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Neues Glück für Shinji

Geschrieben von Nicole Fritz

Vorwort:

Yui Ikari hat eine Schwester, die aber seit ihrer Jugend in Amerika lebt und eine berühmte Sängerin ist.
Langsam aber sicher gewinnt sie Kommandant Ikaris Liebe und auch die Shinjis....

Der Flieger aus Amerika landete pünktlich auf dem Tokioer Flugplatz.Mariko Hyomi nahm ihr Gepäck in Empfang und ließ sich zu ihrem Hotel fahren.Als das Taxi durch die Innenstadt fuhr lächelte Mariko versonnen,es hatte sich nicht viel verändert seit sie damals in die Staaten gegangen war.Sie war die jüngere Schwester von der verstorbenen Yui Ikari,Shinjis Mutter.Als junges Mädchen hatte Mariko Japan verlassen um in Amerika ihr Glück zu suchen.
Leider hatte es im privaten Bereich einige Rückschläge gegeben aber im Beruf war sie sehr erfolgreich.Man hatte schnell ihre schöne Stimme entdeckt und so war sie eine der gefeiertesten Sängerinnen in Amerika.Überall kannte man ihre Lieder die mal traurig,melancholisch und mal heiter und lebensfroh waren.>Wie das wirkliche Leben.< dachte Mariko.

Sie wusste nur durch die Briefe ihrer Schwester das sie vor einigen Jahren Tante geworden war.Ein paar Bilder von Shinji hatte sie mitgeschickt die Mariko aufbewahrt hatte.Da Verhältnis zu Yui war nie sehr gut gewesen und Mariko hatte nur brieflichen Kontakt mit ihrer Schwester gehabt.Aber jetzt hatte sie Sehnsucht nach ihrer alten Heimat gehabt und war nach Japan zurück gekehrt.Das hatte aber auch berufliche Gründe.In Amerika war Mariko ein gefeierter Star aber hier in Japan war sie noch unbekannt.Nun wollte sie auch ihr Heimatland im Sturm erobern.Und nun wollte sie auch endlich das Grab ihrer Schwester besuchen.Sie hatte von Yui´s Tod erst später erfahren den sie war zu dem Zeitpunkt auf großer Tournee gewesen.Viele Male hatte sie sich selber verflucht das sie Yui nicht vorher noch besucht hatte denn es gab noch so viel was sie ihrer Schwester hätte sagen wollen.

Jetzt wollte sie wenigstens ihren Neffen besuchen und kennenlernen.Und auch auf den Mann von Yui war sie gespannt.Gleich am nächsten Tag machte sie die Adresse von Gendo Ikari ausfindig und fuhr hin.Sie hatte Glück,er war da.Er öffnete die Tür und Mariko lächelte und schob ihre Sonnenbrille hoch."Guten Morgen,sind sie Gendo Ikari?" fragte sie."Das bin ich." Nickte er mit seiner tiefen Stimme."Ich bin Mariko Hyomi,Yui´s Schwester." Stellte sie sich vor.Er musterte sie schweigend und fragte dann:"Was willst du ?" "Oh,was für eine nette Begrüßung.Darf ich vielleicht reinkommen?" sagte sie und Gendo nickte.Sie betrat das Haus und sah sich um."Ein schönes Haus,wirklich.Wo ist denn Shinji?" fragte sie.

"Shinji wohnt nicht bei mir." Antwortete er.Erstaunt sah sie ihn an."Nicht?Gibt es dafür einen bestimmten Grund?" "Das geht dich wirklich nichts an.Ich habe nicht genug Zeit um mich um den Jungen zu kümmern.Er ist in guten Händen,das glaubst du mir hoffentlich." Sagte Gendo.Mariko hob die Hände."Sicher,das sollte auch kein Angriff sein.Wenn du mir sagst wo der Junge untergebracht ist besuche ich ihn dort." "Er wohnt bei Misato Katsuragi,eine Mitarbeiterin von mir." Antwortete Gendo und schrieb ihr die Adresse auf."Prima,dann mache ich mich gleich auf den Weg.Ich hoffe wir sehen uns auch mal ab und zu?Ich werde jetzt nämlich hier in Japan bleiben." Fragte Mariko."Das wird sich wohl nicht vermeiden lassen." Brummte er."Sehr begeistert klingt das ja nicht.Hm,egal,vielleicht ist dein Sohn ja etwas zugänglicher.Tschüß und schönen Tag noch." Meinte Mariko und strahlte ihn an,so leicht ließ sie sich nicht vergraulen.
Sie stieg in ihren neuen Sportwagen und brauste mit hoher Geschwindigkeit davon so das die Reifen quietschten.Gendo sah ihr kopfschüttelnd hinterher und machte sich dann auf den Weg zur Arbeit.Mariko war bald darauf bei der angegebenden Adresse und klingelte dort.Eine hübsche junge Frau mit dunklen langen Haaren die einen Stapel Papier in der Hand hielt öffnete ihr."Hallo was..." sagte die junge Frau aber weiter kam sie nicht denn der Papierstapel fiel auf den Boden und verstreute sich dort.Mariko und Misato bückten sich beide und sammelten das Gewirr auf."Vielen Dank für die Hilfe." Lächelte Misato."Ach,dafür nicht.Mein Name ist Mariko Hyomi,ich bin Shinjis Tante und würde ihn gerne kennen lernen." Stellte sie sich vor."Oh,ich wusste nicht das er eine Tante hat.Kommen sie bitte herein." Sagte Misato.

"Shinji ist leider nicht da aber wenn sie auf ihn warten wollen?" fragte Misato."Das wäre schön.Also,wie gesagt,ich bin Mariko Hyomi und ich komme direkt aus Amerika.Shinji kennt mich noch gar nicht,ich bin schon vor seiner Geburt in die Staaten gegangen." Meinte sie."Dann sind sie die Schwester von Yui Ikari?" fragte Misato.Mariko nickte."Ja,ihre jüngere Schwester.Ich war dort verheiratet und hieß bis vor kurzem noch Smith.Aber seit meiner Scheidung habe ich wieder meinen Mädchennamen angenommen.Es lief leider nicht so gut in Amerika,privat jedenfalls.Beruflich bin ich dort eine berühmte Sängerin und nun will ich Japan erobern.Ich war schon bei Shinjis Vater aber er war nicht gerade sehr redselig." Meinte Mariko.

