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Meine Liebe gilt...

Eine Sidestory zu Kapitel 6 - Um der Liebe und Pflicht willen ! (Teil 1)

Geschrieben von Godsend777
Assistiert von Alain Gravel

Die Geschichte basiert auf Charakteren geschaffen und copyright bei GAINAX
Basierend auf Handlungen geschaffen von Alain Gravel
Begonnen im Juli 1999
Erster Entwurf beendet am 8.August 1999
Endgültige Fassung beendet am 18.August 1999

Übersetzt von Melissa Schneider

DIENSTAG MORGEN

Der Beginn eines neuen Tages - noch vor zwei Tagen machte ich mir nicht besonders viel daraus. Doch seit dem ich nahe dem See mit Hikari an meiner Seite aufgewacht war, war es ein tolle Gefühl gewesen die Sonne zu sehen.
Aber auch das hatte sich wieder geändert.
Gestern war ich... aber da will ich garnicht dran denken. Jetzt jedenfalls.. bin ich hier und starre hinaus in die Morgensonne. Und ich hasse sie, warum auch immer.
Ich frage mich... ob Ikari sich genau so fühlt wenn er aufwacht?


SPÄTER SAMSTAG/ SEHR FRÜHER SONNTAG
"Touji!"
Hikari kicherte als ich zurück ins Zelt kam. Sie war immer noch ganz schön betrunken und schwenkte irgendwas in der Luft herum.
"Oh.. du - du bist noch wach." sagte ich und lief ziemlich rot an.
Die Art wie sie meinen Namen gesagt hatte erinnerte mich an einen dieser Filme, den ich mal zusammen mit Kensuke gesehen hatte. Ich fragte mich, was sie da in die Luft hielt; bei diesem spärlichen Licht war kaum etwas zu erkennen.
"Mm-hmm."
Sogar betrunken sah sie immer noch wie ein unschuldiges kleines Mädchen aus. Sie lächelte mich an und schliesslich warf sie mir zu, was sie herumgewirbelt hatte. Jahrelange Basketballspielen hatte meine Reflexe derart verbessert, dass ich es mühelos auffangen konnte um es dann eingehend zu betrachten.
Es war ein BH.
Und was noch wichtiger war - es war Hikaris BH.
Doch das würde bedeuten....
Jap, ein kurzer Blick durch das Zelt zeigte mir, das ihr Hemd neben meinem Schlafsack auf dem Boden lag. Und dann war sie plötzlich neben mir. Klar, sie war zwar nicht so gut gebaut wie, sagen wir mal - Misato, doch was ich da sah war auch nicht von schlechten Eltern...
"Touji..." säuselte sie und ich glaube sie versuchte mich zu verführen, oder so... Na ja, ich würde es natürlich niemals offen zugeben, doch ich habe keinen blassen Schimmer von den Gefühlen einer Frau. Besonders wenn es um Frauen geht, die ein wenig... sagen wir mal... in sexueller Hinsicht auf heissen Kohlen sitzen.
Ich hatte die Videos gesehen, die Kensuke besass. Die waren alle schlecht gespielt und schlichtweg nur Müll. Immer nur zwei, drei oder manchmal sogar vier Leute, die es miteinander trieben. Ein paar Minuten lang war das ja ganz schön anzusehen, doch von Anfang bis Ende gesehen einfach nur abartig. Na ja, Kensuke zumindest schien das nicht zu stören. Doch wieder zurück zum Thema..
"Ich fühle mich sooo allein..."
"Hä?" Ja ich weiss. Ich bin schwer von Begriff.
"Bleib bei mir. Bitte. Ja?"
Sie sah ziemlich traurig aus. Wenn sie gerade einmal nicht schrie, konnte sie sehr zerbrechlich aussehen. Doch an dem Abend sah sie mehr denn je aus, als wäre sie kurz davor zu zerbrechen.
"O-Okay."
Ich stotterte. Ich hatte mir schon oft ausgemalt, was ich mit einem Mädchen in so einer Situation tun würde. Meist träumte ich dabei von Misato, manchmal auch von Hikari aber nur äusserst selten von Asuka. Wie auch immer, in diesem Moment stand ich völlig neben mir. Vielleicht lag es am Bier...
"I-Ich liebe dich..."
Uhhh. Ich liebte sie zwar auch irgendwie, aber dass sie es jetzt einfach so ... direkt heraus sagte! Ausgerechnet dieses Thema... AHHHHH!
"D-Du empfindest nicht das Gleiche für mich, oder ?"
Wenn ihr Gesicht aus Glas gewesen wäre, wäre es jetzt sicher zersprungen. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Ich war doch nur ein dummer Trottel,- jemand, der lieber jemanden zusammen schlug als zuzugeben, das er im Unrecht war. Immerhin ist es einfacher auf seine Kraft zu bauen als auf seinen Verstand.
Ich war drauf und dran es zu sagen. Ich war drauf und dran einfach "Ich liebe dich" zu sagen, obwohl ich es nicht ernst meinte. Es würde sie besänftigen und ich bräuchte diesen Ausdruck in ihrem Gesicht nicht mehr zu ertragen.
Aber ich dachte daran, was Shinji gerade vorhin passiert war. Wie verletzt er war, weil Asuka ihn angelogen hatte. Weil sie versucht hatte ihn für ihr eigenes persönliches Vergnügen zu benutzen. Weil sie nicht ehrlich zu ihm gewesen war... Ich wollte nicht, dass Hikari oder mir etwa ähnliches passierte. Vielleicht wäre Ehrlichkeit der beste Weg. Immerhin war es einen Versuch wert, zumal ich im Moment auch keine anderen Ideen hatte.
"Klassensprecherin..."
Ich legte zärtlich meine Hand auf ihre Schulter, doch ich denke, ich hatte mir mit meiner Antwort zu viel Zeit gelassen; sie weinte schon leise vor sich hin.
"Ich weiss nicht, was ich fühle. Ich meine, ich mag dich sehr."
"Wirklich?"
"Ja. Wir sind doch immer noch Kinder, oder nich'? Ich weiss nicht was Liebe ist. Ich bin doch erst 14. Aber ich mag dich. Und das schon seit einer ganzen Weile..."
"W.. Wirklich?"
Ich konnte nicht beschreiben, was für ein Gefühl sich da auf ihrem Gesicht zeigte, doch jemand hat mal gesagt, dass es Dinge gäbe, für die es sich lohnen würde zu sterben... Und in diesem Moment... dieser Blick von ihr... das war etwas für das ich tausend Tode gestorben wäre...
Und so gab ich natürlich eine selten dämliche Antwort...
"Ja, wirklich."
"Touji!"
Sie kreischte vor Freude bevor sie mich umarmte und als ich ihre Umarmung erwiderte war ich glücklich. Dann erst erinnerte ich mich daran, dass sie ja von ihrer Taille aufwärt nichts mehr anhatte... Als sie mich küsste, gingen bei mir die Lichter aus. Ich kann mich nicht erinnern was danach passierte.
Na ja, eigentlich erinnere ich mich doch - zumal es ja auch mein erster Kuss war. - (Und ihrer auch wie ich später heraus fand). Es ist mir nur ein wenig peinlich wenn ich daran zurück denke. Wir sind ziemlich weit gegangen an dem Abend - aber nicht SO weit. Ich denke keiner von uns beiden war bereit für diese Art von.. Liebe.
Als ich aufwachte trug ich nur noch meine Boxer-Shorts und ein Blick in Hikaris neuen Schlafsack machte mir klar, das wir ihn würden reinigen müssen.
Kurze Zeit später kam Hikari zurück ins Zelt. Sie lächtelte und beugte sich hinunter um mich zu küssen. Dann zogen wir uns an und leisteten Shinji am Lagerfeuer Gesellschaft.
Wir haben uns gut amüsiert, doch dann wachte Asuka auf und als sie zu uns kam, haben wir ihn.... na ja, wir haben Shinji einfach mit ihr sitzen lassen. Wir fühlten uns gut und keiner von uns beiden wollte dem ein Ende setzen. Ausserdem mussten die zwei sich ja unter vier Augen unterhalten....



Sonntag Nachmittag

"Glaubst du, dass es ihnen gut geht ?" fragte Hikari.
Sie hatte sich ziemliche Sorgen um Shinji und Asuka gemacht. Und besonders um Asuka, weil sie wusste, wie schwer es ihr fiel sich einem anderen gegenüber zu öffen. Wenn e eines gab, das ich immer sehr attraktiv an Hikari fand, dann war das ihre Sorge um andere.
"Die werden sich schon zusammenraufen."
Ich versuchte sie zu beruhigen, obwohl ich das Gefühl hatte, das Shinji zu dieser Zeit nicht allein sein sollte. Ich erinnerte mich daran wie er sich nach dem Kampf mit dem Insekten-ähnlichen Engel benommen hatte und ich befürchtete, dass er wieder etwas Dummes anstellen würde. Von Reis Freundin Hotaru erfuhr ich später, dass Shinji bei Rei eingezogen war. Ich war mir nicht sicher, ob das mal so gut war. Immerhin würde es sein Problem nicht lösen. Doch ich denke Shinji brauchte die Zeit, um sich von diesem Tiefschlag zu erholen und so gesehen war es vielleicht garnicht so schlecht. Rei würde sich auf jeden Fall um ihn kümmern.. Und vielleicht sollte ich mir genau deshalb Sorgen um ihn machen....
"Die beiden brauchen jetzt erstmal etwas Zeit allein. Sie würden sicher nicht wollen, das wir uns da einmischen. Die müssen erstmal drüber nachdenken was passiert ist."
Ich versuchte mein Bestes so überzeugend und selbstsicher zu klingen wie ich konnte und ich hoffte das sie es glauben würde. Es war ja auch die Wahrheit. Ich weiss, dass Shinji manchmal keinen anderen um sich haben wollte. Er hat sogar einmal gesagt, dass er es gewohnt sei allein zu sein.
"Ich glaube du hast recht. Aber -"
"Hmm?"
"Sie sind so -"
"Komm schon, spuck' es aus.." ermunterte ich sie und ich fragte mich was es war, das sie kaum über die Lippen brachte?
"Sie benehmen sich so kindisch..." platzte sie heraus und ich musste lachen. Sie sah mich fragend an, doch ich ignorierte es einfach.
"Hikari..." sagte ich als ich ihre Hand nahm, "Wir sind ja auch Kinder. Ich, du, und sie."
Für einen Moment wurde sie rot und küsste mich flüchtig auf die Wange. Ein paar von den Leuten um uns herum starrten uns an, doch wir beachteten sie garnicht...

