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Kinder des Impact

Prolog

Geschrieben von Ulrich Alexander Schmidt

Der Second Impact hatte das Angesicht der Welt verändert.

Küstenlinien hatten sich verändert, als durch die geschmolzenen Wassermassen, die zuvor als Eis die Antarktis bedeckt hatten, der Meeresspiegel angehoben wurde. Ganze Inselgruppen versanken im Ozean, ganze Nationen wurden binnen eines Herzschlages ausgelöscht.

Die Erde selbst erbebte, als sich in folge der Explosion, welche sich im Südpol ereignet hatte, das Magnetfeld verschob.
Weltweit brachen aktive und längst inaktiv geglaubte Vulkane aus und schleuderten glutflüs-
siges Gestein kilometerweit durch die Luft. Asche- und Funkenregen fielen auf die Städte
und Dörfer der Menschen.
Stille Bäche schwollen zu reißenden Flüssen an und rissen mit sich, was sie zu fassen bekamen.
Stürme rasten über das Land, wirbelten fort, was sich in ihrem Weg befand.
Häuser stürzten ein, in die Schluchten der Großstädte fielen tödliche Regen aus feinen Glas-
scherben und Betontrümmern.
Gewaltige Feuer fraßen ganze Stadtviertel, ganze Städte verschwanden vom Angesicht der Welt.
Milliarden von Menschen fielen auf die Knie und beteten zu ihren Göttern.

Armageddon war gekommen...

Doch die Welt ging nicht unter, sie veränderte sich nur.

Die Erdachse hatte sich soweit verschoben, daß das Klima verrückt spielte, als die Natur sich
auf die Folgen des Second Impact einzustellen versuchte.
Vier verschiedene Jahreszeiten gab es nicht mehr, nur noch Sommer und Winter, fast ohne
Übergangszeiten.

An einem Tag starben mehr Tier- und Pflanzenarten aus, als während des ganzen zwanzigsten
Jahrhunderts. Und mit ihnen starben über drei Milliarden Menschen, begraben unter Asche und Lava, verschüttet in den Trümmern ihrer Häuser, ertrunken in den herantosenden Wassermas-sen, fortgetragen und achtlos fallengelassen und rasenden Winden, erschlagen von fallenden
Trümmerstücken.
Ihre Schreie hallten um Welt, waren an manchen Orten noch Jahre später zu hören...

Für die Generationen, die vor dem Second Impact geboren waren worden, hatte sich die Welt in eine Hölle verwandelt.
Die Zeit nach dem Second Impact sah gewaltige Flüchtlingsströme, die sich aus unbewohnbar gewordenen Gebieten in erträglichere Regionen der Welt wälzten, sah Kriege um diese Regio-nen und die verbliebenen Rohstoffe, sah weiteres Sterben, sah mehrere Selbstmordwellen, die um den Globus zu rasen schienen, sah vormals fromme Menschen ihren Gott verfluchen...

Der Mensch hatte dies selbst über die Welt gebracht, als er Dinge antastete, für die er vielleicht noch nicht reif war.
Aber die Menschheit bestand fort, paßte sich an, setzte eine neue Generation in diese Welt, be-gann mit dem Wiederaufbau...

Und irgendwo weinte ein Gott bittere Tränen um das Schicksal seiner Schöpfung...

Copyright of the Charakter by GAINAX / Text by Ulrich Alexander Schmidt