Misato lachte."Oh ja,das ist er nie.Ich arbeite für ihn und viel sprechen tut er nicht.Deshalb ist es auch ganz gut das Shinji bei mir wohnt." "Ja,das denke ich auch.Da Verhältnis zu meiner Schwester war nie sehr gut und ich bin nur im brieflichen Kontakt mit ihr verblieben.Zu ihrer Hochzeit bin ich nicht gekommen weil...tja,ich habe ihr damal gesagt das ich viel beschäftigt bin aber das stimmte nicht ganz." Seufzte Mariko."Hatte das einen bestimmten Grund?" fragte Misato."Ja,den gab es.Zu dieser Zeit hatte meine große Liebe gerade mit mir Schluß gemacht und hatte meine beste Freundin geheiratet.Ich hatte schwer daran zu knabbern gehabt und da kam ein überschwänglicher Brief meiner Schwester wo mir ihr Glück aus jeder Zeile entgegen sprang.
Das konnte ich nicht ertragen,schon gar nicht das glückliche Brautpaar zu sehen.Da habe ich nur eine Glückwunschkarte und ein Geschenk geschickt." Erzählte Mariko."Nun,das ich doch zu verstehen." Nickte Misato."Ja,aber wieder mal war ich neidisch auf meine Schwester die immer alles besser konnte als ich.Dafür konnte Yui nichts,sie war immer brav und eine gute Schwester,aber mir wurde sie immer als leuchtendes Vorbild vor die Nase gehalten und deshalb war ich immer neidisch auf sie.Sie war auch ein Grund dafür das ich in die Staaten gegangen bin.
Ich habe sie dann oft vermisst.Es war wie verhext,ich konnte nicht ohne sie aber auch nicht mit ihr." Lachte Mariko.Da klingelte es plötzlich an der Tür und Misato sprang auf."Oh,das wird Shinji sein." Meinte sie.Er war es und Misato meinte zu ihm:"Hallo Shinji,ich habe eine Überraschung für dich.Deine Tante Mariko ist da." Shinji guckte erstaunt."Meine Tante Mariko? Ich kenne keine Tante die Mariko heißt." Sagte er."Ja,ich weiß.Sie ist die Schwester deiner Mutter und ging früh nach Amerika,noch vor deiner Geburt.Aber nun geh ins Wohnzimmer und begrüße sie." Meinte Misato.

Shinji ging mit gemischten Gefühlen ins Wohnzimmer und war angenehm erstaunt eine wunderschöne Frau dort zu treffen.Sie hatte langes kastanienbraunes Haar,lange Beine,eine schöne Figur und ein niedliches Gesicht."Guten Tag." Sagte Shinji leise.Sie stand auf und strahlte ihn an."Du bist sicher Shinji,nicht wahr?" Er nickte."Ich bin deine Tante Mariko,ich freue mich dich kennen zu lernen." Meinte sie."Ich freue mich auch,auch wenn ich bis jetzt nicht mal wusste das ich eine Tante habe die Mariko heißt." Sagte Shinji."Ja,ich weiß ich bin schlecht.Ich hätte mich schon lange mal melden sollen oder dich besuchen.Aber wenn du willst erkläre ich dir zu einem späteren Zeitpunkt warum nicht.Du bist vierzehn,nicht wahr?" fragte sie.Shinji nickte."Ja,aber ich werde bald fünfzehn." Meinte er."Und ein hübscher Junge bist du geworden.Deine Mutter hatte mir Bilder von dir geschickt als du noch ein Baby warst.Ich hätte nicht gedacht das du mal so süß werden würdest." Sagte sie und bemerkte lächelnd das Shinji knallrot geworden war.

"Ich bin nicht süß." Murmelte er.Mariko lachte."Nicht so schüchtern sein,kleiner Neffe.Du bist sogar sehr hübsch und kannst dir die Mädchen bestimmt gar nicht vom Leibe halten,oder?" fragte Mariko und zwinkerte.Aber Shinji´s Kopf senkte sich noch weiter damit sie sein heißes,rotes Gesicht nicht sehen konnte.Er verging fast vor Verlegenheit.Mariko spürte es und meinte:"Ich hab eine Idee,wir beiden gehen ein Eis essen okay?" Shinji nickte."Natürlich nur wenn Misato es erlaubt." Meinte Mariko.Misato nickte."Sicher,geht nur ihr zwei.Viel Spaß." Wenig später saßen die beiden in einem Eiscafé vor einem großen Eisbecher.

