" A shattered heart, an empty soul
Just one false move and I took its toll
The rising of an evil seed
I can`t describe the pain I feel
Outside it`s dark
Inside it`s cold
The sun still shines bright
But it`s time is short "
Demons and Wizards
,,Gallows Pole,,
Shinji Ikari stand einsam auf dem Balkon des Apartments, dass er zusammen mit Misato Katsuragi und Soryu Asuka Langley bewohnte. Seine Arme lagen auf der kalten Reling und sein Blick schweifte über die Skyline von Neo-Tokyo 3.
Er genoß die ihn umgebende Stille und ließ seine Gedanken frei fliegen.
"Ich vertraue dir. Mir wird nichts passieren. Du wirst mich beschützen."
Shinji lächelte als er sich daran erinnerte, was Rei gesagt hatte. Es hatte ihm geholfen seine Angst zu überwinden. Seine Angst vor den EVAs. Seine Angst vor den Engeln. Seine Angst davor, dass seinen Freunden etwas passieren würde.
Das Lächeln verschwand. Was hatte sie dazu veranlaßt das zu sagen? Hatte sein Vater es ihr befohlen, damit er besser kämpfen würde? Shinji schüttelte den Kopf.
Nein , das ist Schwachsinn, dachte er. Eigentlich ist es auch egal. Es ist mir egal,
warum sie es gesagt hat. Ich bin froh, dass sie es getan hat. Es war...schön.
Es war... . Die Stille auf dem Balkon wurde durch einen lauten Ruf unterbrochen.
- Hee, Idiot! -
Shinji reagierte nicht. Er hatte keine Lust sich mit Asuka zu streiten oder sich mit ihr zu unterhalten (was eigentlich so ziemlich das gleiche war).
- Hee Shinji, ich rede mit dir. -
Er wandte seinen Blick nicht vom Himmel, als er antwortete.
- Was willst du? -
Asuka runzelte die Stirn. War da etwa Ärger in seiner Stimme gewesen.
- Was machst du denn den ganzen Abend hier draußen? Willst du nicht reinkommen? - Asuka hielt ihre Stimme möglichst neutral.
- Nein. - Antwortete er einsilbig.
- Und warum nicht? Träumst gerade von Rei, was? - Asukas Stimme nahm denselben Ton an, den sie immer hatte, wenn sie Shinji ärgerte.
- Ja. - Antwortete Shinji (er hatte nicht darauf geachtet, was Asuka gefragt hatte, da
er gerade beobachtete, wie die Sonne langsam hinter den Hochhäusern verschwand)
- Ha, ich hab es immer gewußt. Ich wußte schon immer, dass du was für
sie übrig hast.
Er wandte sich vom Sonnenuntergang ab und sah Asuka an.
- Was? - fragte er dann verwirrt.
- Ich wußte, dass du in Rei verliebt bist. -
Shinji wurde rot. - Wie...wie kommst du darauf? -
- Du hast mir eben den letzten Beweis geliefert, Idiot. -
Shinjis Gesicht wurde noch roter und sah nun aus wie eine überreife Tomate.
- Ich...äh... . - stotterte er.
Asuka drehte sich um. - Versuch nicht es zu leugnen, Third Children. Aber keine Angst. - Sie drehte ihren Kopf und zwinkerte ihm über die Schulter dämonisch zu.
- Von mir erfährt sie es nicht. ... Jedenfalls noch nicht. - Weg war sie.
Shinji seufzte. Na Prima, dachte er. Als wenn ich nicht schon genug Sorgen hätte.
Durch das Fenster konnte er beobachten, wie Asuka sich mit Misato unterhielt.
Asuka flüsterte Misato etwas ins Ohr und beide fingen an zu kichern.
- Morgen weiß es die ganze Schule. - sagte er zu sich selbst. Nochmals seufzend
wandte er sich wieder dem Himmel zu. Die Sonne war mittlerweile untergegangen und es wurde nun schnell dunkel. Shinji stand noch lange da und beobachtete die
Sterne. Irgendwann löste er sich von diesem wunderschönen Anblick und ging zurück ins Apartment. Asuka saß auf der Couch und begrüßte ihn mit einem Grinsen, das sagte:
"Dein Arsch gehört mir"!
- Haste genug von ihr geträumt? -
Wortlos verschwand Shinji in seinem Zimmer. Asukas Grinsen wurde breiter und böser. - Ich kriege dich noch, Shinji. Da kommst du so schnell nicht wieder raus. -
Nicolas Noa saß auf einem Berghang und genoß den Ausblick über Neo-Tokyo 3.
Er ließ seine Gedanken schweifen und atmete ruhig ein und aus. Er genoß die Stille.