"Ich schätze du hast recht." sagte sie sanft und schaute ein wenig umher. "Also, was willst du tun?"
Mir fiel nichts ein und so gingen wir in den Park... Wir setzten uns auf eine Bank und kuschelten eine Weile. Ich weiss, dass uns einige unserer Klassenkameraden gesehen haben, doch da kümmerte uns nicht. Wir redeten über dies und das und haben uns einfach nur amüsiert. Ich habe uns beiden sogar etwas zu essen gekauft.
Jap, es war eine schöne Zeit. Doch unsere Unterhaltung begann schnell wieder sich nur um Asuka und Shinji zu drehen. Hauptsächlich Shinji. Ich versuchte davon abzulenken, doch wir kamen immer wieder auf ihn zu sprechen. Und dann stellte sie eine komische Frage...
"Wenn du Shinji wärst, was würdest du tun?"
Wie ich gesagt hatte, es war eine komische Frage. Eine, auf die ich keine Antwort wusste. Nach einem bisschen Nachdenken (was, wie schon gesagt, nicht gerade meine Stärke ist) fiel mir dann doch eine Antwort ein.
"Ich wär' schon vor langer Zeit abgehauen."
"Wa-?"
Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Ein merkwürdiger, schwer zu beschreibender Ausdruck. Sie sah nicht aus wie ein Reh das sich plötzlich im hellen Licht von Autoscheinwerfern wiederfindet,- nein - es war mehr so ein Blick der dir sagte, das die Antwort, die du für richtig gehalten hast nicht mehr als ein paar Meilen daneben war...
"Klassensprecherin?"
"Warum? Ich meine, sowas ist doch gar nicht deine Art.."
"Bist du schon 'mal im Inneren eines Evangelion gewesen?"
"Natürlich nicht! Ich bin doch nicht so dumm wie Kensuke, der sein Leben für sowas riskiert!"
"Kensuke war an dem Tag nicht der Einzige, der so dumm war..."
Sie schnappte nach Luft. Ich nehme an, sie dachte sie hatte mich beleidigt.
"Ich.. Es tut mir leid, Touji."
"Schon gu. Du hast ja recht. Es war eine dämliche Aktion. Und Eines ist sicher, ich werde es zum verrecken nicht nochmal tun."
"Aber warum würdest du wegrennen wollen?"
"Also wenn ich Shinji wäre, und nicht ich selbst, dann wäre ich sicher schon abgehauen. Ich meine, er spricht nie darüber, doch er hat verdammt viel durchgemacht."
"Ich denke das Gleiche gilt auch für Asuka." sagte sie und über ihr Gesicht ging ein Ausdruck von Traurigkeit, den ich nie wieder dort sehen wollte.
"Ich weiss ja nicht was mit Asuka ist, doch ich war dabei als Shinji in dem Dingen beinahe einen Nervenzusammenbruch hatte."
"Wie meinst du das?"
"Als er den Engel kalt gemacht hat... Es war irgendwie unheimlich.. Er hat immer und immer wieder 'Ich darf nicht weglaufen' gesagt. Und dann kam dieses grosse Messer raus und er hat einfach nur geschrien."
"Er hat geschrien?"
"Ohne Unterbrechung. Fast eine ganze Minute lang, so lang wie es gedauert hat den Engel zu töten."
"Oh mein Gott.."
"Danach ist er einfach zusammengebrochen und hat geheult. Ich habe mich gefragt warum. Shinji hatte Kensuke mal erzählt, das der Pilot alles spürt, was auch der EVA spürt. Und ich sage dir, als dieses Dingen EVA-01 aufgespiesst hat, da habe ich etwas gespürt. Na und da habe ich zuerst gedacht, das wär' der Grund. Aber als ich ihn dann etwas besser kennen gelernt habe, wurde mir klar, dass er völlig durch den Wind ist..."
"Touji! Wie kannst du nur so über deine Freunde reden? Da frage ich mich wirklich was du den anderen über mich erzählst !?"
Ich wurde ein wenig rot als ich mich an die wenigen Gespräche erinnerte, die ich mit Shinji zum Thema Mädchen geführt hatte. Doch ich fing mich schnell wieder.
"Weißt du, das ist die Wahrheit. Nicht dass ich ihm was will, aber wie ich gesagt hab', er hat einiges durchgemacht."
"Trotzdem.."
"Schau mal, du und ich, wir haben unsere Familien, die uns lieben. Bei dir sind da zum Beispiel deine beiden Schwestern und dein Vater. Ich habe Mari, meinen Vater und meinen Grossvater. Auch wenn sie kaum zu Hause sind und immer nur arbeiten, so kommen wir doch klar."
"Bei meinem Vater ist das genau so. Er ist auch sehr beschäftigt."
"Shinji aber hat keinen. Klar, da sind Misato, Rei und Asuka, doch die ganze Sache mit Rei und Asuka macht ihm schwer zu schaffen. Er scheint an nichts anderes mehr zu denken und ich befürchte, dass er noch etwas dummes anstellen wird, wenn die beiden ihm nicht etwas Ruhe gönnen."
"Ich weiss was du meinst. Asuka ist ziemlich zuversichtlich, dass sie gewinnen wird. Manchmal erzählt sie mir, was sie tun will um 'seine Gunst' zu erlangen."
"Als da wäre ?" Das versprach interessant zu werden...
"Erinnerst du dich an letzte Nacht?"
Sie grinste hinterhältig und zwinkerte mir zu. Das war eine Seite von ihr, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich denke mein Gesicht war in dem Moment genau so rot wie der Plugsuit von einem gewissen deutschen Mädchen.
"Ich frage mich, wie du dich an letzte Nacht erinnern kannst." sagte ich ohne nachzudenken. - Gott, bin ich ein Volltrottel !
"Ich war gar nicht so betrunken!" platzte sie heraus und wurde rot wie eine Tomate, als sie bemerkte, dass die Leute um uns herum schon wieder begannen uns anzustarren. Wenigstens waren keine Mitschüler in der Nähe...
"Soso," meinte ich und legte meine Hände sanft an ihre Hüfte. "Dann erinnerst du dich ja auch an DAS!!!" Ohne Gnade begann ich sie durchzukitzeln. Ich tat e hauptsächlich, damit sie aufhörte, sich Sorgen darüber zu machen, was andere dachten. So lange wir uns kannten, hatte es mir noch nie gefallen, sie nachdenklich und besorgt zu sehen. Ich meine, ich kenne sie jetzt seit mehr als sechs Jahren und noch nie habe ich es ausstehen können sie so zu sehen. Natürlich, habe ich selbst sowas in der Art noch nie gemacht. Ich glaube Männer sollten sowas auch nicht tun.
Ich hörte auf sie zu kitzeln und wir begannen wieder miteinander zu schmusen. Sie lehnte ihren Kopf nach hinten bis er auf meiner Schulter lag und schloss dann ihre Augen. Ich glaube sie war noch ziemlich müde - wir hatten ja auch nur wenig geschlafen.
Und so machte ich schliesslich wieder das, worin ich zugegeben nicht sehr gut war; ich dachte nach.
Es dauerte eine Weile, doch dann kam ich zu einer neuen Einsicht, was die Fragen über Shinji betraf, die Hikari gestellt hatte.
"Weißt du..."
"Hmmm? "
"Ich bin stolz auf Shinji."
"Hä?"
"Er hört nie auf zu kämpfen, auch wenn es für ihn nichts zu gewinnen gibt. Ich weiss, dass Asuka und Rei ihn lieben, doch wie ich gesagt hab', die beiden müssen ihm 'was Ruhe gönnen. Aber auch schon bevor das mit den Beiden war, hat er gekämpft ohne je etwas dafür zu verlangen. Und so ist es immer noch,- na ja wenn man mal von dem Lohn absieht, den er ausgehandelt hat. Aber das ist irgendwie ja auch verständlich."
"Touji..?"
"Hey, glaub nur nicht, dass ich ihm das sagen würde. "
"Warum nicht?"
"Weil... Weil das etwas ist, das er für sich selbst herausfinden muss."
Sie lächelte mich an und sah mich mit einem dieser Blicke an, die... es Wert sind dafür zu sterben. Sie schien stolz auf mich zu sein.
"Hast du Hunger?" fragte ich und sie nickte. Wir assen zu Abend und das war dann auch das Ende unseres gemeinsamen Tages.

Montag
Ich reckte und streckte meine Glieder als ich aufstand und wie ich dann hinaus auf die Morgensonne sah musste ich lächeln. Es war irgendwie... friedvoll. Ich war früh dran und das allein war schon hitverdächtig. Ich ging unter die Dusche, mit dem sicheren Gefühl, dass es ein guter Tag werden würde. Natürlich sollte es anders kommen. Immerhin war Tokyo-3 eine Stadt die berühmt war für das Pech, das an ihr und ihren Bewohnern haftete.
Auf dem Weg zur Schule ging ich bei Hikari vorbei, um sie abzuholen. Interessant ist vielleicht zu erwähnen, das ich an dem Tag zum ersten Mal ihre ältere Schwester Kodama kennen gelernt habe.
"So, du bist also der Touji von dem Hikari-chan pausenlos erzählt..." Sie war das genaue Gegenteil von Hikari. Während Hikari süss und unschuldig aussah, machte Kodama mehr den Eindruck eines Falken auf Beutezug. Sie war gross gewachsen und hatte kurzes braunes Haar, das glatt zu den Seiten gekämmt war. Und ihr Lächeln war ziemlich... hinterhältig. Obwohl wenn ich so darüber nachdachte, hatte Hikari gestern auch einmal so gelächelt...
"Kodama!" rief Hikari und wurde rot.
"Hahaha! Ach, das ist schon okay. Sag' mal, warum kommst du nicht heute zum Abendessen zu uns, Touji? Ich bin sicher Vater würde dich gern kennen lernen."
"Ahh... nun.. öhh..." Oh Mann... Auf der einen Seite Hikari und die Aussicht auf ein Abendessen. Und auf der anderen Seite jede Menge Fragen, Kreuzverhör und vielleicht sogar ein Eignungstest. Schöne Scheisse...
"Touji?" Uups. Das war Hikaris Stimme. Ich hätte mir mit der Antwort nicht so lange Zeit lassen sollen.
"Ahh... ja. Gut. Um wieviel Uhr?"
"Oh, sei so um Sieben hier. Und was du da anhast ist gut genug." Sie kam ein bisschen näher zu mir und ich wich zurück. "Hmmm, weißt du, du bist irgendwie recht niedlich."
"KODAMA!!!"
"Hey, war nur Spass Schwesterlein."
"Hmmpf! Vielleicht solltest du dann mal nur zum Spass deine Lunchpakete selbst machen!"
"..."
"Dachte ich mir doch, Kodama!"
Interessant. Zumindest schien sie mir nicht...
"Und du, Mr. Suzuhara!"
Zu früh gefreut.
"Du trägst jetzt meine Bücher."
Seufzt. "Ja, Klassensprecherin"
Als wir so zur Schule gingen hätte ich schwören können ihre Schwester hat was von Pantoffelheld gemurmelt...

Wir gingen in den Klassenraum und redeten eine ganze Weile. Normalerweise war Rei die Erste aber da sie nicht da war, als wir ankamen, gingen wir davon aus, dass sie heute garnicht kommen würde. Also waren wir die ersten Minuten lang ganz allein in der Klasse bis dann Hotaru kam. Normalerweise wechselte sie kaum ein Wort mit anderen, ausser mit Rei. Doch heute, als Hikari sie fragte, wie es ihr ging, da - na ja - wurde sie gesprächig. Ich war verblüfft. So wie sie sich benahmen hätten Hotaru und Rei Schwestern sein können, und irgendwie sahen sie sich auch ähnlich.
Doch jetzt stand das Mädchen vor uns und erzählte uns von den Leuten, die uns im Park gesehen hatten und das Hikari nicht mehr länger auf der Wettliste stand. Es war irgendwie merkwürdig. Und dann lies mich ihr letzter Satz aufmerken...
"Wettliste?" platzen Hikari und ich einstimmig raus. Hotaru wurde mit einem Schlag rot.
"Ah... vielleicht sollte ich nicht..."
"Oh doch, du sollst. Was geht da ab?" fragte ich. Es war ja schon schlimm genug das Shinji sich um Asuka und Rei Sorgen machen musste. Da musste er sich nicht auch noch um den Rest seiner Klasse einen Kopf machen...
"Na ja... Du kennst doch Minami Kuno? Das Mädchen, dessen Mutter TendoCorp besitzt?"
"Und weiter?"
"Sie... hat da eine Wette laufen, wer wohl Shinjis Freundin wird."
"Aber was hat das mit mir zu tun?" fragte Hikari.
"Na ja..." Mann, war die rot,- man hätte glatt denken können sie und Eva-02 wären Zwillinge. "Ummm... die Drei ganz oben auf der Liste waren Rei, Asuka und... Hikari"
"WAAASSS!?" schrie ich. Uups. Mittlerweile waren schon so einige andere Schüler im Raum. Uups..
"Aber so wie es aussihet ist Hikari ja jetzt aus dem Rennen hihi." Sie lachte nervös. "Ich.. äh.. geh dann mal auf meinen Platz.."
Sie war gerade dabei zu gehen, als sie sich nochmal umdrehte.
"Suzahara-kun?"
"Ja?"
"Umm... Rei sagte..- für den Fall das du mit Shinji reden möchtest..- er wohnt jetzt bei ihr."
"Oh. Okay, danke." Daraufhin drehte sie sich wieder um und ging. Bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, das Shinji jetzt bei Rei lebte, rottete sich die ganze Klasse auch schon um uns zusammen und wollte wissen was gestern passiert war. Als jemand Zweifel an meiner Beziehung mit Hikari äusserte überraschte sie mich damit, dass sie mich vor der ganzen Klasse küsste. Kensuke kam natürlich gerade rechtzeitig mit seiner Kamera um das Ganze aufzunehmen, der kleine Freak. Ich wollte ihn noch einen Kopf kürzer machen, doch da begann schon der Unterricht.
Im Prinzip gab's nix Besonderes. Asuka tauchte auch nicht auf, doch das kratzte mich wenig. Ich verbrachte meine Zeit mit Schlafen oder damit Kensuke wegen der Bilder zu drohen, die er gemacht hatte. So um die Mittagspause 'rum wurde ich dann in das Büro des Direktors gerufen.