"Ich hoffe ich gehe dir nicht allzu sehr auf die Nerven?" fragte Mariko.Shinji lächelte jetzt,das erste Mal seit ihrer Begegnung."Nein,gar nicht.Ich finde dich sehr nett auch wenn ich dich erst kurz kenne.Darf ich Mariko sagen?" fragte Shinji."Sicher darfst du das.Ich war heute schon bei deinem Vater,er ist nicht gerade ein sehr umgänglicher Mensch oder irre ich mich da?" fragte sie."Nein,das ist er nicht.Ich verstehe mich nicht gut mit ihm.Als meine Mutter starb war ich noch sehr klein und mein Vater gab mich danach zu meiner Patentante und ihrem Mann.Dort verbrachte ich einige Jahre und erst als vierzehn war bekam ich einen Brief von meinem Vater das ich die EVA steuern soll.Jetzt bin ich hier und wohne bei Major Katsuragi.Ich gehe zur Mittelschule und bin eigentlich ganz gut." Erzählte er."Würdest du gern bei deinem Vater sein?" fragte Mariko."Nein,ich glaube nicht.Er hat keine Zeit und ich glaube ich bin ihm nur im Wege." Meinte Shinji.Mariko merkte das er traurig war und fragte:"Also,ich bin auf der Suche nach einem schönen Haus denn ich will jetzt in Japan bleiben.Wenn ich es gefunden habe kannst du gern bei mir wohnen.Was meinst du?" fragte sie."Du würdest mich aufnehmen?" fragte Shinji erstaunt."Ja sicher,warum denn nicht? Du gefällst mir und schließlich sind wir miteinander verwandt.
Das heißt aber nicht das ich mich deshalb verpflichtet fühle dich aufzunehmen.Nein,ich tue es gern." Sagte sie."Das...das wäre...schön." stotterte Shinji."Prima,wir verstehen uns sicher super.Also,ich rede mit Misato und auch mit deinem Vater darüber und dann geht die Haussuche los okay?" fragte Mariko und Shinji strahlte.Ihm gefiel seine jugendliche Tante sehr gut und freute sich schon auf ein Zusammenleben mit ihr.
Misato war gleich einverstanden."Wenn er es gerne möchte soll das kein Problem sein." "Gut,dann spreche ich gleich mit seinem Vater denn ich will endlich ein eigenes Haus und nicht mehr im Hotel leben." Meinte Mariko.Gendo Ikari war zu Hause und Mariko sagte:"Hallo,Schwager,da bin ich wieder.Ich muß etwas wichtiges mit dir besprechen.Läßt du mich rein?" fragte sie mit kecken Augenaufschlag."Komm rein." Sagte er.Sie kam gleich zur Sache."Wie ich dir ja schon sagte will ich hier in Japan bleiben und brauche ein Haus.Ich habe mich heute mit deinem Sohn getroffen,er ist wirklich süß.Wir verstehen uns schon sehr gut und ich habe ihm angeboten bei mir zu wohnen.Wenn du auch einverstanden bist berücksichtige ich das bei der Haussuche." Gendo sah schweigend aus dem Fenster.
"Bist du überhaupt in der Lage auf den Jungen aufzupassen?" fragte er."Oh,ich denke schon.Es kommt auf einen Versuch an oder?" fragte Mariko zurück.Wieder schwieg er bis er sich schließlich umdrehte und sie musterte."Gut,du kannst es versuchen.Ich hoffe du bist dir der Verantwortung bewusst." Sagte er.Mariko reckte sich."Also Gendo,ich bin schließlich kein junges Ding mehr.Ich bin eine erwachsenen Frau und auch wenn ich selber noch keine Kinder habe schaffe ich es sicher auf Shinji aufzupassen.Und er ist ja auch kein Baby mehr.Unser Zusammenleben wird schon klappen.
Vertraust du mir etwa nicht?" fragte Mariko."Bis jetzt noch nicht schließlich kenne ich dich nicht.Aber wenn Shinji es möchte könnt ihr es probieren." Meinte er."Sehr schön,das kriege ich schon hin.Dann gehe ich gleich morgen mit Shinji auf Haussuche.Ich werde dann mal gehen,tschüß." Sagte Mariko und rauschte hinaus.Sie lächelte triumphierend vor sich hin.Sie hätte die Wohnung ihres Schwagers auch nicht eher verlassen ehe sie seine Erlaubnis bekommen hätte.

Nun wälzten sie und Shinji die Hausanzeigen und sahen sich einige an.Aber nichts gefiel Mariko so recht."Ich habe ganz gewisse Ansprüche an das Haus.Es soll nicht direkt in der Stadt sein aber auch nicht zu weit weg.Es soll groß sein und in einer ruhigen Gegend liegen.Und es soll nicht so weit von deiner Schule entfernt sein." Sagte Mariko zu Shinji."Du legst dich ja richtig ins Zeug." Lächelte Shinji."Sicher,mein Kleiner ich will deinem Vater doch beweisen das ich für dich sorgen kann.Schade das du nicht ein paar Jahre älter bist,dann könntest du mir gefährlich werden." Meinte Mariko und warf ihrem Neffen einen verschmitzten Blick und ein bezauberndes Lächeln zu.Und prompt errötete Shinji wieder.Mariko hatte auch die andere Mitbewohnerin von Misato kennen gelernt,Asuka."Sag mal,was ist eigentlich mit dem niedlichen rothaarigen Mädchen das auch bei Misato wohnt?Asuka heißt sie,nicht wahr?Sie hackt ja immer ziemlich auf dir rum." Stellte Mariko fest.Shinji seufzte."Ja,das tut sie gern.Ich bin ihr persönlicher Fußabtreter in allen Lebenslagen." Sagte er.Mariko lachte.
"Tja,ich weiß auch warum sie das tut." "Ach ja?Warum denn?" fragte Shinji erstaunt."Weil sie dich mag,deshalb." Schmunzelte Mariko."Sie mag mich?Das zeigt sie mir aber auf eine komische Art." Sagte Shinji."Tja,so sind die Frauen,kompliziert und schwer zu verstehen." Grinste Mariko.
Am Abend brachte Mariko Shinji wieder zurück zu Misato."Morgen geht's weiter mit der Suche.Machs gut mein Kleiner." Sagte sie und brauste davon.Shinji betrat die Wohnung,Misato war zu ihrem Nachtdienst unterwegs und nur Asuka war da.Als sie Shinji sah meinte sie mit ziemlich schnippischer Stimme:"Oh,da ist der verehrte Herr Ikari ja wieder.War es schön mit deiner,ach so tollen Supertante?" "Was soll das Asuka?Was hast du gegen meine Tante?Sie ist sehr nett und ich finde sie prima." Sagte er.Asuka warf das hübsche Köpfchen zurück und meinte:"Pöh,mach doch was du willst.
Ich bin jedenfalls heilfroh wenn du endlich ausziehst." Shinji lächelte."Und wen nimmst du dann zum beschimpfen?Misato vielleicht?" Asuka erwiderte nichts mehr sondern drehte Shinji demonstrativ den Rücken zu.
Er ging in sein Zimmer und schaute aus dem Fenster.Versteckte sich hinter Asukas schnippischen Verhalten vielleicht Eifersucht auf seine Tante?Dann schüttelte er den Kopf."Verstehe einer die Mädchen." Seufzte er.Am nächsten Tag ging es wieder aus Haussuche und diesmal hatten sie Glück.Ein schönes helles und großes Haus,nicht direkt in der Stadt und nicht fern von Shinjis Schule."Wow,kannst du dir das denn auch leisten?" fragte Shinji vorsichtig.Mariko lachte."Aber sicher,mach dir keine Sorgen." Der Vertrag wurde unterschrieben und Mariko fuhr gleich zu Shinjis Vater um ihm von dem Haus zu erzählen.
"Du schon wieder?" sagte er als sie bei ihm klingelte."Ja sicher ich.Ich habe ein schönes Haus für Shinji und mich gefunden und wollte dir davon erzählen.Du willst doch das dein Sohn gut untergebracht ist.Du kannst dir das Haus gerne angucken." Meinte sie."Ich habe keine Zeit für solchen Unsinn." Meinte er."Unsinn?Sag mal,weißt du überhaupt was du da sagst? Es geht um das Wohl deines Sohnes oder ist er dir egal?" fragte Mariko."Er ist mir nicht egal aber du wirst es schon richtig machen." Erwiderte Gendo Ikari."So so,vor ein paar Tagen hast du noch daran gezweifelt.Na ja,ich will keinen Streit.Ich lasse dir die Adresse hier,du kannst uns ja mal besuchen." Meinte Mariko und konnte einen schnippischen Unterton nicht vermeiden.Wieder draußen murmelte Mariko:"Gott,was für ein Griesgram."
Der Umzug begann und es gab viel zu tun.Asuka und Rei halfen mit und Asuka konnte es wieder einmal nicht vermeiden Shinji in allem zu kritisieren."Stell den Karton da hin,nicht da da drüben.Du bist zu allem zu blöd.Ich denke du bist ein Junge und kannst nicht mal zwei Kartons auf einmal tragen?Aua,du Tolpatsch,kannst du nicht aufpassen." Diese und ähnliche Sätze schallten den ganzen Tag durchs Haus,zum Schluß sagte Shinji nichts mehr und schaltete auf Durchzug."Wie hälst du das bloß aus das sie dich so anmeckert?" fragte Mariko einmal.Shinji lächelte."Alles reine Taktik.Ich hör gar nicht mehr hin."
Zum Schluß war das Haus fertig und Mariko lud ihre kleinen Helfer zu einem Eis ein."Was hat mein Vater gesagt als du ihm von dem Haus erzählt hast?" fragte Shinji seine Tante."Nicht viel,du kennst ihn ja." Meinte sie." Hm." Erwiderte Shinji nur.Mariko lächelte und legte ihm die Hand auf die Schulter."Denk nicht mehr an ihn,er ist eben etwa seltsam.Ich freue mich schon auf unser Zusammenleben.Das wird sicher toll.Ich werde mir ein schönes Tonstudio unten im Keller einbauen,dann kann ich zu Hause arbeiten und brauche nicht oft wegzusein.So kann ich besser auf dich achten und keiner soll sagen ich kümmer mich nicht gut um dich." Meinte Mariko."Und ich mache dir sicher keinen Ärger,versprochen." Sagte Shinji.