Ab und zu wandte er seinen Blick von der Skyline der Stadt ab und starrte auf seinen rechten Arm.
Der Verband ist weg und es tut nicht mehr weh. Es ist keine Narbe zurückgeblieben...alles ist perfekt verheilt...warum habe ich das Gefühl, dass ich die Wunde immer noch spüren kann? Irgendetwas stimmt nicht.
Obwohl er fast vollständig in Gedanken versunken war, hörte er die Schritte von einer Person, die die lange Steintreppe zu der Hügelkuppe hochkam, auf der er saß. Nicolas bewegte sich nicht und wartete bis die Person ihn erreichte. Er hörte die Schritte von leichten Schuhen auf dem Gras.
- Hallo Nico. Ist das nicht ein wunderschöner Tag? -
Er beachtete die Person erst nicht, sondern blickte in den Himmel. Er war blau und wolkenlos. Die Sonne stach ihm in die Augen. Nico blinzelte und schaute dann wieder weg.
- Hallo Asuka. Stimmt...ein sehr schöner Tag. -
- Darf ich mich zu dir setzen? -
Nico deutete auf das Gras neben sich. - Natürlich. -
Asuka setze sich wortlos. Mehrere Minuten sagte keiner von beiden ein Wort.
- Was tust du hier, Nico? -
- Ich genieße das schöne Wetter und die Aussicht...und die Stille. -
Wie Shinji, dachte Asuka. Ob jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt ist? Soll ich es nicht besser später noch mal versuchen? Naja...wenigstens noch ein bißchen das Eis brechen kann ich.
- Sag mal Nico... - begann Asuka zögernd.
- Hmm? - Nico schien ihr nicht wirklich zuzuhören.
- Hast du schon eine Freundin hier? -
- Nein, dazu bin ich bei bestem Willen noch nicht lange genug hier. -
Okay, schon mal nicht schlecht. Weiter geht's.
- Und...hast du in Deutschland oder Amerika eine? -
- Nein... . - Nicolas Miene verdüsterte sich.
Asuka bemerkte das nicht und triumphierte innerlich. Sehr gut, das läuft besser als geplant.
... nicht mehr. - sprach Nico weiter.
Asukas Freude dämpfte sich etwas. - Eine schlimme Erinnerung? -
Er nickte. - Ja...sie...ich... - Nico stockte.
Asuka legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter. - Du mußt nicht darüber reden, wenn du nicht willst. -
Er zuckte zusammen, als sie ihn berührte und Asuka nahm ihre Hand wieder weg.
- Tut mir Leid...Nico... ich hätte nicht fragen sollen. -
Nicolas schüttelte leicht den Kopf. - Nein, ist schon Okay. Du konntest es ja nicht wissen. - Er seufzte schwer. Asuka wollte etwas erwidern, aber er kam ihr zuvor.
- Pass auf, Asuka! Ich weiß, was du vorhast, aber es wäre wohl besser, wenn du dich auf jemand anderen konzentrieren würdest. Ich bezweifle, dass ich für sowas in der Lage bin...jedenfalls momentan. - Mit diesen Worten stand er auf, die Fäuste geballt.
Asuka sah zu ihm herauf. In ihrem Blick lag Enttäuschung und Wut. Nico konnte es deutlich in ihren blauen Augen lesen.
- Und auf wen soll ich mich deiner Meinung nach konzentrieren? -
- Ich weiß, dass du was für Shinji übrig hast. -
Asukas Wut wurde sofort stärker. - Auf diesen Feigling? Pah, an dem liegt mir überhaupt nichts. Er ist einfach zu schwach und weinerlich um zu mir zu passen.
Außerdem hat er doch nur Augen für unsere ach so perfekte Streberin. -
- Ich denke, du tust Rei Unrecht. Aber es stimmt, sie wird ihn dir vielleicht wegschnappen. -
Asuka stand nun ebenfalls auf. Ihre Augen blitzten Nicolas an. Wären es Laserkanonen gewesen, hätte er nun einige große Löcher in seinem Kopf.
- Gar nichts wird sie. Wondergirl hat die Sentimentalität eines Eisblocks. Allein der Gedanke daran, dass sie sich verliebten könnte, ist absolut Lächerlich. Eine Puppe wie sie hat keine Gefühle. -
- Wenn das deine Meinung ist. - sagte Nico nur kühl. - Auf Wiedersehen... Second Children. -
Mit diesen Worten ließ er Asuka auf dem Hügel stehen. Er konnte sie noch lange fluchen hören.
Shinji hörte, wie sich die Haustür öffnete und wieder ins Schloß viel.
- Asuka? - rief er
Als Antwort bekam er nur eine Reihe von Deutschen und Japanischen Flüchen.
Ja, sehr offensichtlich ist das Asuka.
