiden wir gerade haben. -
- Es ist fast Abend. - Rei bewegte sich nicht und sah ihn weiter an.
- Dann guten Abend. -
Er setze sich vollkommen auf und streckte sich. - Wie lange bist du schon hier? -
- Etwa 15 Minuten. -
- Und was führt dich zu mir? Hat Kommander Ikari dir wieder befohlen mich zu besuchen? -
- Nein. -
Nicolas rückte ein Stück und machte Platz für Rei. - Setz dich doch. Leider kann ich dir keinen Stuhl anbieten. - Er versuchte zu grinsen. Rei blieb, wo sie war.
Das Grinsen verschwand. - Dann halt nicht. Also, was möchtest du? -
Rei überreichte ihm wortlos ein Foto.
- Was ist das ? - Er nahm es in die Hand und besah es sich genauer. Als er erkannte, was es war, zuckte er merklich zusammen.
- Wo...wo hast du das her? -
- Aus deinem Spind. -
- Und warum...bringst du es mir? -
Rei zögerte kurz und setze sich dann neben ihn auf die schmale Pritsche.
- Ich dachte, du möchtest es vielleicht wiederhaben. -
Er nickte langsam. - Ja...danke. Es bedeutet mir viel...das Foto. -
Rei schwieg. Nicolas ebenso. Er starrte gedankenverloren auf das Bild. Rei fand, dass er sehr traurig aussah.
- Weißt du, wer sie...wer sie war. - Es schien Nico Mühe zu bereiten darüber zu sprechen.
- Ja. -
- Dachtest du deshalb es würde mir helfen? -
- Ja. -
- Danke...Ayanami. Es hilft mir sehr. - Er presste das Bild krampfhaft an seine Brust. - Ich danke dir. - Tränen begannen seine Wangen hinunterzulaufen und er begann leise zu schluchzen.
- Weshalb weinst du? - Rei schien verwirrt.
- Ich...es ist nur...es weckt Erinnerungen. Ereignisse, die ich gerne vergessen hätte...aber auch Ereignisse, an die ich mich gerne erinnere, die mir Kraft geben. -
Rei sagte nichts.
- Du solltest jetzt gehen, Ayanami. Ich...danke dir für deinen Besuch, aber...bitte geh jetzt. - Er weinte noch immer.
Rei nickte und stand auf. - Auf Wiedersehen, Noa. -
Nicolas drückte das Foto an sich, als wenn sein Leben davon abhängen würde. Seine Tränen fielen weiter auf den kalten Zellenboden. Rei drehte sich noch einmal zu ihm um und verließ dann die Zelle.
Nicolas konnte das Mädchen auf dem Bild vor sich sehen. Er sah wie sie lachte, er sah wie sie weinte. Er hörte sie lachen, er hörte sie weinen. Und in dieses Geräusch mischten sich seine eigenen Tränen.
Das Foto fiel zu Boden. Nico zog seine Beine an die Brust und schlang dann seine Arme um die Knie.
- Hold me...please. -




- Rei hat ihn besucht? -
- Ja. -
Subkommander Fuyutzuki runzelte die Stirn. - Weshalb? -
- Sie hat ihm etwas gebracht. - Kommander Ikari hatte, wie für ihn typisch seine
Hände vor dem Mund gefaltet und starrte stur geradeaus.
- Und was? -
- Unwichtig. Wir haben wichtigere Dinge zu tun. Das erscheinen des Zwölften steht bevor. -
- Ich weiß. Was hast du vor? Du willst den Jungen doch nicht etwa gegen ihn einsetzen, oder? Soweit man überhaupt noch von Junge sprechen kann. -
- Wer weiß. Wir werden abwarten und sehen wie sich die Dinge entwickeln. -




Völlig Bewegungslos schwebte es über Neo-Tokyo 3. Wie aus dem Nichts war es aufgetaucht, wie aus einer anderen Welt erschienen. Ein riesiger, tiefschwarzer Pfeiler, von einer unsichtbaren Kraft in der Luft gehalten. Unter ihm die größten Erzeugnisse und Erfindungen der Menschheit, doch er blieb unbeeindruckt.
Er blieb wo er war. Er hatte keine Eile. Er wartete.