Wieder wurde Shinji in seiner Klasse von vielen beneidet.Schon als die Tatsache, das er ein EVA Pilot war,bekannt geworden war hatte er viele Bewunderer gehabt.Aber als jetzt noch bekannt wurde das seine Tante eine berühmte Sängerin war und dazu noch ziemlich attraktiv und hübsch und das er nun bei ihr wohnte war die Bewunderung grenzenlos."Man,hast du ein Glück." Seufzte sein bester Freund Aida.Shinji lächelte."Was du immer hast." Sagte er."Stellst du sie mir mal vor?" fragte Aida."Sicher,warum nicht." Nickte Shinji.
Aber zuerst einmal hatte Mariko eine Begegnung anderer Art.Mit Misato hatte sie sich sehr gut angefreundet und bei einem ihrer Besuche lernte sie Kaji kennen.Als Mariko das Wohnzimmer betrat nahm er erst mal seine Sonnenbrille ab und musterte sie.Was er sah gefiel ihm mehr als gut."Guten Tag." Nickte Mariko und Kaji meinte:"Heute muß mein Glückstag sein." Misato stellte vor."Also,das ist mein Ex-Freund Kaji Ryoji.Und das ist Mariko Hyomi,Shinjis Tante und eine berühmte Sängerin aus Amerika." "Hallo,freut mich sie kennen zu lernen." Lächelte Mariko.Kaji stand auf und lächelte charmant auf sie herunter.
"Na und mich erst.In Amerika lebten sie also?" fragte Kaji.Mariko nickte."Ja,ich bin schon al junges Mädchen in die Staaten gegangen.Aber einige unangenehme Situationen haben mich dazu veranlasst wieder Sehnsucht nach meinem Heimatland zu haben und zurück zu kehren." Antwortete Mariko."Also darüber würde ich gerne mehr erfahren.Darf ich sie zum essen einladen?" fragte Kaji."Sicher,warum nicht.Ein paar neue Bekanntschaften könnte ich jetzt gut gebrauchen." Meinte Mariko.Misato zog Mariko beiseite und flüsterte:"Paß bloß auf Mariko.Der liebe Kaji ist ein wahrer Frauenheld und lässt nicht anbrennen.Nimm dich in acht vor ihm." Mariko grinste."Du hast darin wohl schon Erfahrung oder?" Misato nickte."Wir hatten eine ziemlich wilde Zeit damals.Dann verschwand er und tauchte plötzlich irgendwann wieder auf.Da verbrachten wir einige Nächte zusammen aber es war nicht mehr so wie früher.Heute sind wir nur noch gute Freunde." Antwortete Misato."Hm,er sieht nicht schlecht aus aber ich denke er ist etwas zu jung für mich." Sagte Mariko."Wir werden sehen." Grinste Misato.