Sie betrat das Wohnzimmer und ließ Shinji durch ihren Blick direkt tausend Tode sterben.
- ...Äh...was ist los? -
- Nichts. - sagte Asuka seltsam leise und beherrscht.
- Es ist gar nichts...Shinji. Nur dass er es gewagt hat mich zurückzuweisen. Ich bin Asuka Langley Soryu! Pilotin des Evangelion 02! Niemand weißt mich zurück! -
Shinji schluckte hörbar.
- Redest du von Noa? -
- NATÜRLICH ! - schrie sie. Die aufgesetzte Beherrschung war verflogen.
- VON WEM DENN SONST ? IDIOT ! - Sie tötete ihn ein weiteres mal mit ihrem Blick der Verdammnis und verschwand dann in ihrem Zimmer.
Shinji konnte hören wie sie das extra für sie angebrachte Türschloß verriegelte.
- Oh man... was da wohl passiert ist? Vielleicht sollte ich Nicolas mal fragen? -
Rei Ayanami öffnete die Tür ihres kleinen Apartments, streifte ihre Schuhe ab und trat leise ein. Sie stellte die Schuhe in den Flur und ignorierte den Berg Postwurfsendungen, der aus ihrem Briefkasten herausquoll.
Behutsam ging sie durch den kleinen Flur, an der Küche vorbei, in ihr Schlafzimmer.
Dann stellte sie ihre Schultasche auf das ungemachte Bett und gähnte. Die nächtlichen Sitzungen mit Doktor Akagi zerrten immer an ihren Reserven.
Rei schien kurz zu überlegen, dann zog sie sich aus und ging duschen.
Sie wusch sich den Geruch des LCL und einen Teil ihrer Müdigkeit ab.
Trotz der erfrischenden, kalten Dusche war sie jedoch immer noch müde.
Sie trocknete sich mit einem Handtuch ab und zog danach ein langes, weißes Nachthemd an. Sie wollte sich schon ins Bett legen und endlich ihren verdienten Schlaf nachholen, als ihr Blick auf ihre Schultasche fiel.
Sie zögerte kurz und nahm sie dann zur Hand. Langsam kramte Rei in der Tasche herum und zog dann ein ordentlich gefaltetes Blatt Papier heraus. Sie faltete es auseinander und legte es dann behutsam auf eine kleine Kommode, direkt neben einem schwarzen Brillenetui.
- Okay Nico. Es geht los. Versuch dich zu entspannen.
- Ich werde es versuchen, Misato. -
- Gut. Test beginnen. -
Nicolas war zu einem routinemäßigen Synchro-Test ins NERV Haupt Quartier berufen worden. Jetzt saß er im Inneren der riesigen biologischen Maschine und bereitete sich auf die Synchronisation vor.
- Maya, wie siehst aus? - Ritsuko trat hinter ihre Assistentin.
- Alles verläuft planmäßig. Das Fourth Children hat keine Probleme bei der Synchronisation mit EVA-03. -
- Wie sind seine Werte? -
- Alles beim alten. Konstante 83 %. -
- Sehr gut. -
Ritsuko Akagi drehte sich zu Misato um. - Alles läuft bestens. -
Misato nickte. Sie zögerte kurz und wechselte dann in einen Flüsterton.
- Ritsuko, hast du eine Ahnung, warum der Kommander bei einem normalen
Synchro-Test anwesend ist? - Sie zeigte auf den höhergelegenen Sitz des Kommandeurs von Nerv.
- Nein. - antwortete Ritsuko hastig.
Misato kniff ein Auge zu und runzelte die Stirn, sagte aber nichts mehr.
Gendo Ikari beobachtete von oben alles ohne eine Regung.
- Nicolas. -
Nico wurde aus seiner Konzentration gerissen. Wer hatte ihn gerufen?
Die Verbindung zum Kommandoraum bestand nicht mehr. Er war im inneren des EVAs alleine...jedenfalls schien es so.
- Wer...wer ist da? - fragte er zögernd.
- Erkennst du mich nicht mehr? -
Soll ich das der Zentrale melden?
- Wer bist du? - Er sah sich ängstlich um. Der Plug war leer. Außer ihm befand sich niemand darin.
- Fühlst du mich nicht? -
- Sag mir endlich wer du bist. Ich... ich habe keine Lust auf solche Spielchen. -
Die Stimme antwortete ihm nicht, sondern fragte weiter.
- Riechst du mich nicht? Nicolas Noa? Fourth Children? Pilot von EVA-03?
Bezwinger der Engel? -
Nico riss die Augen auf. Nur eine Person hatte ihn so genannt.