Ich weiss noch, als ich in das Büro des Direktors kam, da waren da ausser ihm auch ein paar Typen von NERV. Der Direktor stand am Fenster und hat sich die ganze Zeit nicht zu mir umgedreht. Da waren noch zwei Männer in schwarzen Anzügen und Dr. Akagi. Ich hatte sie ein oder zwei mal in Misatos Appartement gesehen, doch dieses Mal verhielt sie sich anders, als ich sie kannte. Sie war so, wie Misato gewesen war, damals als Shinji, Kensuke und ich Asuka kennengelernt haben. Sie schien kühl, distanziert, ruhig und als ob sie alle unter Kontrolle hätte. Das machte mich ziemlich nervös...

Sie redete eine ganze Weile darüber, in welcher Situation sich die Welt befindet und so'n Zeugs.. - aber ich hörte gar nicht hin. Ehrlich gesagt hatte ich keinen blassen Schimmer worauf sie hinaus wollte. Sie redete weiter und weiter und ich fühlte wie mir mehr und mehr die Augen zufielen,- bis sie schliesslich meinte:
"Suzahara Touji, du bist auserwählt worden der nächste EVA-Pilot zu sein."
WAS!?
"Ähhm... was haben sie da gerade gesagt?"
"Ich sagte, du bist auserwählt worden einen EVA zu steuern." Sie sah mich kühl an, da war kein Anflug von Mitgefühl auf ihrem Gesicht. Das war nicht die gleiche Person, die mit Misato am Wochenende um die Häuser zog.
"Oooh nein. NeeNeeNeeNeeNee. Das mache ich nicht." Ich rüttelte mich quasi selbst wach. Ich brauchte jede einzelne Gehirnzelle um diesen Kampf zu bestehen.
"Du musst verstehen, dass Kinder so wie du unsere letzte Hoffnung sind!"
"Hey, für mich bringt das mehr Probleme als es jemals wert sein kann! Verstehen sie das denn nicht?"
"Als da wären?"
"Na ja, abgesehen von den ständigen Streiterein mit dem roten Dämon und Kensukes nervigen Fragereien, sind da auch Leute, die sich um mich Sorgen machen würden!" Ich stand auf und trat ihr gegenüber. Dieses Mal durfte ich nicht zurückstecken.
"Das reicht nicht." antwortete sie kalt.
"Na gut, wie sieht es dann damit aus, das ich einfach nicht bereit bin zu STERBEN?" Ich schrie ihr beinahe ins Gesicht.
Es zeigte Wirkung. Sie sagte kein Wort und weil es der einzige Trumpf war, den ich hatte, dechte ich mir, sollte ich ihn richtig ausspielen. Ich liess mich wider in meinen Stuhl fallen, um aus ihrem Dunstkreis zu kommen.
"Wir beide wissen, was Shinji in diesem Dingen durchmacht."
"..."
"Nach allem was ich bisher gesehen habe bringt dieses Dingen nichts ausser Schmerz und Leid." Diese Bemerkung liess sie sogar zusammenzucken. "Das Ding hat meine Schwester verletzt... Sie wird vielleicht nie mehr laufen können..."
"Deine-"
"Ich habe mit angesehen wie Shinji da drin fast ausgetickt ist."
"Nun ja-"
"Und ich weiss, das es beinahe Rei umgebracht hat,- ein paar Monate bevor Shinji zu uns kam."
"Ich-"
"Wie oft war Shinji in letzer Zeit im Krankenhaus?"
"..."
"Und wie steht es-"
"Das ist genug, Suzuhara."
Der Direktor,- ich hatte ihn schon fast vergessen.
"Dr. Akagi, es ist offensichtlich das der Junge es nicht tun will. Ich denke nicht, das es irgend etwas gibt, das ihn umstimmen wird."
"... Sie haben recht. Würden Sie dann bitte den nächsten Kandiaten rufen?"
"Nächsten Kandiaten?" fragte ich.
"Ja. Für den Fall, das jemand ablehnt, so wie du, gehen wir zum nächsten Kandiaten auf der Liste. In diesem Falle sind zwei deiner Klassenkameraden Kandidaten."
"W-wer?" Mein Mund war mit einem Mal staubtrocken. Was, wenn es Hikari wäre? Oder Kensuke? Vielleicht sogar Hotaru?
"Du gehörst nicht zu NERV. Daher ist diese Information für dich nicht von Wichtigkeit."
Ich beobachtete, wie der Direktor zur Sprechanlage ging. Dr. Akagi erzählte irgendwas von vertraulichen Informationen, doch ich hörte nicht hin. Meine Augen hingen einzig und allein an den Lippen des Direktors...
"Bitte schicken sie..."
Ich konnte nicht... Ich konnte nicht zulassen, dass es jemand anderen treffen würde, nur weil ich Angst hatte. Ich konnte es einfach nicht zulassen.
"HALT!!!"
Sie sahen mich an, als ob ich verrückt geworden wäre. Ich atmete schwer als ich wieder aufstand.
"Ich-"
Nein, sag das nicht..
"Ich werde-"
Tu's nicht! Es wird dich umbringen..
"Ich werde es tun."
NEIN! BIST DU DÄMLICH !?! WAS IST MIT HIKARI!?! WAS IST MIT DEINER SCHWESTER!?!
"Unter einer Bedingung."
"So? Und die wäre?"
"Meine Schwester bekommt die Beste medizinische Versorgung, die NERV zu bieten hat."
"Hmmm... Das muss ich erst mit dem Kommandanten besprechen, aber ich denke, das wird schon in Ordnung gehen. Willkommen an Bord..." Sie streckte ihre Hand aus, um meine zu schütteln. Ich wollte nicht, doch man hatte mir beigebracht höflich zu sein,- zumindest ein wenig.
Und so schüttelte ich ihr die Hand.
Ich hasste dieses Gefühl.

Ich schlich langsam zurück ins Klassenzimmer. Ich hatte es nicht eilig Hikari oder Kensuke gegenüber zu treten, und ich war verdammt glücklich das Shinji und Asuka fehlten. Ich dachte zwar nicht, das es Rei interessiert hätte, doch um ehrlich zu sein, war es mir ganz recht das auch sie fehlte. Ich wollte keinem von ihnen gegenüber treten. Ich wollte nicht, dass sie es erfuhren. Doch vor allem hatte ich keine Ahnung wie ich Hikari heute Abend unter die Augen treten sollte.

"Touji?"
"Hmm?"
"Wach auf, Touji."
"Oh, hey Kensuke."
"Ist der Unterricht so langweilig?" fragte er, während er seine Kamera aufhob und schliesslich begann ein paar der Mädchen auf der anderen Seite des Klassenzimmers zu filmen.
"Ha.. ja, sowas in der Art.." Es schien, als ob die Mädchen gerade Hotaru über Shinjis Verbleiben ausfragten. Ich sah das Hikari auch dabei war und Schadenbegrenzung betrieb.
"Also was wollte der Direktor von dir?" Die Mädchen schienen es wohl ernst zu meinen und wurden aggressiver. Hotaru versteckte sich mittlerweile regelrecht hinter Hikari, die ihrerseits versuchte die Meute zu bändigen.
"Oh..." ich war zu müde mir eine gute Lüge auszudenken, doch die Wahrheit konnte ich Kensuke auch nicht sagen. Er wäre ausgeflippt und bald wüsste es jeder und da wäre es dann. Und wenn es dann auch noch Shinji, Asuka und Hikari erfahren würden....
"Ist etwas mit deiner Schwester?" fragte Kensuke, und es klag, als ob er wirklich besorgt war. Das überraschte mich. Er hatte noch nie viel Mitgefühl für Andere gezeigt,- lag wohl an all dem Militär- und Mecha-kram mit dem er sich pausenlos beschäftigte. "Ich meine, du willst doch nicht etwa wieder Shinji deshalb zusammenschlagen, oder? Du weißt doch wie du dich danach gefühlt hast..."
"Ach Quatsch. Sie wird in ein besseres Krankenhaus verlegt und.. äh.. sie muss vielleicht irgendwie an ihren Beinen operiert werden... Ich weiss es nicht genau, und darum... werde ich sie heute abend besuchen."
"Ist es so schwer, zu sagen, dass du dir einfach nur Sorgen machst?" spottete Kensuke.
"Ach halt den Rand, du kleiner Freak." ich kreuzte die Arme über meiner Brust und sagte so männlich wie ich nur konnte: "Ich bin ein Kerl, Kensuke. Und Kerle zeigen nie ihre Gefühle. Das ist einfach nicht männlich!"
"Oh wirklich, Touji?" meinte Hikari als sie zu uns herüber kam, mit Hotaru im Schlepptau.
"Ähhh... Klassensprecherin... Ich meine..."
"Pantoffelheld..." murmelte Kensuke.
"HALT DIE FRESSE!" schrie ich. "Und wenn ich mich recht erinnere," sagte ich und rollte meine Ärmel auf. "Dann hast du ein paar Fotos, die ich haben will!"
"Touji Suzuhara! Du setzt dich jetzt sofort wieder hin!"
Seuftz "Ja, Klassensprecherin...."
"Gut so. Und du weißt ja, dass du diese Woche zusammen mit Ayanami Aufräumdienst hast."
Oh, Mist, und ich wollte Mari besuchen gehen...
"Hey Hotaru, wie kommt es das du heute so gesellig bist?" meinte Kensuke.
"Um na ja..." Mann, sie wurde auch wegen jeder Kleinigkeit rot, oder?
"Die anderen Mädchen wollten sie einfach nicht in Ruhe lassen, und darum ist sie jetzt bei mir." erklärte Hikari. "Die sollten mal lernen die Privatsphäre anderer Leute zu achten..." Dann liess sie sich auf meinen Tisch fallen und begann meinen Kopf zu streicheln.
"Hmmm... Also, dann ist jetzt wohl Freiarbeitszeit, oder ?"
"Ja," begann Kensuke und filmte einmal mehr die Mädchen in der Ecke vom Klassenzimmer, "Aber sag mal Touji, wie willst du dann Mari besuchen? Ich meine, wenn du nach dem Unterricht noch aufräumen musst und du hast auch noch nichts zu Mittag gegessen."
"DU hast noch nichts zu Mittag gegessen!?" fragte Hikari überrascht.
"Nööö.."
"Du siehst auch garnicht gut aus, Touji... Du hast doch nicht Fieber, oder?" Mann, war die besorgt. Sie legte ihre Hand auf meine Stirn und dann auf ihre eigene.
"Mari wird in ein anderes Krankenhaus verlegt...."
"Oh Touji, das wusste ich nicht! Möchtest du das ich jemand anderen bestimme, der diese Woche deinen Aufräumdienst übernimmt?"
"NEIN! Ich meine, nein danke. Das wäre nicht fair. Ich komme schon klar." Wie sollte ich ihr erklären, dass ich diese Zeit, wo ich für mich allein war, brauchte? Ausserdem gab es mir die Gelegenheit, zu überlegen, wie ich Mari am Besten beibringen konnte, dass man sich von nun an besser um sie kümmern würde.
"Ich könnte dir doch Touji!" schlug Hikari vor.
Mach' es mir doch nicht so schwer, verdammt! Denken Touji, denken...
"Mach' dir 'mal keine Sorgen Klassensprecherin.. Und überhaupt, wer sollte denn dann das Abendessen bei euch zu Hause kochen?"
"Ach das stimmt ja. Wenn ich es nicht mache, dann macht es keiner..."
"Du bist heute Abend bei Hikari zum Abendessen? Menschenskinder du gehst aber ran!"
Diese Bemerkung brachte Kensuke einen ansatzlosen Schlag von Hikari und mir ein.
"Und abgesehen davon," fügte ich hinzu und rieb den Teil meiner Faust die eben noch mit Kensukes Schädel Kontakt gehabt hatte "Du glaubst doch wohl nicht das Hotaru auf ihrem Weg nach Hause unbehelligt bleiben wird, oder?"
"Nein, wahrscheinlich nicht..."
"W-was meinst du damit?" fragte Hotaru und dieses Mal schien sie sich tatsächlich zu fürchten...
"Na ja, wenn die wirklich neugierig sind, und das sind sie, dann werden die dich wohl bis zu deiner Wohnung verfolgen und versuchen, es aus dir raus zu quetschen."
"Ich.. Ich verstehe..."
"Und wenn Perverslinge wie Kensuke hier-"
"HEY!"
"- dich bis nach Hause verfolgen, dann könnte es sogar noch schlimmer kommen."
"Oh mein Gott..." seufzte sie.
"Keine Angst, ich werde mit dir nach Hause gehen!" sagte Hikari fröhlich.
"D-Danke schön.."
"Kein Problem." meinte sie lächelnd und drehte sich dann zu mir. "Bei all den Schularbeiten und was ich sonst noch zu tun habe, wird das Essen sicher nicht vor halb Acht fertig sein. Kannst du das schaffen ?"
"Klar doch, Klassensprecherin. Ich mein', hey, ich bin heute echt früh aufgestanden, damit ich nur nicht zu spät dran bin..."
Sie kicherte. Es war ein angenehmer Anblick und ich hätte den Teufel getan, etwas zu sagen, das sie beunruhigt hätte. Ich wollte, das sie glücklich war. Ich wollte nicht das sie traurig war. So wie in diesem Moment wollte ich sie immer lachen sehen.
Und da kam mir dieser Gedanke...
Ist das Liebe ?
Ich wusste es nicht.
Doch sie so lächeln zu sehen... Das machte einen Kerl wie mich doch manchmal nachdenklich...