Am Abend holte Kaji Mariko ab und dieser staunte nicht schlecht,Mariko hatte sich schick in Schale geworfen.Sie trug ein schneeweißes Kleid aus Seide mit Stickerei und mit hohem Schlitz.Es war schlicht aber da es eng anlag betonte es ihre schlanke Figur und auch ihre seidigen kastanienbraunen Haare waren perfekt gestylt."Madonna mia,ich bin beeindruckt." Meinte er und musterte sie.Mariko lachte geschmeichelt,dieses Kompliment tat ihrer Weiblichkeit sehr gut.
"Wollen wir fahren?" fragte sie und Kaji nickte.Er hatte ein schönes Restaurant ausgesucht und die Blicke der Männer blieben an Mariko hängen."Tja,der Neid der Besitzlosen." Grinste Kaji schlemisch."Noch gehöre ich mir aber selber." Lachte sie.
Bei der Vorspeise fragte Kaji:"Erzählen sie mir jetzt von Amerika?" Mariko lächelte und blickte in seine schönen Augen."Sie kommen mir vor wie ein kleiner Junge der nach einer Gute Nacht Geschichte verlangt." Kaji hätte fast schallend gelacht."So in etwa stimmt da auch." "Nun ja,eigentlich ist es ganz unspektakulär.Ich wollte die große weite Welt sehen und mich von meiner Familie lösen mit der ich mich nie so recht verstand.Ich war sozusagen das schwarze Schaf der Familie.Meine Eltern waren korrekte Beamte und meine Schwester Yui war auch immer brav und lieb.Ich dagegen nicht,ich habe mich öfter mal aufgelehnt und das passte nicht in unser Familienbild.Na ja,und da packte ich meine paar Sachen und trampte hinüber in die Staaten.Zuerst hatte ich nur ein paar Gelegenheitsjobs und wohnte in kleinen Hinterhofzimmern.Dann habe ich auf der Party eines Freundes so ein bisschen vor mich hingeträllert und das wurde auf Video aufgenommen.Ohne mein Wissen schickte der Freund das Video an einen Musikproduzenten und der setzte sich mit mir in Verbindung.
Tja,und so kam ich ins Musikgeschäft.Meine erste Single wurde ein großer Erfolg und da darauffolgende Album auch.Bald brauchte ich mir um meine finanzielle Zukunft keine Sorgen mehr zu machen.Dann lernte ich meinen Mann kennen und wir heirateten.Ein paar Jahre waren wir glücklich und dann wurde ich schwanger.Damit begann mein Unglück.Kurz vor der Geburt erlitt ich eine Fehlgeburt.Ich verkroch mich in ein Schneckenhaus und ließ keinen an mich heran.Tja,mein Mann litt auch und da ich nicht in der Lage war ihn zu trösten tat es meine beste Freundin.Als es mir wieder einigermaßen besser ging verkündete mein Mann das er die Scheidung wollte.Kaum war sie durch heiratete er meine Freundin.Das warf mich dann wieder aus der Bahn.Das war das erste Mal das ich mich nach Japan zurück sehnte.Mich hielt in Amerika nichts mehr.Ich hatte finanziell ausgesorgt und da mich in Amerika nun fast jeder kannte wollte ich auch hier eine Fangemeinde aufbauen.Gesagt,getan,nun bin ich hier und heute geht es mir wieder sehr gut.Und damit ich nicht mehr so einsam bin habe ich Shinji zu mir genommen.Mal sehen wies weitergeht." Schloß Mariko ihren Bericht.
"Hm,eine beeindruckende Lebensgeschichte.Wie sieht es denn heute in der Liebe aus?" fragte Kaji.Mariko schaute vor sich hin."Hm,ich komme ganz gut ohne Mann aus.Zur Zeit konzentriere ich mich nur auf meine Karriere und auf Shinji,den ich bei mir aufgenommen habe." Antwortete sie."Höre ich da vielleicht etwas Verbitterung in deiner...Verzeihung,ihrer Stimme?" fragte er."Verbitterung? Nun,vielleicht ein bisschen.Und ich finde wir sollten wirklich zum Du übergehen,oder?" fragte Mariko."Ich habe nichts dagegen." Nickte Kaji und sie tranken Brüderschaft.

Nach dem essen wurde noch getanzt und Mariko genoß den Abend sehr.Es war spät als Kaji sie nach Hause brachte.Sie ließ sich widerstandslos von ihm in den Arm nehmen und küssen.Als der Kuß ziemlich stürmisch wurde zog sich Mariko sanft aus seinem Arm zurück.Sie lächelte ihn an."Es war ein sehr schöner Abend Kaji aber ich glaube wir sollten es für heute beenden.Ich will nicht das Shinji einen schlechten Eindruck von mir bekommt." "Okay,ich tue alles was du willst.Aber dafür musst du mir versprechen das ich dich wiedersehen darf." Lächelte er.Mariko nickte."Sicher,warum nicht.Ruf mich morgen an okay?" Kaji nickte."Worauf du dich verlassen kannst.Gute Nacht und schlaf schön." Seine Stimme war sanft und liebevoll und Mariko küsste ihn noch einmal."Dir auch.Bis bald." Dann schloß sie die Tür.
Misato erkundigte sich gleich am nächsten Tag bei Mariko nach dem Abend mit Kaji."Und? War es schön?" fragte sie.Mariko nickte."Dein Freund ist äußerst charmant und zuvorkommend.Er kann sehr gut zuhören...und sehr gut küssen." Fügte Mariko zögernd hinzu.Misato lachte."Jaaaa küssen kann er,das kann ich bestätigen.Wirst du ihn wiedersehen?" fragte sie.Mariko nickte."Sicher,aber ich glaube nicht das etwas ernsteres daraus wird." "Aber warum denn nicht?" wunderte sich Misato."Er ist zu jung für mich.Zehn Jahre liegen zwischen uns,das geht nie gut." Meinte Mariko."Oh,das würde ich nicht sagen.Keiner würde vermuten das du älter bist als er.Du wirkst total jugendlich." Rief Misato.Mariko mußte über den Eifer ihrer Freundin lachen."Schon gut,so viele Komplimente tun mir gar nicht gut.Ich lasse es auf mich zukommen aber ich erhoffe mir nichts.Ich denke nicht das Kaji sich an eine Frau wie mich bindet.Aber mal sehen." Sagte Mariko.
Das Zusammenleben zwischen Mariko und Shinji lief sehr gut.Mariko arbeitete viel in ihrem neuen Tonstudio das sie unten im Keller hatte einbauen lassen und Shinji guckte oft zu.Trotz vieler Arbeit erkundigte sich Mariko oft nach Shinjis schulischen Leistungen die sehr gut waren.Aber etwas anderes interessierte Mariko auch."Sag mal,du kennst zwar meine Arbeit aber deine Arbeit als EVA Pilot kenne ich nicht.Meinst du ich könnte mir deinen Aufgabenbereich mal ansehen?" fragte sie.Shinji zuckte mit den Schultern."Das kann ich nicht entscheiden,da müsstest du Vater fragen.Ich glaube nicht das jedermann ins NERV Hauptquartier hinein darf." Sagte er.Mariko nickte."Das dachte ich mir.Ich werde deinem Vater mal einen Besuch abstatten." "Du traust dich was." Staunte Shinji."Ich habe keine Angst vor deinem Vater." Sagte Mariko.
Noch am gleichen Nachmittag besuchte sie ihn."Gibt es einen bestimmten Grund für deinen Besuch?" fragte er."Da du mich ja nicht von dir aus einlädst muss ich eben zu dir kommen.Also,ich habe folgendes Anliegen.Da ich mich ja nun um Shinji kümmere,möchte ich mich gerne davon überzeugen das er auch bei NERV gut untergebracht ist.Und ich würde mir alles mal gern mal ansehen.Ist das möglich?" fragte sie.Gendo Ikari war überrascht,das hatte er nicht erwartet."Du willst dir NERV ansehen? Das halte ich nicht für sinnvoll und notwendig." Erwiderte er."Oh,aber ich halte das für notwendig und sinnvoll.Ich bin etwas neugierig,das stimmt,aber ich will alles über Shinjis Leben wissen und nicht nur einen Teil.Und du glaubst mir ja wohl das ich dir verspreche niemanden von NERV zu erzählen." Meinte Mariko.Gendo sagte nichts und schwieg eine Weile.Mariko kannte da ja schon und wartete.
"Ich werde sehen was sich machen lässt.Ich kann das nicht allein entscheiden.Ich gebe dir Bescheid." Sagte er.Mariko nickte."Gut,das ist ja schon ein Anfang." Sie stand auf und nahm ihre Tasche.An der Tür drehte sie sich noch einmal um und blickte ihn keck an."Ich gehe dir schrecklich auf die Nerven,nicht wahr?" fragte sie.Gendo verzog keine Miene aber Mariko konnte trotzdem das leichte Lächeln sehen das für eine Sekunde um seine Mundwinkeln zuckte."Ich kann damit leben." Meinte er."Gut zu wissen." Sagte Mariko und ging.