Alarmsirenen heulten auf.
Bestecke und andere Dinge wurden fallengelassen, Arbeiten unterbrochen und Gespräche endeten abrupt.
Es war wieder soweit.
- Wellenmuster Blau. Als Engel bestätigt. - Makoto Hyuga drehte sich zu Ritsuko um.
- Sie versuchen es also ein weiteres Mal. Wo ist Major Katsuragi? -
Die Tür zum Kommandoraum öffnete sich.
- Schon da. Status der Piloten? - Misato verlor keine Zeit.
- First Children ist bereits eingetroffen. Second und Third sind auf dem Weg. Fourth..-
Die Stimme von Kommandant Ikari unterbrach Hyuga.
- Das Fourth Children interessiert jetzt nicht. Die anderen sollen starten, sobald sie eingetroffen sind. -
- Jawohl, Sir. -




Nicolas hörte die Sirenen nicht. Er bemerkte nichts von dem hektischen Treiben.
Er saß weiterhin zusammengekauert in seiner dunklen Zelle.
Wie wird es nun weitergehen?, dachte er. Was werden sie mit mir tun?
Werde ich je wieder einen EVA steuern? Werde ich die anderen je wiedersehen?
Er stützte seinen Kopf auf den Knien ab. Wer wird nun über mein Schicksal entscheiden?
- Du. -
Nicolas schreckte auf.
- Wer hat das gesagt?- Er sah sich um. Könnte sich in der Schwärze der Zelle jemand verstecken? Nein, unmöglich.
- Zeig dich! -
Die Stimme schwieg wieder.



EVA-00, 01 und 02 wurden mit gigantischen Aufzügen an die Oberfläche gebracht.
Ihre Piloten dazu bereit ein weiteres Mal ihr Leben zu riskieren.
In ihnen regierte Mut und Stärke...oder?
In ihnen regierte Zweifel. Würden sie diesen Kampf überleben? Würden sie auch diesmal wieder dem Tod ins Auge spucken und damit davonkommen? Oder spuckte er diesmal endgültig zurück?
Shinji Ikari packte die Kontrollen von EVA-01 fester. Er hoffte es würde die Angst und die Zweifel vertreiben, doch er hoffte vergebens.
Was ist mit Nicolas? Warum ist er nicht bei uns?
Asuka Soryu Langley musterte den Engel. Sie vermisste das Hochgefühl, die Vorfreunde, die sie sonst immer vor einem Kampf verspürte.
Wo mag er jetzt wohl sein?
Rei Ayanami blickte ihrem Feind ausdruckslos entgegen. Nach kurzer Zeit löste sich ihr Blick von dem Bildschirm in ihrem Entry-Plug und sie fixierte eine Brille, die neben ihr lag. Direkt darunter lag eine kleine Bleistiftzeichnung.



- Der Engel rührt sich nicht. Was sollen wir tun? - Misato grübelte.
Der Kommander stand auf. - In die Offensive gehen. Angriff. -
- Kommander, ich denke nicht... -
- Einwand zur Kenntnis genommen, Major. Angriff. -
- Ja...Sir. -



- Ich kann ihn fühlen. -
Da war die Stimme wieder. Sie schien aus keiner bestimmten Richtung zu kommen, sondern war überall gleichzeitig.
- Wer bist du? - Nicolas drehte sich heftig nach allen Seiten um.
- Jetzt. -




Asuka begann als erste auf den Engel zu feuern. Raketen so groß wie ein Einfamilienhaus schlugen in den Engel ein. Ohne Erfolg. Seine tiefschwarze Aussenhülle hatte nicht mal einen Kratzer.
- Verdammtes Scheissteil! Ich kriege dich schon noch. -
Weitere Raketen suchten und fanden ihr Ziel. Der Engel schwebte weiter bewegungslos über der Stadt.
- Verflucht nochmal. -
EVA-01 trat hinter EVA-02.
- Warum greift er nicht an? -
- Woher soll ich das wissen, Idiot? -
Reis leise Stimme erklang. - Er greift an. Jetzt. -
In einem Sekundenbruchteil wurden die drei EVAs und ihre gesamte Umgebung in ein gleißend helles Licht gehüllt. So hell, dass es blendete und tief in den Augen schmerzte.
Und alle drei EVA Piloten schrien auf.