Als die Schulglocke läutete rannten alle raus und ich blieb zurück um aufzuräumen. Hikari begleitete Hotaru nach Hause und Kensuke wollte mit Aufräumdienst nix zu tun haben und so war ich allein. Ich seufzte zufrieden. Jetzt hatte ich endlich Zeit darüber nachzudenken, was ich Mari sagen würde und mir eine Entschuldigung auszudenken, die ich den anderen auftischen könnte. Aber alles der Reihe nach...
Ich holte eine Bento-Box heraus, die Hikari für mich gemacht hatte. Ich hatte nicht zu Mittag gegessen und trotz allem was vorgefallen war, war ich ziemlich hungrig. Also runter mit dem Deckel und die Eßstäbchen gewetzt. Ein kleiner Zettel fiel aus dem Deckel... Ich hob ihn auf und las:
"Touji-Chan:"
"Danke das du Samstag Nacht so aufrichtig zu mir warst."
Oh Mann.
Das machte die Dinge nicht gerade einfacher...

"Touji-niichan!!"
"Heh, Mari! Wie geht es dir?"
"Gut geht's mir!" rief sie mit ihrer hellen Kinderstimme als sie mit ihrem Rollstuhl in meine Richtung rollte.
"Sie ist so ein liebes nettes kleines Mädchen." sagte die Oberschwester, eine Dame von Ende Zwanzig mit braunen Haaren (die auch nicht schlecht aussah, wie ich hinzufügen möchte.) "Ich lasse euch zwei dann alleine."
Ich nahm Mari auf den Arm, wobei ich mir grosse Mühe gab, die Verbände an ihrem Bauch und ihren Beinen nicht durcheinander zu bringen. Es machte ihr Spass und sie kicherte. So wie Hikari trug sie ihr schwarzes Haar in zwei kleinen Zöpfen und hatte ein ebenso hübsches Gesicht. Mari sah so sehr wie Mutter aus, das es mir beinahe schon Angst machte. Wenn sie einmal erwachsen wäre, dann wäre sie sicher der Schwarm aller Männer.
"Höher! Höher! Ich will fliegen!" rief sie. Ich hob sie höher und sie streckte ihre Arme aus, so als würde sie fliegen. Wie jedesmal, wenn ich sie so in die Höhe hob, fiel mir auch diesmal auf, das ihre Beine immer noch schlaff herunter hingen. Ich hasste diesen Anblick. Die Engel hatten ihr das angetan... Diese Bastarde...
"Nii-chan? Geht es dir gut?"
"Hä?" Ich setzte sie zurück in ihren Rollstuhl und zupfte ihr Nachthemd zurecht. "Klar geht es mir gut. Und um ehrlich zu sein, hab' ich sogar tolle Neuigkeiten für dich."
"Wirklich!? Ich habe auch gute Neuigkeiten!!" sagte sie und lachte. "Kuck mal was ich schon kann!!" Sie sah hinunter zu ihren Beinen und dann, mit einem Mal begann sich ihr linkes Bein zu bewegen. Sie hob es, bis es ganz gerade war, bevor sie es dann wieder hinunter fallen liess. Und dann machte sie das Gleiche auch noch mit dem anderen Bein. Ich war wie versteinert gewesen. Das war unglaublich! Als man sie hier her gebracht hatte, hatten die Ärzte gesagt, dass es kaum Hoffnung gäbe, dass sie jemals wieder laufen könnte. Doch jetzt konnte sie ihre Beine schon wieder bewegen! Und wenn sie erst einmal in einem von NERVs Krankenhäusern wäre...
"Mari-chan, das ist grossartig!"
"Mmm-Hmmm! Und welche tollen Neuigkeiten hat Nii-chan!?"
"Na ja... Du wirst in ein besseres Krankenhaus verlegt. Da wird man sich noch besser um dich kümmern, und alles wird einfach viel.. besser sein.- Wirklich."
"Wow! Juhuuuuu!" Sie warf ihre Hände in Höhe und kreischte vor Glück.
Und da habe ich erst gemerkt das ich weinte.
"Nii-chan...?"
"Mari..." Oh Mann. Da heulte ich wie ein Schlosshund vor meiner kleinen Schwester. Gott, was fühlte ich mich erbärmlich...
"Was ist denn?"
Ich stand auf und wischte mir die Tränen aus den Augen. Dann schloss ich die Tür und legte sie auf ihr Bett. Ich zog einen Stuhl heran und setzte mich neben sie.
"Touji-Nii-chan?"
"Mari... Du kennst doch diese grossen Roboter?"
"Ja! So welche wie Shinji-nii-chan einen steuert!!"
"Du hast ihn doch erst einmal getroffen, Mari. Meinst du, du solltest ihn wirklich Shinji-nii-chan nennen ?"
"Ich mag Shinji-nii-chan! Er ist nett."
Es hatte keinen Sinn mit ihr zu streiten. Sie gewinnt immer, jedes Mal. Und so wischte ich nochmal über meine Augen und begann von Neuem. "Na ja, ich werde einen dieser grossen Roboter steuern..."
Sie sagte keinen Ton mehr. Sie wusste, dass Shinji es gewesen war, der sie verletzt hatte, aber sie hatte auch verstanden, dass wir alle ohne Shinji jetzt tot wären. Doch was Mari in diesem Moment bedrückte, war wohl etwas, das sie aus unseren Gesprächen und aus dem Treffen mit Shinji gelernt hatte; nämlich das die EVAs denen, die sie steuerten, nichts ausser Schmerz und Leid brachten.
"W-warum?" fragte sie.
"Damit man sich besser um dich kümmert.."
"DAS IST MIR EGAL!!! ICH WILL MEINEN NII-CHAN NICHT VERLIEREN!!! ICH WILL MEINEN GROSSEN BRUDER NICHT VERLIEREN!!!"
"Mari..."
Sie packte mein Hemd und begrub ihr Gesicht darin.
"Ich will dich nicht verlieren, so wie Mami..." flüsterte sie.
"Mari-chan..."
Fünf Jahre war es her...
Nein, ich wollte mich nicht daran erinnern. Nicht jetzt.
"Tu's nicht mir zu Liebe..." flehte sie. Jetzt klang sie sogar schon wie Mutter. "Bitte, tu's nicht. Was ist wenn du.." doch sie brachte den Satz nicht zu Ende. Sie begann einfach wieder zu weinen. Ich legte meine Arme um sie und begann von Neuem...
"Mari, erinnerst du dich wie traurig Shinji ausgesehen hat?"
"Mmm-Hmm..."
"Ich will nicht, dass andere genau so aussehen. "
"Nii-chan?"
"Ausserdem, naja, da ist dieses... Mädchen... "
Mit einem Schlag erhellte sich ihr Gesicht.
"Nii-chan hat 'ne Freundin!!"
"Äh... phh... ja..."
"Nii-chan hat 'ne Freundin! Nii-chan hat 'ne Freundin!"
Nachdem sie noch ein wenig mehr gekreischt hatte, beruhigte sie sich dann zu guter Letzt wieder.
"Aber ich will nicht, dass du verletzt wirst." sagte sie und dann die Art wie sie es gesagt hatte; nüchtern, ausdruckslos, ja fast schon monoton. Mutter hatte manchmal genau so gesprochen.
"Das wird nicht passieren Mari. Ich verspreche es."
"Wirklich?"
"Wirklich."

"Touji, was ist los!?"
"Was meinst du Hikari ?" Scheinbar hatte sie schon eine ganze Weile an der Türe auf mich gewartet.
"Deine Augen sind ganz rot... Hast du etwa geweint?"
"Ach Quatsch, natürlich nicht! Irgend so'n Auto hat mit beim Vorbeifahren Staub ins Auge gewirbelt!" Verdammt! So sauer hatte ich nicht klingen wollen.
"Ent-Entschuldigung, Touji..."
"Oh nein... das ist schon Okay... Ich bin doch nicht sauer auf dich,- nur auf dieses dämliche Auto." Oh Mann, da ging ich noch nicht mal eine Woche mit ihr und lüge sie schon an.
"Ich möchte einfach nur einen guten Eindruck auf deine Familie machen, das ist Alles." fügte ich hinzu und das war ja auch die Wahrheit. Immerhin, wenn ich heute Abend schon im Mittelpunkt stände, dann wollte ich ja auch gut aussehen.
"Oh. Ja dann..." Wir standen eine ganze Weile nur so rum und keiner von uns fühlte sich so richtig wohl. Ich denke ich sollte mir hinter die Ohren schreiben, nie mehr meine Stimme gegen sie zu erheben. Niemals.
"Es tut mir leid, wenn ich etwas laut geworden bin, Klassensprecherin."
"Ach das ist schon gut. Warum kommst du nicht einfach rein?"
"Ist gut."