Er sah ihrem Auto nach das in rasender Geschwindigkeit davon brauste und mußte wieder lächeln.Sie schien sich sehr um Shinji zu kümmern und ihn zu mögen.Sie war wie ein frischer Wind in sein Leben getreten und oft sah er in Mariko Züge seiner verstorbener Frau Yui.Irgendwie gefiel ihm ihre jugendliche Art und ihre Lebensfreude.Die meisten Leute hatten etwas Angst vor ihm und redeten nur mit ihm wenn es sein mußte und dann auch nur das nötigste.Aber diese Frau schien überhaupt keine Scheu vor ihm zu haben.Zuerst hatte er Bedenken gehabt Shinji in ihre Obhut zu geben aber nun sah er ein das es dem Jungen gut tat.Er selber hatte viel zu wenig Zeit für seinen Sohn um sich gut um ihn zu kümmern und so war es gut das Mariko da war.
Ein paar Tage später erhielt Mariko die Erlaubnis das NERV Hauptquartier zu betreten."Ui,ich hätte nicht gedacht das ich das darf." Wunderte sich Mariko."Prima,ich für dich dann etwas herum." Freute sich Shinji.Mariko staunte nicht schlecht als sie das NERV Hauptquartier betrat."Man,nicht schlecht." Sagte sie."Wir sollen uns zuerst bei meinem Vater melden." Informierte Shinji und so führte er Mariko zur Kommandozentrale."Guten Tag Vater,hier sind wir." Meinte Shinji."Ist ja super hier,Gendo,echt riesig." Meinte sie."Du weißt was passiert wenn du jemandem draußen auch nur ein Wort verrätst was hier geschieht?" vergewisserte er sich.Mariko nickte."Sicher,alles streng geheim hier,ich bin voll im Bilde.Ich werde nichts verraten." Versprach sie."Gut,dann kommt mit." "Zeig mir mal deine EVA." Meinte Mariko zu Shinji.Der nickte."Sicher,komm nur."
Als sie vor dem großen Kampfroboter stand blieb ihr für einen Augenblick der Mund offen stehen."Genau so sah ich auch aus als ich ihn zum ersten Mal sah." Lächelte Shinji."Das ist ja der Wahnsinn.Und in diesem schauerlichen Monstrum sitzt du?" fragte Mariko ihren Neffen."Ja.Ich mußte mich zuerst auch daran gewöhnen und in der ersten Zeit war ich ziemlich dickköpfig und habe mich immer wieder dagegen gewehrt weiter zu kämpfen.Aber nun habe ich eingesehen das es nun mal mein Schicksal ist gegen die Engel zu kämpfen." Erklärte Shinji seiner Tante."Ich hoffe du bist vorsichtig?" fragte sie ihn.Shinji nickte."Sicher bin ich das.Ich lerne von Tag zu Tag besser mit der EVA umzugehen." Versicherte er ihr.