- Du...du bist...nein...das ist unmöglich...! -
- Ist es das? Wenn du mich fühlst, wie kann es dann unmöglich sein? -
- Du...bist...tot... . -
- Nein. -
Und plötzlich hörte Nicolas etwas. Nicht das allgegenwärtige Rauschen, das immer im Inneren des Entry-Plugs präsent war. Es hörte sich an, wie das Schlagen eines Herzens. Dazu kam das Geräusch eines Wassertropfens, der auf eine große Wassermenge fiel.
Und binnen weniger Sekunden wurde Nico von einem gleißenden Licht umhüllt. Ein Licht, das eine wunderbare Wärme ausstrahlte. So wohl hatte er sich schon lange nicht mehr Gefühlt. Die Wärme drang in seinen Körper ein und schien jede seiner Zellen in Geborgenheit zu baden.
- Im Kommandoraum heulte eine Sirene auf. Ritsuko stürmte nach vorne.
- Was ist los? -
- Unregelmäßigkeiten bei der A10 Nervenverbindung. -
- Stößt EVA-03 den Piloten ab? -
- Nein, im Gegenteil. Die Verbindungen verändern ihr Muster. -
- Was? Das ist unmöglich! -
- Die Synchronwerte des Fourth Childrens steigen. - schrie Maya
- Mit welcher Geschwindigkeit? Ritsuko versuchte sich zu beherrschen.
- 20 Punkte in den letzten 5 Sekunden! -
- Unmöglich! -
- Test abbrechen! Evakuiert den Piloten! - brüllte Misato durch den Raum.
Maya drückte einige Knöpfe auf ihrer Tastatur. Dann trat ein Ausdruck der Angst auf ihr Gesicht.
- Geht nicht. EVA-03 ignoriert alle Befehle. -
- Synchro-Wert steigt weiter. Jetzt bei 121.5 % -
- Das ist zu hoch. Viel zu hoch. - murmelte Dr. Akagi
- Was sollen wir tun? - fragte Makoto Hyuga
- Kappt die Stromverbindung! -
- Ja, Ma'am. -
- Verbindung gekappt. EVA schaltet auf interne Energieversorgung. -
- Wieviel Energie hat er? -
- Genug für 2 Minuten. -
- Verdammt. Das ist zu lange. -
- Was nun? - Makoto sah ratlos drein.
- Wo sind die anderen Piloten? - fragte Misato sich nur mühsam beherrschend.
- Wissen wir nicht, aber es würde zu lange dauern sie herzuholen. -
- Synchro-Wert jetzt bei 165.9 %. -
- Was macht EVA-03? -
- Rührt sich nicht. Kein Versuch aus den Halterungen zu entkommen. -
- Also kein Amoklauf? -
- Sieht nicht danach aus. -
Nein, dachte Ritsuko. Das hier ist schlimmer als ein simpler Amoklauf. Es ist wie damals. Der EVA versucht sich die Seele des Piloten einzuverleiben.
- Maya, steh auf! Schnell! -
Wortlos erhob Maya Ibuki sich von ihrem Terminal und rannte zu ihrem Kollegen Aoba. Ritsuko setze sich an Mayas Pult und begann mit unvorstellbarer Geschwindigkeit Befehle in den Computer zu tippen.
- Passiert etwas? - rief sie dabei
- Ja. Die Synchro-Werte steigen noch schneller. Jetzt bei 279. 4 %. -
Bei 400 % verlieren wir ihn. Das darf nicht noch einmal passieren.
Nicolas lächelte. Er fühlte sich so wohl wie noch nie in seinem Leben.
Er saß in einem komplett weißen Raum und freute sich seines Lebens.
Plötzlich erschien vor ihm ein Gesicht aus dem weißen Nichts.
Das Lächeln verschwand von seinem Gesicht. Das warme Gefühl überall in seinem Körper blieb.
- Du...bist wirklich hier. - sagte er.
- Ja. - antwortete das Mädchen, das nun vor ihm stand.
- Von jetzt an kann uns nichts mehr trennen, Nicolas. -
Sie kam auf ihn zu und schloß ihn in die Arme. Nico schloß seine Augen und versank in der Umarmung. Endlich hatte er sie wieder.
- Wert steigt weiter. 327.3 % . -
Er wird es nicht schaffen. Armer Kerl... , dachte Ritsuko.
- Wie lange noch bis der EVA keine Energie mehr hat? -
- 67 Sekunden. -
Verflucht. Das ist viel zu lange. -
Ritsuko drehte sich um und sah zu Kommander Ikari hoch. Er hatte seine Hände vor seinem Mund gefaltet, doch sie wußte, dass er lächelte.
Nicolas Noa genoß immer noch die Wärme und die Umarmung, als eine weitere Gestalt den weißen Raum betrat. Sie war dem Mädchen, das ihn momentan im Arm hielt, wie aus dem Gesicht geschnitten.