Der Rest des Abends verlief ganz nett, trotz all den Fussangeln, die auf mich warteten. Ihr Vater schien ein netter Kerl zu sein und er stellte auch nicht all zu viele Fragen. Und die wenigen gut versteckten vagen Drohungen und so,- dass war wohl etwas, das alle Väter von Töchtern taten. Und selbst dabei kam es mir vor als ob er es nicht ernst meinte.
Eigentlich war es nämlich Kodama, die mich nach allen Regeln der Kunst verhörte. Doch als sie dann endlich damit fertig war, Hikari und mich so richtig in Verlegenheit zu bringen, da war sie den Rest des Abends über recht freundlich zu mir.
Nozomi, Hikaris kleine Schwester, war die ganze Zeit über sehr still. Was mich verwunderte, war, dass scheinbar viel mehr Ähnlichkeit mir Hikari hatte als mit Kodama. Merkwürdig.
Hikari servierte das Abendessen und half mir dann schliesslich die verbalen Attacken von Kodama und ihrem Vater abzuwehren. Ich glaube da wurde mir klar, dass Hikari und ihre Schwestern versuchten die Lücke in der Familie auszufüllen, die der Tod der Mutter hinterlassen hatte. Kodama erwähnte, dass sie sich um die Finanzen kümmerte, Hikari kümmerte sich um das Kochen und das Wohlergehen der Familie und Nozomi hielt alles blitzblank sauber. Es war irgendwie merkwürdig. Wohl besonders weil es in meiner Familie so etwas nicht gab.
Na ja, abgesehen von Kodamas gnadenlosem Kreuzverhör und den ständigen prüfenden Blicken ihres Vaters, habe ich mich wirklich amüsiert. Nach dem Essen redeten wir,- zuerst über ganz belanglose Dinge und dann über unsere Familien. Ich fand heraus, das Hikaris Mutter noch ein Jahr früher als meine Mutter gestorben war. Wir sprachen auch ein wenig über meine Schwester und über Tokyo-3. Als ihr Vater dabei das Wort 'Umzug' erwähnte, war Hikari nicht gerade begeistert. Ich war es auch nicht.
Doch dann gingen uns irgendwie die Themen aus, und ich musste nun auch wirklich langsam nach Hause gehen. Vater würde bald von der Arbeit kommen und ich musste mit ihm ja noch über das reden was... na ja, was passiert war.
Also verabschiedete ich mich und Hikari begleitete mich noch ein Stück.
"Geht es dir gut?" fragte Hikari, als wir auf die Strasse traten.
"Ja... ich mache mir nur Sorgen um Mari..." Und das tat ich wirklich, nur dass andere Dinge mir noch mehr Sorgen machten. Ich hoffte das sie nicht nachbohren würde, denn ich hasste es, sie schon wieder zu belügen.
"Sie wird schon wieder werden, Touji." sagte sie als sie zärtlich mein Hand nahm. "Immerhin hat sie doch jemanden wie dich, der sich um sie kümmert."
"Klassensprecherin..."
Hikari stellte sich auf ihre Fußspitzen und küsste mich sanft auf die Lippen.
"Ich habe deine fürsorgliche Seite schon immer geliebt, Touji-chan..." flüsterte sie in mein Ohr.
"H-Hikari..."
"Gute Nacht." Sie liess mich los, machte einen Schritt zurück und ging dann zurück zur Haustüre.
"Ummm... Klassensprecherin?"
"Hmm?"
"Danke für das Abendessen." Ich versuchte ihr mein schönstes Lächeln zu schenken, und das war gar nicht so einfach, so nervös wie ich war. Eigenartig. Da hatten wir ein paar Nächte zuvor... - und trotzdem, hatte ich immer noch, sobald ich in ihrer Nähe war, eine Gänsehaut.
"Du musst mir nicht danken, Touji. Wir sehen uns dann morgen." Mit den Worten und einem Lächeln auf den Lippen hüpfte sie glücklich ins Haus zurück. Und als ich sie so ansah, dieses wunderhübsche Lächeln auf ihrem Gesicht...
da fragte ich mich wieder.
War das Liebe?

Ich ging in unser Haus und legte meine Schlüssel bei Seite. Es war schon beinahe Zehn und der Ereignisreiche Tage hatte mich geschafft. Ich ging in de Küche um mir ein Gla Wasser zu holen. Das Gespräch mit Vater würde wohl bis morgen warten müssen.
"Touji" sagte er und vor Schreck liess ich mein Glas in die Spüle fallen. Glücklicherweise hatten wir nur Plastikbecher, also ist nichts zerbrochen.
"Heh. Hab' ich dich etwa erschreckt?"
"Das kannst du laut sagen." Ich reichte in die Spüle und nahm mein Glas wieder in die Hand. "Ich dachte du wärst schon-"
"Ich weiss, was heute passiert ist."
"Va-Vater?" Verdammt! Sie mussten ihn angerufen haben! Dabei hatte ich ihnen doch ausdrücklich gesagt, dass ich es ihm erklären wollte!
"Weißt du, wir haben da so eine Wette auf der Arbeit." begann er und setzte sich an seinen Platz am Tisch. "Ein Kollege von mir arbeitet in Sektion 2 und wir wetten mit ihm dann, wie lange es dauert die EVAs zu reparieren, wie lange ein Kampf dauert, was Katsuragis Konfektionsgrösse ist... na ja, du weißt schon, all so'n Quatsch.."
"Vater?"
"Na ja und als es heute schliesslich darum ging, wer der nächste EVA-Pilot ist, da kannst du dir wohl vorstellen, wie überrascht ich war, als wir erfuhren, das es mein Sohn ist." Er lächelte. Dieser hagere, vierzig Jahre alte Mann, der kaum zu Hause war,- der seit Mutters Tod kaum etwas anderes getan hat als sich regelrecht zu Tode zu arbeiten,- er lächelte.
"Und wir haben auch herausgefunden, warum du es tust und unter welcher Bedingung.
Ich schaute auf den Boden. Ich wusste nicht warum, aber ich schämte mich...
"Du hast deine Schwester sehr gern und sorgst dich sehr um sie, Touji und das macht mich froh." Er lachte von Neuem.
"Vater?"
"Aber du musst es nicht tun, wenn du es nicht tun willst."
"Warum sagst du das jetzt ?"
"Weil du mein Sohn bist."
Was meinte er? Ich wusste, dass er mich liebte, aber trotzdem verstand ich nicht so recht, was er mir zu sagen versuchte...
"Ich weiss wieviel Schmerz diese Dinger bringen, Sohn. Meine Kollegen und ich, wir führen Buch über jeden Piloten und wir wissen was da vor sich geht."
"..."
"Ich will dich nicht auch noch verlieren, so wie deine Mutter. Ich will nicht das du verletzt wirst, so wie deine Schwester. Ich will nur, dass du aufwächst und glücklich bist.
"..."
"Kinder sollten keine Soldaten sein, Touji."
"... und was ist dann mit Mari?"
"Sie wird es durchstehen. Sie ist doch eine Suzuhara, oder ?" Er lächelte wieder.
Ich dachte über seine Worte nach. Dad wäre mir nicht böse wenn ich 'nen Rückzieher machen würde. Und ich hatte heute mit eigenen Augen gesehen, wie gut es Mari schon wieder ging. Sie wäre in Null-Komma-Nix da raus. Ich könnte es einfach sausen lassen...
Und jemand anderen das Leid ertragen lassen.
"Ich... Ich kann aufgeben... Ich kann nicht davor weglaufen, Vater...
"Touji?"
"Wenn ich es nicht tue, dann muss es ein anderes Kind tun!" Ich zerquetschte den Plastikbecher in meiner Hand. "Und genau darum darf ich keine Angst haben. Ich... muss es tun. Denn dieses andere Kind könnte einer meiner Freunde sein." Oder..
"Ich verstehe." Vater stand auf um aus der Küche hinaus zu gehen, doch dann drehte er sich noch einmal zu mir um. Er lächelte immer noch.
"Ich bin sehr stolz auf dich, Touji."
Und dann ging er zu Bett.

DIENSTAG (WIEDERMAL)
Ach, was brachte es, wenn ich den Rest meines Lebens nur noch jammerte ? Und wenn ich so darüber nachdachte, dann war es vielleicht gar nicht so eine üble Sache einen EVA zu steuern. Ich meine, Vater war stolz auf mich; Mari würde die beste Pflege bekommen, die es gibt; Ich würde vom Unterricht befreit sein...
Und Hikari konnte sich ununterbrochen Sorgen um mich machen; Ich hatte die Gelegenheit beim Angriff eines Engels drauf zu gehen; und Schmerz und Leid würden meine besten Freunde werden.
Na ja zumindest könnte ich Asuka tierisch auf den Wecker gehen.
Seufz.
Ich geh dann wohl besser los und hol' Hikari ab.

"Mach dir keine Sorgen um mich, Klassensprecherin!"
"Na hör mal, Touji! Seit du gehört hast, das Mari verlegt wird machst du ein langes Gesicht. Dabei hast du gestern abend doch selbst gesagt das es nur zu ihrem Besten ist oder ?"
"Na ja..."
"Also, was bedrückt dich dann?" Auf ihrem Gesicht... Ich kann es nicht beschreiben. Sie scheint so beunruhigt und in Sorge... Es... es tut mir im Herzen weh. Alles was ich tun muss, ist es ihr zu sagen. Alles was ich tun muss, ist es ihr einfach nur...
"Nichts! Es ist nichts. Mach dir keinen Kopf darum!"
"Aber..."
Ich versuche sie zum Schweigen zu bringen in dem ich sie bei der Hand nehme. "Komm jetzt, nachher kommen wir noch zu spät!" Und dann renne ich los in Richtung Schule, ihre Hand immer noch fest in meiner.
"Suzuhara! Seit wann intessiert es dich, ob du zu spät kommst oder nicht?" sagt sie und ein kleines Lächeln huscht über ihr Gesicht..
"Seit die Klassensprecherin meine Freundin ist!"
Sie kichert.- Ich lache.- Und ich bin umschiffe erfolgreich die Klippe, es ihr zu sagen.
Gott, ich fühl' mich wie Shinji.

Im Klassenzimmer ist es langweilig,- wie üblich. Wiedermal kreisen die Geier über Hotaru und versuchen 'was über Rei, Shinji und Asuka aus ihr 'raus zu bekommen. Mir fällt auf, dass Kensuke auch dabei ist. So ein Idiot. Hikari betreibt die übliche Schadenbegrenzung und sie ist gerade zusammen mit Hotaru auf dem Weg zu mir, als Asuka herein kommt.
Mit einem Schlag wird es still. Sie geht langsam zu ihrem Tisch und lässt sich in ihren Stuhl fallen. Normalerweise würde ich einen Scheissdreck darum geben, was tut oder nicht tut, aber heute war das anders.
Sie sah aus als ob jemand das letzte Fünkchen Leben aus ihr gesaugt hatte.
Nach einer Weile erliegt einer der Jungs dann schliesslich einem Anfall von Neugier oder seinem Drang zur Selbstverstümmelung und er geht zu ihr, um mit ihr zu reden. Er stellt ihr ein paar Fragen, bekommt aber keine Antwort oder irgendeine Reaktion von ihr. Dann legt er seine Hand auf ihre Schulter, vielleicht wollte er ja testen, ob sie überhaupt noch lebt....
"NIMM DEINE DRECKSFINGER VON MIR!"
Es scheint mir, als ob die ganze Klasse in dem Moment ein paar Schritte zurück weicht.
"WIE KOMME ICH DENN DAZU DEINE DÄMLICHEN FRAGEN ZU BEANTWORTEN!! MEIN LEBEN IST MEINE SACHE,- UND JEDER DER WAS DARÜBER WISSEN WILL KANN VON MIR AUS ZUM TEUFEL GEHEN!!"
Das gesagt, lässt sie einfach wieder in ihren Stuhl fallen. Hikari geht hinüber zu ihr und zieht ihre üblich Klassensprecher-Masche ab. Asuka lässt es kommentarlo über sich ergehen.
Ich glaube Hikari wird heute den ganzen Tag an ihrer Seite kleben.

"Versteh mich nicht falsch, Klassensprecherin, aber ich denke, es ist nicht gerade günstig, wenn ich mich in Asukas Nähe aufhalte."
"Ich weiss schon, aber.."
"Sie ist doch deine Freundin, oder ? Und ausserdem sehen wir uns doch sowieso heute Abend , stimmt's?"
"Na ja, das stimmt schon..."
"Na also, dann mach' dir mal keine Sorgen. Und später kucken wir zwei uns dann zusammen den Film an, den du sehen wolltest."
"Wirklich?"
"Ja, ich lade dich ein." - Auch wenn es so'n Weiberfilm war. Es war ein kleines Opfer wenn ich so an die Lügen dachte, die ich ihr in den letzten Tagen aufgetischt hatte.
"Toll!" Sie springt auf und gibt mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Dann rennt sie zurück zu Asuka.

Als ich dann am Ende des Tages so den Klassenraum sauber mache, wird mir bewusst, wie schnell der Tag vorüber gegangen war. Ob es wohl daran liegt, das ich so niedergeschlagen bin? Ich muss Shinji wohl mal fragen wie er damit fertig wird.
Und ich muss vor Allem damit aufhören mich staändig mit ihm zu vergleichen. Klar, er ist ein netter Kerl, aber ich bin nicht er. Und er war nicht ich...