Trotzdem betrachtete Mariko die EVA´s ziemlich argwöhnisch.Plötzlich sah Shinji Rei und winkte sie zu sich."Mariko,das ist die erste Pilotin,Rei Ayanami." "Hallo Rei,freut mich dich kennen zu lernen." Lächelte Mariko und gab ihr die Hand.Rei ergriff sie und nickte ihr zu.Dann machte sie sich wieder an ihre Arbeit.Mariko fragte Shinji:"Sie redet wohl nicht viel oder?" Shinji schüttelte den Kopf."Nein,sie ist etwas schweigsam.Aber ansonsten kann man sich voll und ganz auf sie verlassen." Antwortete er."Das ist ja die Hauptsache.Nun,ich habe genug gesehen." Meinte Mariko und Shinji brachte sie wieder an die Oberfläche zurück.
Am selben Abend klingelte es an der Tür als Mariko gerade aus der Badewanne kam.Tropfnaß und in ein Handtuch gewickelt öffnete sie die Tür."Kaji? Was machst du denn hier?" fragte sie erstaunt."Was für eine nette Begrüßung.Ich hatte ganz einfach Sehnsucht nach dir.Darf ich reinkommen?" fragte er."Sicher." nickte Mariko.Kaum war er drinnen nahm er Mariko auf seine Arme und trug sie ins Schlafzimmer.
"Hey,was soll das werden?" fragte sie.Er legte sie aufs Bett und beugte sich über sie."Ich weiß das Shinji heute bei Misato übernachtet,ich war eben da.Also gehört die Nacht uns." Sagte er und küsste sie.Dabei entfernte er das Handtuch und begann sie zu streicheln.Mariko,die schon lange männliche Zärtlichkeiten vermisst hatte auch wenn sie das nicht zugab,wehrte sich nicht sondern ließ sich verwöhnen.
Wie im Rausch verging die Nacht und erst gegen Morgen schlief Mariko in Kaji´s Armen ein.Am Nachmittag wachte sie wieder auf und betrachtete Kaji der noch schlief.Zärtlich musterte sie ihn,er sah wie ein kleiner Junge aus,süß und unschuldig.Sie stand leise auf und machte so etwas wie eine Mischung aus Frühstück und Mittag.Als sie wieder ins Schlafzimmer kam erwachte Kaji gerade."Guten Morgen,schön geschlafen?" lächelte Mariko."Wie kann man in den Armen eine Superfrau nicht gut schlafen?" meinte er mit lausbübischen Lächeln."Dann stärk dich erst mal,hast dich in der Nacht ganz schön verausgabt." Grinste Mariko."Oho,du kennst mich noch nicht gut genug.Ich verausgabe mich beim Sex nie.Sowas kenne ich gar nicht." Lachte Kaji."Du jugendlicher Rebell." Meinte Mariko.
Misato hatte sich gefreut das Shinji mal wieder bei ihr war.Auch Asuka freute sich aber um nichts in der Welt hätte sie das zugegeben.Stattdessen begrüßte sie ihn mit den Worten:"Oha,der verehrte Herr Ikari beehrt uns mit seiner Gunst.Welch Glanz in unserer Hütte." Sie sagte das so schnippisch das Shinji gleich merkte das es keine freundliche Begrüßung war."Hallo Asuka,ich freue mich auch dich zu sehen." Lächelte er so übertrieben das Asuka erst einmal nichts sagte."Wie geht es dir bei deiner reichen Tante?
Ist ja richtig rührend das du dich dazu bewegst zum kleinen Fußvolk zurück zu kehren." Sagte Asuka beim essen."Jetzt ist Schluß Asuka,laß Shinji in Ruhe." Sprach Misato schließlich ein Machtwort."Hmpf,ich bin ja schon still." Knurrte Asuka.Shinji hatte auf ihre Bemerkung nichts gesagt.Er wusste das Asuka ihre Worte nicht ernst meinte.Misato sagte zu ihm:"Sie leidet sehr darunter das du nicht mehr hier wohnst.Hinter ihrer Boshaftigkeit versteckt sich bloß Angst das du sie ganz vergessen könntest." Shinji nickte."Das weiß ich.Aber das ist doch Unsinn,ich vergesse sie doch nicht."
Allerdings blieb es nicht lange geheim das Mariko ein Verhältnis mit Kaji hatte.Die Presse interessierte es brennend denn schließlich war Kaji gut zehn Jahre jünger al Mariko.Diese sah das gelassen denn sie war von Amerika her viel mehr Presserummel gewöhnt.Auch Kaji machte das nichts aus."Ist ja ein Ding,ich stehe in der Zeitung und dann auch noch mit Foto.Das war ja noch nie da." Grinste er.Mariko zuckte mit den Schultern."Das vergeht schnell.Morgen sind wir schon wieder uninteressant." Aber es gab jemanden der war überhaupt nicht mit dieser Liaison einverstanden war.Mariko war gerade zu Hause als es an ihrer Tür klingelte.Als sie öffnete blieb ihr einen Augenblick der Mund offen stehen."Gendo? Mein Gott,das ist ja nicht zu fassen.Du besuchst mich ohne Aufforderung?" rief sie."Ich muß mit dir reden." Sagte er."Komm rein." Meinte Mariko und führte ihn ins Wohnzimmer.
Ohne Umschweife kam er zur Sache."Du hast sicher die Zeitungen gelesen?" fragte er."Sicher,wieso?" fragte Mariko."Ist es nötig das dein Verhältnis mit Kaji öffentlich gemacht wird?" fragte er."Ach das meinst du.Nun,meinetwegen muß das natürlich nicht sein aber du kennst ja die Klatschpresse.Sie stürzen sich auf jede Kleinigkeiten und zerren es an die Öffentlichkeit." Antwortete Mariko."Ist es nicht etwas unter deinem Niveau dir einen so jungen Liebhaber zu nehmen? Sollte es nicht lieber einer in deinem Alter sein? Schließlich ist mein Sohn unter deiner Obhut." fragte Gendo.Aber nun hatte Mariko genug,sie baute sich vor Gendo auf und sah ihm direkt in die Augen."Jetzt hör mir mal zu mein Lieber.Ich bin erwachsen und kein kleines Kind dem du sagen musst was es tun soll.Shinji bekommt hier nichts zu sehen was nicht für seine Augen bestimmt ist.Außerdem ist dein Sohn auch schon vierzehn und weiß genau was sich zwischen Mann und Frau abspielen kann,er ist ja nicht blöd.Ich kümmere mich sehr gut um ihn und er fühlt sich wohl hier.Also sag mir gefälligst nicht mit wem ich ins Bett gehen darf und mit wem nicht." Sie kochte vor Wut und ihre Augen blitzten gefährlich.
Er hatte sich ihren Wutausbruch ruhig mitangehört und verzog auch jetzt keine Miene.Aber wieder mußte er innerlich über ihren Mut lächeln denn es hatte sich noch nie jemand getraut ihm so deutlich die Meinung zu sagen."Also,willst du mir Shinji jetzt wegnehmen oder darf ich hier weiterhin meine wilden Orgien feiern?" fragte Mariko schnippisch."Shinji kann bleiben." Sagte Gendo knapp und verließ das Haus.Kopfschüttelnd sah Mariko ihm hinterher."Diesen Mann werde ich wohl nie verstehen." Murmelte sie.
Leider hielt es Kaji nicht lange bei Mariko aus.Nach drei Monaten verabschiedete er sich."Weißt du,ich halte nie lange an einem Ort aus.Ich brauche neue Herausforderungen." Meinte er.Mariko nickte,früher oder später hätte sie sich so was schon gedacht."Ich hoffe du besuchst mich bald mal." "Aber sicher." Nickte Kaji.Er strich ihr sanft durch die Haare und flüsterte:"Die Zeit mit dir war wirklich wunderschön.Ich werde mich gerne daran erinnern.Ich sage jetzt nicht Leb wohl sondern Auf Wiedersehen." Ein letzter Ku folgte und Kaji stieg in sein Auto.Dann war er weg.Mariko seufzte,sie fühlte eine gewisse Leere in sich.Shinji spürte das sie niedergeschlagen war und versuchte sie zu trösten.