- Nicolas. - rief das zweite Mädchen - Du mußt fliehen. Du darfst nicht hierbleiben. -
Nico löste sich aus der Umarmung. - Was? -
- Siehst du nicht, dass du getäuscht wirst? Es will dich nur hinhalten. ...Das bin nicht ich... -
Nico blickte das Mädchen, das er eben noch umarmt hatte an und erschrak. Ihr Gesicht war durch das Gesicht von EVA-03 ersetzt worden.
- Bleib hier! - sagte EVA-03. - Umarme mich! -
Er sprang zurück auf das andere Mädchen zu.
- Was...was passiert hier? - Er zitterte am ganzen Körper. Kurz bevor er zusammenbrach, stützte ihn das Mädchen. Ihr Gegenstück mit dem Gesicht von EVA-03 rührte sich nicht.
- Du mußt es nicht verstehen, Nicolas. Du mußt nur wissen, dass du nicht hierbleiben darfst... und...dass ich dich liebe. -
Sie küsste ihn auf die Wange. - Und jetzt geh! Lauf so schnell du kannst! -
Er sah sie noch kurz an, wischte sich eine Träne aus dem Auge und rannte los. So schnell wie noch nie vorher. So schnell wie nur jemand rannte, der wußte, dass es um sein Leben ging. Selbst wenn die 4 Apokalyptischen Reiter höchstpersönlich hinter ihm hergewesen wären, wäre er nicht schneller gerannt.
Er rannte so lange durch den weißen Raum, bis das Mädchen mit dem Gesicht von EVA- 03 auf einmal wieder vor ihm stand. Er wollte sie einfach über den Haufen rennen, doch sie war stärker und packte ihn.
Nicolas schrie laut auf. Ein Schrei voller Wut, Angst und Verzweiflung. Doch das Mädchen drückte ihn unbarmherzig an sich und Nicolas verschwand langsam in ihr.
Er wurde regelrecht in sie hineingesogen. Nico schrie weiter, aber es half nichts. Nur noch sein Kopf war zu sehen.
Doch plötzlich stoppte es. Das Mädchen ließ ein schrilles Kreischen ertönen und zersprang wie ein Spiegel.
Nicolas Noa verlor das Bewußtsein.
- Synchron Wert stoppt bei 387.5 % -
- Was? Haben wir es geschafft? - Ritsuko blickte ungläubig auf ihre Tastatur.
- Synchro-Wert sinkt. 380 %. 356 %. 329 %. -
- Entry-Plug fährt automatisch aus. -
- Ein Rettungsteam soll den Piloten bergen! - sagte Misato laut.
- Schon Unterwegs. -
Kommander Gendo Ikari erhob sich von seinem Stuhl. Er warf noch einen letzten Blick in die Kommandozentrale, dann verließ er sie durch einen privaten Aufzug.
Das kalte Lächeln auf seinem Gesicht blieb.
Einige Tage später.
Misato Katsuragi lehnte an einer Wand und durchbohrte Ritsuko Akagi mit ihren Blicken.
- Kannst du mir jetzt vielleicht endlich verraten, was passiert ist? -
- Nicht genau. Aber um es zu vereinfachen: EVA-03 hat versucht die Seele seines Piloten zu assimilieren. -
Misatos Kinnlade klappte nach unten. - Was? -
- Ab einer zu hohen Synchronrate verschmelzen die Seele des Piloten und der Evangelion zu einer Einheit. Es ist dann so gut wie unmöglich diese Verbindung wieder zu lösen. -
- Und das wäre beinahe passiert? -
- Ja. Aber Nicolas ist noch rechtzeitig herausgekommen. Er sollte keine bleibenden Schäden davontragen. -
Der Blick des Majors wurde grimmig. - Ja...sollte. -
Nicolas Noa öffnete die Augen und sah eine weiße Zimmerdecke.
Wo bin ich? Was ist passiert?
- Nico! Endlich wachst du auf. -
Er hob seinen Kopf und setzte sich halb auf. Auf einem Stuhl neben seinem Krankenbett saß Asuka. Ihre Augen strahlten vor Freude.
- Hallo...Asuka. -
Sie lächelte weiter. - Wie geht es dir? -
Er überlegte kurz. - Naja...eigentlich ganz gut. - Asuka bemerkte, dass etwas nicht stimmte.
- Was ist, Nico? -
- Nichts...nur...als wir uns das letzte Mal gesehen haben, haben wir gestritten. -
Asuka lächelte weiter. - Ich weiß, aber das macht nichts. Ich verzeihe dir. Hauptsache es geht dir gut. -
Wie großzügig von ihr.