Ich grinse zuerst nur, doch dann breche ich in schallendes Gelächter aus. Ich habe keine Ahnung was so lustig war. Vielleicht liegt es nur daran, dass ich mir kaum Shinji in einem Sportanzug vorstellen kann,- und erst recht nicht bei dem Versuch jemanden in den Boden zu rammen, der...
Der beinahe seine Schwester umgebracht hätte.
Mann eh.
Ich setze mich auf einen der Tische. Ich weiss, ich hätte ihn nicht schlagen sollen, doch ich war damals so wütend gewesen! Ich schaue hinunter auf meine Hand, mit der ich ihn geschlagen hatte.
Ich erinnere mich genau daran.

Ich sehe ihn, wie er zu Boden fällt... Ein Tropfen Blut kommt aus seiner Nase.
Ich erinnere mich wie ich weg gehe,- sicher, dass ich gerade die großartigste Tat auf der ganzen Welt vollbracht hatte.
Und dann erinnere ich mich, wie er Kensukes und meinen Arsch gerettet hat, auch wenn man ihm danach die Hölle heiss machen würde. Obwohl ich ihn verprügelt hatte.
Mann.
Seufz.
Ich mache noch schnell meinen Aufräumdienst fertig und kurze Zeit später bin ich dann auch schon auf dem Weg zum NERV Hauptquartier. Und immer wieder höre ich da Geräusch meiner Faust, wie sie Shinji trifft.

"Touji?"
"Ja, Misato?"
"Äh, eigentlich solltest du mich hier Siezen und mit Captain Katsuragi anreden, na aber weil du eigentlich ganz niedlich bist, will da mal nicht so sein."
Hehe. Sowas tut doch mal gut. Natürlich war es kein Vergleich zu dem Windzug, der ein paar Sekunden später Misatos Minirock noch ein wenig höher rutschen liess. Dank sei luftdichten, automatischen Türen und Rolltreppen.
"Ohh.. Ich hasse diese Dinger!"
Ich versuche mein Lachen zu unterdrücken, aber irgendwie klappt das nicht.
"Und du Suzuhara, stehst dir am Besten, wenn du nichts gesehen hast!"
"Äh, Jawohl, Ma'am." sagte ich und salutierte. Wir lachten einige Augenblicke lang, und setzten unsere Fahrt schliesslich wortlos fort.
Nach ein paar Minuten brach Misato die Stille...
"Touji..."
"Ja, Misato?"
Sie dreht sich zu mir herum und ich merke, wie mein Blick sofort zu ihrer Brust geht. - Alte Gewohnheit wohl... - Auf jeden Fall bekomme ich meine Augen wieder unter Kontrolle, noch bevor sie etwas merkt. Ein Reflex, den ich wohl ziemlich gut trainiert hatte, seit ich mit Hikari zusammen war.
"Warum hast du dich entschieden, das hier zu tun?"
Mitleid sprach aus ihren Augen als sie mich ansah.
"Du machst dir Sorgen, wie Shinji es aufnehmen wird, oder ?" antworte ich und sie lächelt.
"Du bist ja garnicht so ein Dorftrottel, wie Asuka immer behauptet."
"Asuka kann mich mal kreuzweise."
"Nanana, Touji."
Seufz. "Tut mir leid. Aber um auf die Frage zurück zu kommen... Ich bin mir da selbst nicht sicher."
"Hmm?"
Ich schaue zum den Rand der Rolltreppe und das Fenster nebendran lässt mich einen Blick auf den Himmel über der Geofront werfen.
"Ich denke ich mache es, weil die Leute um mich herum beschützen will."
Sie lächelt von Neuem.
"Weiss... Shinji Bescheid?" frage ich.
"Ich... habe es ihm noch nicht gesagt." Ihr Blick geht hinaus durch das gleiche Fenster, durch das auch ich schaue.
"Ich.. kann mich auch nicht dazu bringen es ihm zu sagen. Ich hatte gehofft du könntest es, Misato."
"Ich will ihn nicht noch mehr verletzen, als er es ohnehin schon ist, Touji. Ich habe Angst, das ihm mehr Schaden als Nützen wird, wenn er es erfährt."
Ich seufze.
Unsere Unterhaltung verstummt wieder eine Weile lang.
"Misato?"
"Hmm?"
"Warum ist Ikari eigentlich immer so ein Weichei?"
Sie kichert und mit einem Mal ist da so ein bösartiges, hinterhältiges Grinsen auf ihrem Gesicht...
"Hey, als du gesagt hast, du wolltest andere beschützen, gab's da jemand bestimmten, an den du da gedacht hast, Touji-KUN?"
Oh Mann. Ging das wieder los...
"Misato, ich habe kei-"

"Oh, komm schon Touji! Ich weiss, das du bei eurem Campingausflug mit Hikari in ein und dem selben Zelt geschlafen hast!"
"Woher-"
"Asuka hat es mir erzählt."
Oh Mann...

Bei NERV ging es zu wie in der Schule: Entweder war es stinklangweilig oder du mußtest dich irgendeinem qualvollen Test unterziehen.
Abgesehen von den Untersuchungen, Bluttests, Haartests, Urinproben und unendlichen Stunden des Wartens, wonach dann noch mehr Tests folgten, gab es eine gute Nachricht die mich den ganzen Nachmittag ertragen liess: Dr. Akagi hatte mir gesagt, das bei Mari schon in der nächsten Woche so eine Art mikrochirurgische Operation anstand. Anscheinend kam es NERV ganz Gelegen, einem zivilen Opfer helfen zu können.- Musste wohl en Schachzug der PR-Abteilung sein. Wie auch immer, in einem Monat, wenn all die Operation hinter ihr lägen, wäre Mari wieder auf den Beinen,- und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich war so glücklich darüber, das ich den Rest der Tests mit einem Lächeln auf dem Gesicht über mich ergehen liess.

Ich lächelte immer noch, als ich mich mit Hikari vor dem Kino traf. Ich war sogar zu früh dran und so kaufte ich zwei Karten und zählte gerade das Wechselgeld. Es lag wohl daran, dass Shinji ein regelmässiges Gehalt für sich gefordert hatte und auch all die anderen Piloten bezahlt wurden,- na, jedenfalls hatte man sich dazu durchgerungen mir einen kleinen Bonus zu zahlen, dafür, das ich mich bereit erklärt hatte für den Haufen zu arbeiten. So war ich zu den 5,000 Yen gekommen, was mir nicht gerade ungelegen kam. Da würde für eine ganze Weile reichen und ich könnte Hikari auch noch etwas nettes schenken,- so als Entschuldigung dafür, dass ich ihr nicht erzählt hatte, was mich bedrückte. Als Hikari am Kino ankam, begrüsste sie mich mit einem Kuss auf die Lippen, was mittlerweile schon eine Art Standard-Begrüssung war, wenn wir allein waren. E war bemerkenswert, wie sehr sie sich in den letzten Tagen verändert hatte. Sie war so schüchtern gewesen,- und zugegeben, in manchen Momenten war sie es immer noch,- doch Alle in Allem war sie inzwischen sehr viel lockerer geworden. Und das galt besonders wenn es um... na ja, körperlichen Kontakt ging. Damit meine ich jetzt nicht sowas wie letzten Samstag bei dem Campingausflug.- Ein klein wenig Hautkontakt hin und wieder reichte uns schon - etwas Banales, wie die Hand des anderen halten oder so....
"Du schienst dich besser zu fühlen, Touji." sagte sie als wir ins Kino gingen.
"Ein wenig."
Wir setzten uns auf unsere Plätze und dann begann auch schon der Film. Wie auch immer, mussten wir beide wohl ziemlich schnell das Interesse an der Handlung verloren haben, denn da nächste was ich weiss, war, dass wir ziemlich hemmungslos irgendwo in den hinteren Sitzreihen des Kinos knutschten. Es war nicht schlecht, das sich Filme in Tokio-3 nicht gerade grösster Beliebtheit erfreuten.- Vielleicht weil keiner gerne in Gebäude ging, die ohne direkten Zugang zu einem Schutzbunker waren. Na ja, in dem Moment war ich jedenfall dankbar dafür, denn eh ich mich versah, waren wir in heftiges Petting vertieft. Um ehrlich zu sein, kämpfte ich gerade mit dem Verschluss ihres BH, als ein merkwürdige aber vertrautes Geräusch meine Aufmerksamkeit von Hikaris Unterwäsche ablenkte.
Ich schaute hinauf zur Leinwand um zu sehen was genau es gewesen war. Und da sah ich dann wie die Hauptfigur über dem geschundenen, leblosen Körper seines besten Freunde kauerte.
In dem Moment war mein ganzes Interesse mit Hikari rumzumachen mit einem Schlag verschwunden.
"Hikari..."
"Touji, was ist los mit dir!?" Ich glaube da waren Tränen in ihren Augen als sie ihre Bluse wieder zurecht machte.
"Ich glaube ich bringe dich besser nach Hause..."

Ich ging geradewegs auf mein Zimmer als ich nach Hause kam. Hikari hatte mich den ganzen Weg über gefragt, was los sei, doch ich habe keinen Ton gesagt. Als ich sich unsere Wege vor ihrem Haus trennten, habe ich ihr zum Abschied einen flüchtigen Kuss auf die lippen gegeben und ihr gesagt, dass sie morgen früh nicht auf mich warten soll. Und jetzt liege ich hier in meinem Bett und versuche zu schlafen.
Doch der Sandmann kommt nicht...