"Du wirst sicherlich auch bald den richtigen Mann finden.Ich habe ja auch keine Freundin und bin allein." Meinte er.Mariko lachte."Was mich eigentlich wundert,du bist schließlich ein äußerst hübscher Junge.Hast du denn kein Mädchen das du gut findest?" fragte sie und wurde so von ihren Sorgen abgelenkt.Shinji nickte zögerlich."Ähm...doch...es gibt da ein Mädchen aus der Parallelklasse...aber die würde mich nie angucken.Sie ist bildhübsch,kommt aus reichem Elternhaus und wird von den Jungen jetzt schon umschwärmt.Ich habe da gar keine Chance." Erzählte er."Hey,warum gleich so pessimistisch? Wenn sie nicht weiß das es dich gibt kann sie dich auch nicht mögen.Du solltest dir eine Chance geben und wenn sie dann nicht darauf eingeht hast du es wenigstens versucht." Schlug Mariko vor."Hm,ich überlege es mir noch." Meinte Shinji zu seiner Tante.

Regelmäßig besuchte Mariko Shinjis Vater um ihn "An dem Leben seines Sohnes teilhaben zu lassen" wie sie es ausdrückte.Zu Misato sagte sie:"Weißt du,er ist schließlich sein Vater und ich sehe es nicht ein das er nicht regelmäßig darüber informiert werden sollte was Shinji so macht.Oder bist du da anderer Meinung? Er hat sich lange genug um die Verantwortung gedrückt." Misato nickte."Finde ich nicht schlecht.Du machst das ganz richtig."
Auch an diesem Abend machte sie sich auf den Weg auch wenn ein Unwetter vorhergesagt wurde.Es hatte gerade Zeugnisse gegeben was sie Gendo vorlegen wollte."Hallo,da bin ich wieder." Begrüßte sie ihn.Er hatte sich an ihre Besuche gewöhnt und ließ sie rein.Shinjis Zeugnis war gut und Gendo nickte."Deine Fürsorge scheint ihm gut zu tun." Bemerkte er."Das denke ich auch." Lächelte Mariko.Eine halbe Stunde später brach das Unwetter los.Es donnerte und blitzte und ein wahrer Wolkenbruch brach los."Huch,was ist da denn?" meinte Mariko."Das angekündigte Unwetter." Meinte Gendo.Das Wetter änderte sich auch nicht als Mariko nach Hause fahren wollte."Du kannst unmöglich jetzt nach Hause." Meinte er."Toll,und was soll ich deiner Meinung nach jetzt tun?" fragte sie.
"Du kannst hier übernachten." Sagte er."Hier? Bei dir? Hui,meinst du nicht das das Gerede gibt?" lächelte Mariko keck."Gerede? Warum?" fragte er verwundert."Na,wenn ich bei dir übernachte könnte das zur Folge haben das die Leute denken wir hätten ein Verhältnis miteinander." Antwortete Mariko.Zum ersten Mal seit Mariko ihn kannte lächelte er."Wäre das denn so unmöglich?" fragte er.
Verwundert sah sie ihn an."Nimm mich nicht auf den Arm,Gendo Ikari." Meinte sie dann.Ohne etwas zu sagen kam er auf sie zu und legte ihr seine Hände auf die Schultern."Mariko,ich weiß das ich kein angenehmer Zeitgenosse bin.Ich bin oft mürrisch und unnahbar und die meisten Leute mögen mich nicht sonderlich.Aber ich bin nicht immer so gewesen.Al Yui noch lebte liebte ich das Leben aber seit sie starb habe ich mich zurück gezogen.Ihr Tod traf mich schwer und deshalb gab ich Shinji auch weg.Er sollte nicht mit einem Vater leben der schweigsam vor sich hinbrütete und sich in seine Arbeit vergrub.Ich gab ihn nicht gerne weg aber ich wusste keinen anderen Ausweg.Bei seiner Patentante und ihrem Mann hatte er es besser als bei mir,glaubte ich.Dabei habe ich den bequemen Weg gewählt.Hätte ich mich etwas angestrengt wäre ich sicher ein halbwegs guter Vater geworden.Ich habe Fehler gemacht aber wenn du möchtest würde ich sie gerne wieder gutmachen...zusammen mit dir." Sagte er.
Mariko sah in seine Augen und sah echte Liebe darin."Das...das kommt jetzt etwas plötzlich Gendo." Stotterte sie.Er sagte nichts,zog sie an seine Brust und küsste sie."Ich möchte endlich wieder glücklich sein und das kann ich nur mit dir.Das ist mir spät genug klargeworden aber ich hoffe nicht zu spät." Lächelte er.Nun lächelte auch Mariko."Ich glaube nicht.Auch wenn ich diese Situation nicht erwartet habe und sie mich etwas überfordert." "Lass dir Zeit,ich will dich nicht zu einer Entscheidung zwingen." Meinte er.

In dieser Nacht tobte das Unwetter draußen weiter ums Haus und ließ die Welt in einem grauen Nichts versinken.Aber im Hause Ikari merkte man davon gar nichts.Dort flackerte gemütlich das Kaminfeuer und eine Atmosphäre voller Liebe und Zärtlichkeit herrschte dort.Es gab viel zu besprechen und zu klären und Mariko hätte nie gedacht da Gendo sich im Grunde seines Herzens als ein warmherziger Mensch entpuppte.Diese Nacht entschied alles.Sie hatte eine Familie gefunden,zuerst hatte sie das Herz des Sohnes erobert und dann das des Vaters.Shinji freute sich sehr über die Entscheidung seines Vaters."Wohnen wir dann auch zusammen?" fragte er eifrig."Natürlich." lächelte Mariko."Super." rief Shinji.

Kurz vor der Hochzeit ging Mariko zum Grab ihrer Schwester Yui und stand lange davor."Ich hoffe ich werde genau so eine gute Ehefrau und Mutter wie du.Ich versuche mein Bestes,geliebte Schwester." Flüsterte sie.Mariko spürte plötzlich eine wohlige Wärme und wusste in diesem Augenblick das sie den Segen ihrer Schwester hatte.So hatte Mariko doch noch ihr Glück gefunden...


Ende 1 Teil

Copyright of the Charakter by GAINAX / Text by Nicole Fritz