- Wie lange habe ich geschlafen? -
- Fast 4 Tage. Wir haben uns alle Sorgen um dich gemacht. -
- Was genau ist denn passiert? - Er fuhr sich durch seine unordentlichen Haare.
- Du hattest einen Unfall während eines Synchro-Test mit deinem EVA. -
- Einen Unfall? -
- Ja, mehr wollen sie uns nicht sagen. -
Er versuchte sich zu erinnern. Doch alles war verschwommen. Er konnte die Erinnerungen nicht greifen.
- Ich muß jetzt leider wieder los. Aber Wondergirl kommt gleich um ebenfalls nach dir zu sehen. - Obwohl Asuka von Rei sprach war ausnahmsweise mal kein Spott oder Hohn in ihrer Stimme.
Nico nickte. - Okay. Man sieht sich, Asuka. -
- Tschüss, Nico. - sie winkte ihm noch einmal zu und verließ dann das Krankenzimmer.
Nicolas rieb sich den Kopf und versuchte sich zu erinnern. Nach wenigen Minuten öffnete die Tür sich wieder und Rei trat ein. Nicolas freute sich sie zu sehen und wollte sie begrüßen...doch die Worte blieben ihm im Halse stecken. Seine Gefühle verwandelten sich, seine Freude sie zu sehen verschwand. Er verspürte Hass, grenzenlosen Hass. Er war voller Wut, dämonischer Wut. Ohne dass er es kontrollieren konnte sprang er auf seine Beine. Rei sah den Ausdruck in seinen Augen und trat einen Schritt zurück.
- Sei gegrüßt , Lilim. - sagte Nicolas. Jedenfalls schien es so, als ob er es sagen würde. Die Worte kamen aus seinem Mund, doch die Stimme war anders. Sie war kalt und unmenschlich.
Rei drehte sich blitzschnell um und rannte aus dem Zimmer. Nicolas wollte sie aufhalten, aber sie war schneller. Er riss die Tür einfach aus den Angeln, anstatt sie zu öffnen und konnte gerade noch erkennen, wie Rei um eine Ecke sprintete.
Er rannte einige Krankenschwestern über den Haufen. Immer hinter Rei her.
Er hätte nicht gedacht, dass dieses kleine Mädchen so schnell laufen konnte.
Trotzdem hatte er sie schnell eingeholt. Sie stand mit dem Rücken an einer Wand und keuchte. Vor ihr standen zwei bewaffnete Männer in Nerv Uniformen.
Als sie ihn erkannten, richteten sie ihre Maschinenpistolen auf ihn.
- Nicolas Noa, bleiben sie stehen! -
Er reagierte nicht, sondern lief weiter auf sie zu.
- Bleiben sie stehen, verdammt!. - schrie der erste Soldat.
- Was sollen wir machen? - fragte der zweite.
- Wir dürfen nicht auf ihn schießen -
Doch da war Nicolas auch schon bei ihnen. Er holte aus und schlug dem ersten Soldaten direkt ins Gesicht. Mit einem lauten Krachen brach die Nase des Mannes und er sank vom Schmerz betäubt zusammen. Der andere Soldat versuchte Nicolas mit dem Gewehrkolben bewußtlos zu schlagen. Doch dieser fing den Schlag ab und entriß dem Nerv Mitarbeiter das Gewehr. Dann begann er damit auf den Kopf des Mannes einzuschlagen. Selbst als vom Schädel des Soldaten nur noch ein blutiger Klumpen übrig war, hörte er nicht auf, sondern schlug unbarmherzig weiter zu.
Rei stand immer noch an der Wand und starrte auf das, was sich vor ihr abspielte.
Endlich ließ Nicolas von dem Mann ab. Er warf das blutbefleckte Gewehr zur Seite und wandte sich zu Rei. In seinen Augen stand ein dämonisches Leuchten, das nicht von dieser Welt zu kommen schien. Er holte weit aus und wollte seine Faust direkt in Reis Gesicht plazieren. Er schlug zu und...prallte gegen eine unsichtbare Mauer.
Er runzelte kurz die Stirn und zog seinen Arm dann zurück. Danach blickte er in Reis Augen. Sie waren kalt... doch trotzdem stand noch etwas anderes in diesen roten Tümpeln.
- Das Licht der Seele. - murmelte Nico.
Er wollte noch einen Schritt auf Rei zu machen; doch er kam nicht weit. Wie von einer unsichtbaren Kraft geschleudert; flog er durch den gesamten Krankenhaus- Korridor und prallte am Ende gegen eine Wand. Nach wenigen Sekunden setzte er sich wieder auf. Doch der Ausdruck seiner Augen hatte sich verändert. Es waren wieder die Augen eines 14 jährigen Jungen, der in seinem Leben schon zu viel gesehen hatte, nicht mehr die Augen eines Dämons. Er schüttelte den Kopf und starrte dann auf seine Hände.