MITTWOCH
Ich komme zu spät zum Unterricht, doch ich bin zu müde, um mir darum Gedanken zu machen. Ich hatte die ganze letzte Nacht wach gelegen und nachgedacht. Über Hikari ? Na ja, ein wenig.- Über Mari? Auch ein wenig. Hauptsächlich aber über Shinji.
Gott sei Dank ignoriert der Lehrer mein Zuspätkommen. Hikari schaut mich an und ich schenke ihr ein flüchtiges Lächeln. Ich versuche auch noch sowas wie eine Entschuldigung darin unterzubringen, doch das klappt nicht.
Ich bemerke das Rei heute anwesend ist, Shinji jedoch fehlt immer noch. Wie üblich scheint Rei völlig unberührt von dem, was um sie herum vorgeht. Sieht aus, als wenn e auch wieder den ganzen Tag so bleibt. - Doch halt. Sie dreht sich um und schaut zu mir. Einige Sekunden lang starrt sie mich an. Sekunden, die mir wie Minuten vorkommen. Dann endlich dreht sie sich wieder zum Fenster und schaut hinaus.
Wie schafft es Shinji nur, bei diesem Blick von ihr keine Gänsehaut zu bekommen?
Einige Zeit später ist dann Mittagspause und für die nächste Stunde oder so geht wieder jeder seinen eigenen Weg.
Ich ging hinauf auf das Dach und versuchte dort meine Gedanken zu ordnen. Ich kann nicht verstehen warum ich so oft an Shinji denke! Es ist so merkwürdig.
Ich schaue auf meine Hand.- Die Hand, die ihn geschlagen hatte. Zweimal.
"Die EVAs bringen Schmerz und Leid. Darum kann ich sie nicht ausstehen, Mari."
Shinjis Unterhaltung mit meiner Schwester. Ich erinnere mich daran. Mari hatte mich gebeten Shinji mitzubringen, damit sie sich bei ihm bedanken konnte und ich hatte ihn regelrecht hingeschleppt.- Allein wäre er nie gegangen. Er gibt immer noch sich selbst die Schuld dafür, das Mari verletzt wurde.
"Komm schon Ikari! Sei nicht so ein Weichei!"
Doch jetzt und hier war das Weichei, oder?
"Warum hast du dich entschieden, es zu tun?"
Misatos Frage. Weil ich die, die ich liebe beschützen will, hatte ich geantwortet,- doch war das schon alles ? War da nicht noch etwas anderes?
Ich wollte nicht, dass es anderen Kindern genau so wie meiner Schwester ergehen würde.
Ich hätte nie mehr meinen Klassenkameraden unter die Augen treten können wenn es einen von ihnen getroffen hätte, nur weil ich gekniffen hatte...
Ich wusste, dass....
"Suzuhara-kun?"
"Ayanami?"
"Hai."
Der übliche emotionslose Ausdruck auf ihrem Gesicht,- er war verschwunden. Was ich sah, war vielmehr ein Ausdruck von Mitleid.
"Was machst du denn hier oben?" fragte ich und ich benutzte dabei wohl die gleiche nahezu ausdrucklose Stimme, die sie immer benutzte. Ach, ich war auch einfach zu müde mir um den Klang meiner Stimme Gedanken zu machen.
"..."
"Du weißt es, oder ?" frage ich, als ich mich zu ihr umdrehe.
Sie nickt. Ich habe es vorher nie bemerkt, doch Rei ist ziemlich... attrakiv. Ich denke ich verstehe was Shinji fühlt wenn er sie ansieht. Eine Art von rätselhafter Schönheit oder wie er es nennt.
"Weiss Shinji Bescheid?"
"Ich... habe es ihm nicht gesagt."
"Verstehe... wir sind schon ein riesiger Haufen Weicheier..."
"Ich verstehe nicht..."
"Misato kann es ihm nicht sagen. Du kannst es ihm nicht sagen. Ich kann es ja noch nicht 'mal Hikari erzählen, geschweige denn ihm..."
"..."
"Wie macht er sich denn so? Lamentiert er denn immer noch darüber was Sohryuu getan hat?"
"... Ich habe versucht ihn... anderweitig... zu beschäftigen..."
Sie dreht sich einen Moment lang um und wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich schwören, sie wäre rot geworden... Komisch...
"Doch ansonsten geht es ihm jetzt gut. Trotzdem denke ich, das Sohryuu die Sache wieder etwas komplizierter machen wird."
"Heh. Ich frage besser gar nicht erst. Shinji und seine Frauen."
"Du machst dir auch Sorgen um ihn Suzuhara-kun."
"... irgendwie schon. Ja...."
"Warum?"
"Na, weil er mein Freund ist. Er ist mein einziger echter Freund."
"Warum ist das so?"
"Na, weil ich ihm wichtiger bin als er selbst, und das obwohl-"
Das Geräusch einer Faust, die eine Wange trifft klingt in meinem Kopf.
"-ich ihn geschlagen habe."
"Bist du darum so bedrückt?"
"Ja."
"Denkst du, das du es nicht wert bist sein Freund zu sein, weil du ihn in der Vergangenheit geschlagen hast ?"
"Nein, aber.."
"Warum verhältst du dich dann so? Warum bist du deprimiert?"
"Weil... er so viel durchgemacht hat. Ich meine, mein Leben ist auch kein Zuckerlecken, aber ich kann mit Recht behaupten ich hatte es besser als er." Ich drehe mich wieder um und mein Blick wandert über die Stadt. "Ich weiss, er wird ausrasten, wenn er hört, das ich jetzt auch ein EVA-Pilot bin. Und dann muss ich mir sein Gejammer anhören, darüber wie viel Schmerz und Leid die EVAs bringen. - Ich meine, nicht dass er Unrecht hat. Ich weiss das die EVAs Schmerzen bringen, ich habe es ja an ihm gesehen. Aber trotzdem kann ich immer noch behaupten, dass mein Leben bisher glatter verlaufen ist als seins."
"Warum hast du dann zugestimmt, einen EVA zu steuern?"
"Ich weiss nicht. Das ist die grosse Frage, denke ich." Ich lege meine Arme auf das Geländer und versuche mich zu entspannen. Irgendwas an diesem Gespräch mit Ayanami lässt in mir ein Gefühl der .. Unbehaglichkeit aufkommen.. "Ich könnte dir einige Gründe nennen, aber ich bin mir nicht sicher ob sie es wert sind das alles durch zu machen..." Ich schaue hinunter in eines der Klassenzimmer und ich sehe ein paar Schüler, die um einen Tisch herum stehen und lachen...
"Ich bin mir nicht sicher, ob sie es wert sind, dass ich dafür mein Leben auf's Spiel setzte."
"..."
"Ayanami..." Ich drehte mich wieder zu ihr herum.
"Ja?"
"Was ist dein Grund?"
"Mein... Grund?"
"Ja, warum steuerst du EVA?"
Ich hatte eigentlich eine schnelle Antwort erwartet, sowas wie 'ich weiss nicht' oder so, doch da kam nichts von dem. Statt dessen schaut sie den Horizont entlang, so als sei sie tief in Gedanken versunken. Es dauert fast eine Minute bis sie endlich antwortet.
"Früher habe ich EVA gesteuert, weil es das Einzige war, das ich hatte. Ich dachte, ich wäre auf dieser Welt einzig und allein um EVA zu steuern und NERV zu schützen. "
Sie sah zu Boden und ein flüchtiges Lächeln ging über ihr Gesicht.
"Aber jetzt habe ich Shinji..."
"Also tust du es wegen Shinji?"
"Ja. Ich steuere EVA um ihn vor den Engeln zu schützen. Die Engel können die Menschheit zerstören, und wenn die Menschheit stirbt, dann stirbt auch Shinji."
"Aber... was wenn Shinji stirbt während er in seinem EVA sitzt."
"Er wird nicht sterben." sagte sie und mit einem Mal war da einen Ausdruck von Entschlossenheit auf ihrem Gesicht. "Denn ich werde das nicht zulassen."
"Also steuerst du EVA wegen ihm."
"Ja."
Ein Bild von Hikari schiesst mir in den Kopf. - Ihr hübsches, zufriedenes, fröhliches Lachen. - Wie ich schon sagte, ein Anblick, für den es sich zu Sterben lohnte. Waren das jetzt einfach nur Worte oder könnte ich wirklich mein Leben für Hikari riskieren?
Ich denke an Mari. An das Leben, das noch vor ihr liegt. Sie wird wieder laufen können. Und auch das Lächeln auf ihrem Gesicht wird nicht verschwinden.
Vater. Er war Stolz auf mich. Seit Mutters Tod hatten wir nie mehr richtig die Gelegenheit gehabt miteinander zu reden, doch diese Worte von ihm zu hören...
Und Shinji. Vielleicht würde es helfen an seiner Seite zu sein. Vielleicht würde es die Schmerzen lindern, die die EVAs brachten. Ein Freund, der ihn verstand und ihm helfen konnte.
EVA steuern. Bin ich überhaupt dazu in der Lage? Ich, jemand, der nichts gelernt hatte, ausser Leute zu verprügeln, die schwächer waren ? Leute wie...
Leute wie Shnji."
"Ayanami... Ich bin mir nicht sicher ob ich jemals einen guten Piloten abgeben werde. Ich bin nicht verrückt danach in den Kampf zu ziehen, so wie Sohryuu. Ich werde EVA sicher nicht mit solcher Hingabe steuern können wie du. Vielleicht bin ich auch noch nicht einmal halb so tapfer wie Shinji. Und um ehrlich zu sein, ich weiss ja noch nicht 'mal warum ich es tue!" Diesen letzten Teil habe ich fast heraus geschrien und ich... Ich stehe schon wieder kurz davor zu heulen.- Wie armseelig!
"Du hast ein gutes Herz und einen starken Willen. Du wirst dich tapfer schlagen." Mit diesen Worten dreht sie sich um und ist im Begriff zu gehen, doch ich stehe einfach nur da,- fasse das Geländer mit all meiner Kraft und versuche mich nicht von meinen Gefühlen überwältigen zu lassen. Doch eines musste ich noch tun...
"Ayanami?"
"Ja?"
"Vielen Dank."
Sie lächelt zaghaft und dann geht sie fort.
Ich hoffe Shinji wird sich für sie entscheiden.

Tokyo-3 kommt mir so... verlassen vor. Obwohl es ja im Moment sowas wie die Rush-Hour sein sollte, sind nur ein paar Leute in den Strassen. Ich frage mich warum?
Ach was solls, wenigstens passte sich die Stadt meinem Gefühlszustand an...
Nach den Gespräch mit Ayanami hätte ich vielleicht doch noch für die paar verbleibenden Unterrichtsstunden in der Schule bleiben sollen, an statt zu schwänzen. Doch ich konnte nicht anders. Nicht wo ich noch über so viel nachzudenken hatte, und noch so verdammt viel zu tun hatte...
Ich schaue auf die Uhr im Schaufenster eines Geschäftes. Sie zeigt Drei Uhr am Nachmittag. War ich wirklich schon so lange unterwegs? War ich wirklich mittlerweile schon drei Stunden lang, deprimiert und ziellos durch die Strassen geschlichen? Ich gehe in den nächstgelegenen Park und setze mich auf die erst-beste Bank. Mein Blick geht zum Himmel und alle was ich sehe sind Wolken, die vorüberziehen. Und genau so fühle ich mich in dem Moment.
Vorüberziehen.. Treiben lassen.. Treiben lassen in eine Richtung, von der ich nicht sicher bin, dass es die richtige ist...
Ich brauche Gewissheit. Gewissheit, dass ich mein Leben nicht... für Nichts und wieder Nichts wegwerfen würde.
Nein.
Das stimmt nicht.
Ich habe einen Grund.
Nur weiss ich nicht, ob dieser Grund der Richtige ist oder nicht.
"Du hast ein gutes Herz und einen starken Willen"
Habe ich das wirklich? Kann ich es dann also tun? Ich brauche die Gewissheit, verdammt nochmal! Ich muss sicher sein, dass ich das Richtige tue! Aber wie kann ich es herausfinden ? Ich kann Hikari doch nicht fragen, ob ich sie liebe. Mir ist schon klar, dass sie mich liebt, aber liebe ich auch sie ? Shinji konnte ich bestimmt nicht fragen. Das hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Das Gleiche galt für Kensuke. Rei hatte mir ihre Meinung vorhin gerade mitgeteilt und Mari und Vater hatten mir auch schon gesagt, wie sie darüber dachten. Wer blieb denn dann noch übrig?

Mir fällt da zwar jemand ein. Jemand, der vielleicht weiss, was ich zu tun habe....

Doch da muss erstmal die Hölle zufrieren, bevor ich mit Sohryuu rede.

Seufz.

Aber ich muss es herausfinden. Doch nur wie?

Es sollte nochmal acht Stunden dauern, bis ich zu einer Lösung gelangt war.