- Was ist passiert? - rief Misato
- Wissen wir nicht. Es gibt eine massive Energiereaktion innerhalb des Engels. -
- Ist doch offensichtlich. Er greift an. -
Durch die Kommunikation hallten die grausamen Schmerzensschreie von Shinji, Asuka und Rei.
- Die Nervenverbindungen der EVAs spielen verrückt. -
- Was soll das heißen? - Ritsuko trat hastig hinter Maya.
- Sie verändern ihre Zusammensetzung. Die Piloten werden abgestoßen. -
- Wie kann das sein? Wie kann ein Engel so etwas hervorrufen? -
Aoba musste selber fast schreien um die Schmerzensrufe der Piloten zu übertönen.. - Die Lebenszeichen der Piloten schwanken. Die Feebackschleife wird sie umbringen. -
- Sofort alle A10 Nervenverbindugen lösen. Entry-Plugs ausstoßen. -
- Verbindungen gekappt. -
- Evakuierung der Entry-Plugs nicht möglich. Die EVAs blockieren die Signale. -
- Verflucht. Wir müssen sie da irgendwie rausholen. -
- Aber wie? Wir haben nur noch Nicolas. - Misato dreht sich zu Kommander Ikari
um. Dieser schüttelte den Kopf. - EVA-03 und das Fourth Children bleiben, wo sie sind. Es ist zu gefährlich sie einzusetzen. -
- Der Engel bewegt sich auf die stillgelegten EVAs zu. -
- Wir müssen etwas tun. Wir wissen nicht, ob die EVAs dem Engel ohne den Schutz des A.T. Feldes standhalten. -
- Sir. - Maya Ibukis Kopf ruckte heftig herum. - Ich registriere einen Energieanstieg im Inneren von EVA-03. -
- Was? Das ist völlig unmöglich, Maya. -
- Sie hat Recht. - rief Hyuga. - EVA-03 fährt die Primärsysteme hoch. -
- Aber das kann nicht sein. Nicolas befindet sich immer noch in der Zelle...oder? -
- Positiv. Das Fourth Children hat die Zelle nicht verlassen. -
- Also was geht da vor? -


- Komm...zu mir. -
- Wer bist du, verdammt? - Nicolas geriet in Panik.
- Komm...ihnen helfen. -
- Helfen? Wem? - Er lief hektisch in seiner Zelle umher.
- Ein Überbringer. Kampf. Komm...zu mir. -
Er blieb stehen.
- Ein...ein Engel? Ist ein weiterer Engel erschienen? Kämpfen sie gegen ihn? -
- Komm. Vereine, was einst geteilt. -
- Vereinen? Was denn vereinen? -
Nur die Stille antwortete ihm. Die Stimme in seinem Kopf schwieg.
Nico merkte, dass er aus der Stimme, oder was auch immer, nicht mehr rausbekommen würde. Er ging langsam zu der massiven Tür, die seine Zelle verschloß. Seine Hände strichen über den schweren PlaStahl.
Wie soll ich die denn aufbekommen?
Es begann ganz langsam. Ein leichtes Flimmern vor seinen Augen, ein sanfter Luftzug der sein Gesicht streichelte. Doch es wurde stärker, bis eine durchsichtige Wand vor Nicola aufzuragen schien und die gesamte Wand der Zelle mitsamt Tür, begleitet von einem ohrenbetäubenden Lärm, zerbarst und die einzelnen Teile durch die Luft geschleudert wurden und gegen die gegenüberliegende Flurwand prallten. Nico wartete nicht, bis sich der Staub verzogen hatte und sprintete über die Trümmer der Zellenwand. Er wußte nicht, woher diese Erkenntnis kam, aber trotzdem schlug er zielsicher und ohne zu Überlegen einen bestimmten Weg ein.
Den Cage von EVA-03.
- Komm. -


  ,,Wenn böse Zungen sich verknoten
    Und die Dummheit wieder zirkuliert
    Siegt in jedem schwachen Herz die Intoleranz
    Ein Angriff als Verteidigung
    Und die Schlacht beginnt,,
Lacrimosa
,, Ich bin der brennende Komet ,,




Gelaber des Autors:

Asking God, Asking the Devil
Part IV - Hold Me - ( 1 )
Begonnen: Irgendwann anfang Juli
Beendet: 5.10. 2001. ( Ist lange ich weiß, aber ich war etwas faul )
Die Fehler wurden natürlich auch diesmal von Gwen Hunter verbessert.
Nochmal Vielen Dank und einen dicken Kuss.
Weiterhin gilt mein Dank allen Leuten die meine Geschichte lesen, sie mögen und dann sogar noch gut dafür abstimmen. ( Ich kenne diese Menschen zwar nicht aber sie werden sich schon angesprochen fühlen )
Ihr seid einer der Gründe warum icke überhaupt solche Sachen schreibe.
Ich fände es auch schön wenn sich mal mehr Leute bei mir melden würden. Ist zwar auch schön wenn sie gut für mein FF voten, aber über ne nette mail freue ich mich noch mehr.
Namentlich erwähne ich hier nur Mike, der den 4. Teil probeverschlungen hat und
mich danach in höchsten Tönen lobte. Nochma Danke.
Außerdem grüße ich Enno, Abi, Eckhardt, die ja ebenfalls NGE Fans sind.
Vielleicht schaut einer von euch ja auch mal vorbei.

So ich glaube das wars.
Mal gucken ob ich für Teil 5 auch wieder so ewig brauche. *ggg*


Phantasai lieb' Phanatsai entbinde mich des Denkens
( Es lebe der Traum des Gregor Samsa )

Dirk Debil

Copyright of the Charakter by GAINAX / Text by Dirk Debil