Blut. Sie waren voller Blut. Nicolas fing an zu zittern.
- Was... habe ich getan? Bin das wirklich ich? -
Rei trat an ihn heran. Ihr Gesichtsausdruck war seltsam weich und beruhigend.
- Tut mir leid, Noa. - sagte sie und Nicolas schlief ein weiteres Mal ein.
- Gehörte das zum Plan? - Subkommander Fuyutzuki starrte geradeaus.
- Ja. Alles verläuft wie geplant. - Kommander Ikari tat es ihm gleich.
- War der Angriff auf Rei auch Teil deines Plans? - Fuyutzuki legte eine gehörige Portion Sarkasmus in seine Stimme, aber Gendo Ikari ging nicht darauf ein.
- Nein. Das war ein unvorhersehbarer Zwischenfall. Aber das macht nichts. Rei war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. -
- Wo ist der Junge jetzt? -
- Er sitz in Einzelhaft. Auf unbestimmte Zeit. -
- Weiß das Komitee davon? -
- Bestimmt. Aber sie werden nichts unternehmen. -
Das Geräusch einer sich öffnenden Tür brachte Nicolas dazu den Kopf zu heben.
Licht drang durch die geöffnete Tür in die Zelle und schmerzte in seinen Augen.
Eine von grellem Licht umrandete Gestalt trat ein und blieb kurz hinter der Türschwelle stehen. Da sich seine Augen nur sehr langsam an das Licht gewöhnten, konnte Nico sie nicht erkennen. Die Gestalt sagte nichts und lieferte Nicolas keinen Anhaltspunkt, der ihm half zu bestimmen, wer sie war. Das einzige, was er erkannte war, dass die Person ziemlich klein war, und außerdem sehr dünn.
In der gleichen Sekunde, als die Gestalt den Ellenbogen ihres ausgestreckten linken Arms mit der rechten Hand umfaßte flammte überall im Raum Licht auf.
Nicolas schrie auf und kniff seine Augen krampfhaft zusammen und hielt zusätzlich noch seine Hände vor die Augen.
Wenn Nico sich bereits an das Licht gewöhnt hätte, hätte er sehen können wie Rei kurz ihren Kopf hob und den Blick auf eine Stelle der Decke richtete. Ihr Blick veränderte sich kurz und ihre Augen flackerten. Das Licht wurde gedämpft.
Rei wandte den Blick von der Decke ab und fixierte Nicolas, der wie ein Ball zusammengerollt auf seiner Pritsche lag.
Sie wartete einige Minuten, dann öffnete sie den Mund und ließ ein einziges Wort erklingen.
- Noa? -
Nicolas hörte ihre Stimme und nahm langsam die Hände von seinen Augen. Er blinzelte ein paar Mal und bemerkte dann, dass er wieder alles klar sehen konnte.
Er entließ sich selbst aus der Fötalhaltung und setze sich auf, den Kopf gegen die Wand der Zelle gelehnt.
- Hallo, Ayanami. Was tust du hier? -
- Ich soll dich besuchen. - Reis Stimme verriet nicht, ob sie sich freute ihn zu sehen oder ob sie es als lästig empfand. Ihre Stimme verriet einfach gar nichts
- Hat er dich geschickt? -
- Ja...ist das schlimm für dich? -
Nicolas setzte ein humorloses Grinsen auf. - Naja, ich fände es natürlich schon besser, wenn du mich aus freien Stücken besuchen würdest aber... ich freue mich, dass mich wenigstens mal jemand besucht... in dieser Zelle kann man auf Dauer wahnsinnig werden. -
- Soryu und Ikari wollten dich besuchen. Kommander Ikari hat es ihnen verboten. Niemand darf dich sehen. -
- Das wundert mich nicht. - Nicolas ließ den Kopf sinken. - Immerhin habe ich zwei Nerv Angestellte angegriffen und dich beinahe... . - Er sprach nicht weiter, sondern sank in sich zusammen. Rei bemerkte, wie erschöpft er aussah.
- Nein. - Rei trat näher an ihn heran. - Das warst nicht du. Du bist anders. -
Nico sah nicht auf, als er sprach. - Und wer dann? -
- Ich weiß es nicht...aber...da war etwas in deinen Augen, in deiner Ausstrahlung, was mir bekannt vorkam. Ich habe es schon mal gesehen...schon öfters. - Sie setze sich neben ihn auf die Pritsche.