"T-Touji!?"
"Ummm.... Hi. Kann ich reinkommen? Es ist irgendwie ein bischen kühl."
"Klar! Aber was machst du überhaupt hier!?" Sie sieht glücklich aber auch irgendwie ein bisschen besorgt aus. Ich denke es wäre besser gewesen nicht den Unterricht am Nachmittag zu schwänzen. Mir fällt auf, dass sie bereits ihren Pyjama trägt, so einen Chinesischen der sich ziemlich eng an ihren Körper schmiegt... Ich glaub' ich bin irgendwie neidisch auf den Schlafanzug. Ich versuche den Gedanken zu unterdrücken, damit ich nicht rot anlaufe. Sie umarmt mich und gibt mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
"Sag mal, warum hast du geschwänzt und bist früher gegangen! Wo bist du denn gewesen?"
"Tut mir leid..."
"Das sollte es auch.. Es ist ja nicht allein, dass ich mir Sorgen um dich gemacht habe, nein, du hattest auch noch Aufräumdienst! Hotaru und ich mussten es am Ende machen, weil kein anderer es tun wollte!" Sie kreuzt die Arme vor ihrer Brust und schenkt mir einen ihrer gefürchteten Blicke.
"Es tut mir sehr leid. Ich wollte nicht, dass..."
Der Ausdruck auf ihrem Gesicht wird mit einem Mal viel sanfter als sie den Ausdruck von Bedauern in meinem Gesicht sieht. Dann nimmt sie meine Hand in ihre und streichelt sie sanft.
"Touji... was ist los?"
Mein Gott, dieser Blick. Es ist so... herzzerreißend. Ich frage mich , wie ich es schaffe trotzdem noch einen klaren Gedanken zu fassen.
"Können wir uns unterhalten? Unter vier Augen? Ich will nicht dass der Rest deiner Familie alles mithört."
"Das ist schon in Ordnung. Nozomi ist schon im Bett, Kodama ist auf einer Feier und Dad kommt nicht vor morgen früh von der Arbeit nach Hause. Wir können hier ruhig reden." Sie lächelt mich an und das hebt meine Stimmung ein wenig. Ich versuche den Mut aufzubringen, es ihr zu sagen, doch es gelingt mir einfach nicht..
"Schau mal hier..." sage ich und fasse in meine Hosentasche. "Das hier habe ich für dich gekauft, als ich am Einkaufszentrum vorbei kam. Als ich es sah, da habe ich... an dich denken müssen." Ich hole eine kleine Brosche hervor. Sie hat die Form eines kleinen Mädchens mit Zöpfen.
"Ohh Touji! Das ist ja soooo süss von dir!!" Sie nimmt die Brosche aus meiner Hand und setzt an sie an das Oberteil ihres Schlafanzuges zu stecken.
"Warte. Lass mich das machen." Ich zittere vor Nervosität und es dauert einen Augenblick bis die Brosche schliesslich perfekt an ihrem Pyjama steckt. Es war ein Wunder, dass ich sie bei der ganzen Fummelei mit der Anstecknadel nicht gestochen habe...
"Danke!" Sie hüpft fröhlich und zufrieden wie ein junges Kitz und dabei fällt mir auf, dass sie keinen BH trägt. Plötzlich küsst sie mich direkt auf den Mund und das dann auch noch mehr als Leidenschaftlich. Erst nach einigen Minuten trennen sich unsere Lippen wieder.
"Nochmals vielen Dank, Touji-chan." flüstert sie in mein Ohr. Dann nimmt sie schliesslich meine Hand und ging zusammen mit mir zurück ins Haus. Ein paar Momente vergehen, bi mir dämmert, dass sie mich in ihr Zimmer führt. Sie muss völlig vergessen haben, warum ich hergekommen bin! Ich muss es ihr sagen!
"Hikari..."
"Ja?"
"Ich bin hier, um mich zu entschuldigen..."
Sie dreht sich herum und sieht mich fragend an.
"Wofür entschuldigen?"
"Es tut mir leid, dass ich in letzter Zeit etwas daneben war. Es ist nur, dass ich..."
Oh Gott! Nicht wieder ! Touji reiss dich am Riemen! Als du mit Ayanami geredet hast, hast du dich auch zusammen gerissen und dann wirst du doch jetzt nicht...
Doch es ist schon zu spät. Die Tränen rollen schon meine Wangen runter.
"Ich kann's einfach nicht sagen krieg' einfach nicht raus..." flüstere ich.
"Was kannst du nicht sagen ?" fragt sie und ein merkwürdiger Ausdruck von Entsetzen huscht über ihr Gesicht. Doch aus Entsetzen wird sehr schnell schiere Panik als sie zu einer Einsicht kommt.
"Oh mein Gott. Du magst mich nicht, das ist es, oder? Und du hast es damals einfach nur so gesagt, weil du mir nicht weh tun wolltest. So war es doch, oder nicht?" sie beginnt zu weinen und wendet sich von mir ab. Ich fasse ihren Arm und ziehe sie näher zu mir.
"Inchou..." sage ich und schaue ihr direkt in ihre Augen. "Glaube mir, ich mag dich. Und ich liebe dich. Sogar sehr." und das war die reine Wahrheit. Niemand machte mich so glücklich wie sie,- selbst wenn ich am Boden zerstört war. Niemand hatte mir in den letzten Tagen soviel Verständnis entgegen gebracht wie sie. Und keiner, hatte solch ein Lächeln. Keiner,- nur sie.
"Touji?"
"Inchou. Glaub' mir, ich liebe dich wirklich sehr." Ich wische die Tränen aus meinen Augen und dann mache ich mich daran auch ihre Tränen zu trocknen. "Egal, was war, du hast mich in den letzten paar Tagen wirklich glücklich gemacht."
Sie nimmt mich fest in den Arm und beginnt von Neuem zu weinen.
"Oh Touji, liebst du mich wirklich?"
"Natürlich. Wie oft muss ich es denn sagen?"
"Einmal reicht..." Sie lässt mich los und küsst mich nochmals auf die Lippen, sanft und flüchtig. "Danke..." flüstert sie und legt ihren Kopf auf meine Brust.
Doch das lässt mein Problem leider nicht verschwinden...
"Also worüber willst du mit mir reden ?" fragt sie, ihren Kopf immer noch an meiner Brust gelehnt.
"Etwas,... das ziemlich schlimm ist... könnte passieren."
"Oh mein Gott! Ist es Mari? Geht es ihr gut?" fragt sie und sofort richtet sie sich in meinen Armen auf und schaut mir ins Gesicht.
"Ihr geht es gut. Und so gesehen wir sie davon sogar profitieren. Aber ich..."
Ich schiebe sie ein wenig von mir weg. So kann ich besser mit ihr reden und ausserdem macht mich ihre Nähe ein wenig nervös.
"Hikari. Ich.."
Ich sehe in ihre Augen um Mut zu schöpfen...
"Ich-"
Ich schaue auf ihr Lächeln auf der Suche nach Entschlossenheit...
"Ich-"
Ich versuche in ihrem Gesicht die Stärke zu finden, das zu sagen, was gesagt werden muss.
"I-"
Doch ich finde nichts von alledem. Statt dessen finde ich die einzige Person auf dieser ganzen Welt, für die ich durch die Hölle gehen würde. Die einzige Person, die ich niemals verletzten würde,- oder zulassen würde das jemand anders sie verletzt.
Und in diesem Moment finde ich die Antwort nach der ich so sehr gesucht hatte.
"Hikari, ich kann dir im Moment nicht das sagen, was ich dir sagen wollte. Ich bin hier zu dir gekommen, um eine Antwort für mein Problem zu finden, und die Antwort habe ich gefunden. Aber ich habe immer noch Angst. Ich mache mir immer noch Sorgen was mit mir passieren könnte, wegen dieser Sache. Doch wenigstens habe ich die eine Antwort, die ich brauchte." Ich lächele sie an, mit meinem allerbesten Lächeln. "Und dafür danke ich dir."
Sie nickt nur, scheinbar ein wenig verwirrt, aber sonst ganz glücklich.
"Ich geh dann mal besser. Ich sollte mich so spät nicht noch 'rumtreiben." Ich küsse sie auf die Wange und drehe mich zum Gehen.
"Touji?"
"Hmm?"
"Du sagst doch, dass du immer noch ein bisschen Angst hast, oder?"
"... Ja..."
"Darf ich... dir ein wenig helfen?" Sie sieht mich schüchtern an, so als ob sie nicht weiss, was sie als Nächstes tun soll. Doch am Ende nimmt sie meine Hand und führt mich in ihr Zimmer.

DONNERSTAG MORGEN
Mit einem kleinen Lächeln auf meinem Gesicht steige ich in den Transporter. Eigentlich hatte ich letzte Nacht SO weit gar nicht gehen wollen, und ich bin sicher das Hikari es auch nicht geplant hatte. Aber als ich heute morgen aufgewacht bin, mit Hikari in meinen Armen,- dieses Gefühl würde ich niemals vergessen. Zu dumm, dass ich mich früh rausschleichen musste, um ihrer
Familie nicht in die Quere zu kommen.
Selbst als ich Stunden später in Matsushiro ankomme, habe ich immer noch dieses Lächeln auf dem Gesicht. Sogar während Dr. Akagis Vorträgen, lächele ich immer noch.
"Wow, du siehst aber verdammt glücklich aus Touji!" sagt Misato und lehnt sich lässig an eine Wand.
"Mm-Hmmm!"
"Wie kommt's?" fragt sie mit einer Stimme die noch ein wenig entrückt klang. Offensichtlich war der Morgen nicht gerade die beste Tageszeit für jemanden, der schon zum wach werden ein Bier brauchte.
"Ich habe einfach nur einen verdammt guten Grund gefunden, EVA zu steuern." antworte ich.
"Wa?" als sie mich verirrt anstarrt, gehe ich einfach in den Umkleideraum und lege meinen Plugsuit an.

Ich starre auf EVA-03, dieses grässliche schwarz und weiss lackierte Ding, das ich steuern muss. Es überrascht mich, doch ich empfinde keine Furcht.
Denn jetzt endlich ist mir klar, warum ich es tue...
"Für Mari..."
Ich gehe den Gang neben dem Versorgungskabel entlang...
"Für Vater..."
Ich klettere auf die Einstiegsplattform.
"Für Shinji..."
I steige in die Zugangskapsel.
"Und ganz besonders und vor allem für dich, Hikari..."
Mit einem leichten Zischen schraubt sich die Kapsel in den EVA. Ich lächele, selbst jetzt, wo mir vor Nervosität übel wird.
"Ich werde tun, was ich kann, um euch zu beschützen."
Die Lichter in der Zugangskapsel gehen an.
"Euch alle."



OMAKE
Ich wachte auf und jede Faser meines Körpers schmerzte. Ich hatte teuflische Kopfschmerzen, mein Mund war trocken wie die Sahara und mir war kotzübel. Ich konnte meine Beine nicht bewegen, und ich fühlte mich so beweglich wie eine Eisenbahnschwelle. Es schien mir auch als wäre ich...leichter..?
Aber bevor ich diese Gedanken weiter führen konnte, bemerkte ich Hikari, die weinend in eine Stuhl neben dem Bett sass.
"I-Inchou...?" brachte ich mühsam über die Lippen.
"Oh, Touji!" Sie weinte bittere Tränen bevor sie mich dann in die Arme nahm.
Zärtlich streichelte ich ihr Haar mit meinem rechten Arm. Scheinbar, war das der einzige Arm den ich noch hatte.
"WARUM!?! WARUM HAST DU DAS GETAN!?!" schrie sie.
"Nun ja..."
"Shinji hat dir doch gesagt wie schrecklich es sein würde! Du hast doch selbst gesehen wie oft es ihn verletzt hat."
"I-Inch-"
"Und trotzdem hast du es getan! Warum, Touji?"
"Hi-"
"DU WÄRST FAST GESTORBEN!!"
"Hey!" fuhr ich sie an. "Woher verdammt nochmal sollte ich wissen, dass Misatos Kochkünste dermassen schlecht sind!"

ENDE



Anmerkungen des Autors:

Halli hallo, ihr da draussen. Jetzt kommt der Teil wo ich mich mal so richtig über all den Kram auslassen kann, der mit dieser Geschichte und ihrer Entstehung zu tun hat, blubber, blubber blubber... Na ja, um ehrlich zu sein, weiss ich gar nicht, was ich da so Großes sagen soll. Und darum sage ich dann halt das Kleine.
Erstmal hatte ich die Namen von Hikaris Schwestern verwechselt. Die jüngere ist Nozomi und die Ältere Kodama. Das ist dann auch berichtigt worden.
Besonderer Dank geht an Alain, der mehr als die Hälfte der Szene mit Rei beigesteuert hat und auch noch so einige Sachen. Der Name "Mari" für Toujis Schwester habe ich aus der berühmten Geschichte "Neon Genesis Evanjellydonut" von dem eben so berühmten (als auch talentierten) Andrew Huang.
Überhaupt, hat mir das Schreiben der Geschichte Spass gemacht. Es war eine Herausforderung. Es ist nicht gerade leicht sich in jemanden wie Touji hinein zu versetzen, doch ich habe mein Bestes gegeben, mit der Folge, das Hikari jetzt das Mädchen meiner Träume ist. ZUR HÖLLE MIT DIR ALAIN!!!
War nur Spass..
Bei der Herstellung dieser Geschichte wurde kein Testleser verletzt oder getötet.
Alle benutzten Testleser waren die von Alain.
Und Danke an Die, die bis hierher gelesen haben.

Copyright of the Charakter by GAINAX / Text by Godsend777 and Alain Gravel
Translate by Melissa Schneider