- Was...was passiert nur mit mir? - Nicolas zitterte. - Warum ich? Warum muß ich die Welt retten? Warum muß ich gegen von Gott gesandte Monster kämpfen? Warum muß sowas mir passieren? -
- Darauf gibt es keine Antwort. -
- Hast du dir diese Fragen noch nie gestellt, Ayanami? -
- Nein...aber...vielleicht solltest du besser mit Ikari oder Soryu darüber reden. -
Nico hob seine Hände in die Luft und betrachtete sie von allen Seiten.
- Ich kann es immer noch sehen. Ich kann es immer noch riechen. Es ist nicht der Geruch von LCL. Dieser hier ist anders. Es ist der Geruch von echtem Blut. Von richtigem Blut. Ich wußte bis heute nicht, dass es da einen Unterschied gibt. -
Rei sagte nichts. Sie guckte nur kurz auf Nicos Hände und dann wieder an einen bestimmten Punkt der Decke.
- Wir werden beobachtet, nicht wahr? -
Rei nickte.
- Dachte ich mir. Er überwacht dich ständig. - Er zögerte kurz. - Hat er was damit zu tun, Ayanami? Hat er das mit mir gemacht? -
Reis Augen flackerten ein weiteres Mal. Doch diesmal konnte Nico es beobachten. Er las eine Spur von Unbehagen in den roten Fenstern zu Reis Seele.
- Ich...weiß es nicht. -
Nicolas seufzte. - Macht nichts. Ayanami...danke. -
Reis Kopf ruckte herum. Sie sah ihn nun direkt an. - Wofür? -
- Dafür dass du gekommen bist...dafür dass du mit mir geredet hast und...dafür dass du ehrlich bist. -
Rei nickte ein weiteres Mal und stand auf.
- Auf Wiedersehen, Noa. -
Sie hatte die Tür schon fast erreicht, als eine bedrohliche Stimme sie zurückhielt. Eine Stimme, die sie schon mal vernommen hatte.
- Lilim. -
Sie drehte sich langsam um. Nicolas saß immer noch auf der Pritsche. Seine Augen hatten wieder diesen dämonischen Ausdruck, doch was Rei viel mehr auffiel war das Lächeln auf seinem Gesicht. Darin war keine Freude und kein Humor. Rei wußte nicht, ob es noch andere Gründe gab zu Lächeln. Sie selbst hatte es erst einmal getan. Damals im Entry-Plug von EVA-00. Rei erinnerte sich noch gut daran. Es war ein schönes Gefühl gewesen für Shinji zu Lächeln. Aber sein Lächeln war anders. Ihr Lächeln war anders. Rei war sich sicher, das das Lächeln jedes Menschen anders war als dieses. Es war eigentlich mehr eine Fratze als ein Lächeln. Eine Parodie des Ausdrucks der Freude, die Fratze des Todes, ein gottloses Grinsen.
- Das Licht deiner Seele ist stark, Kind der Lilith. Es wird gespeist von deiner dunklen Seele. Die Seelen der Lilim sind unvollständig, voller leerer Stellen. Aber deine ist anders. Sie ist schwarz. Komplett schwarz. So schwarz, dass man nicht hindurchsehen kann. Die Lilim sollten dich fürchten und meiden...Rei Ayanami. -
Und während diese Worte aus Nicos Mund kamen lief eine Träne über seine linke Wange. Sie tropfte von seinem Kinn und schlug mit einem leisen, fast unhörbaren Ton auf dem harten, kalten Zellenboden auf. Das Licht wurde wieder abgeschaltet und die Tür wieder geschlossen.
Nicolas Noa blieb alleine in seiner Zelle zurück und weinte.
" And when I laugh it`s tears I hide
And when I cry it`s joy inside
A foul disease has stained the land
The bitter harvest of a dying bloom
And when I cry it`s joy inside
A wicked smile for all the tears I hide
It hurts to hold all the pain I feel
The bitter harvest of a dying bloom Nothing is real...
Nothing but him... "
Demons and Wizards
,,Gallows Pole,,
Asking God, Asking the Devil
Part III- The Wicked Smile -
Geschrieben von Dirk Debil zwischen dem 22 und 26. 04. 2001
Noch mal überarbeitet am 29.04.2001 !!!!
Die Schreibfehler wurden auch diesmal wieder von Gwen Hunter verbessert ( Ich Liebe Dich, mein Schatz )
So, das wars auch schon wieder!!!
Dieser Teil war ein klein wenig kürzer als die anderen, aber wirklich nur ein wenig !!!
Ich hoffe es hat euch genausoviel Spaß gemacht es zu lesen, wie es mir Spaß gemacht hat es zu schreiben!!!!!
Teil 4 wird jetzt aber vermutlich ne Weile auf sich warten lassen. Ich hab zwar schon ne gute Idee, muß aber noch gucken, wie ich sie richtig verwirkliche!!! Habt also bitte etwas Geduld!!!
Auf bald,
Dirk Debil