Der Apartmentgebäudekomplex, in dem NERV-Captain Misato Katsuragi wohnte, war ein moderner zwölfstöckiger Neubau mit einem Dutzend Wohnungen pro Etage, entsprechend pompö
fiel bereits das Klingelschild am Eingang aus, welches Shinji studierte, während Mi-sato in den Taschen ihrer Jacke nach dem Haustürschlüssel suchte. Ihm fiel auf, daß die
mei-sten Wohnungen leerstanden, nur etwa 10% des Hauses waren bewohnt.
Katsuragis Wohnung lag im vierten Stock; während Shinji die Treppen hochschlurfte, lief sie vor ihm die Stufen hoch, als machte sie dies jeden Tag. Doch er beschwerte sich nicht, zum ei-nen
war ihm bereits der Aufzug aufgefallen, mit dem das Gebäude ausgestattet war, zum ande-ren hatte er einen recht guten Blick auf ihre langen Beine in Bewegung.
An der Wohnungstür angekommen, wiederholte sich die Suche nach dem Schlüssel.
„Shinji-kun, ich hoffe, ein wenig Unordnung macht dir nichts aus, ich bin selbst gerade erst eingezogen und noch nicht dazugekommen, alles auszupacken. Also - sei nachsichtig,
ja?“
„Uhm... okay, Misato-san.“
„Und hör auf, mich zu siezen, schließlich sind wir jetzt Mitbewohner!“
„Ah... ja, gut.“
Die Wohnungstür schwang auf - und Shinji, dessen Bild man im Lexikon unter dem Begriff ´penibler Ordnungswahn´ hätte finden können, so es solch einen Eintrag gegeben
hätte, hätte am liebsten wieder kehrtgemacht.
Was Misato unter ein wenig Unordnung verstand, hätten nach Shinjis Ansicht selbst der Engel und EVA-01 nicht ausrichten können, hätte sie ihr Kampf zufällig durch eben diese
Apartment geführt. Die gestapelten Umzugskartons fielen dabei gar nicht ins Gewicht, auf diese war er schließlich vorbereitet gewesen, allerdings lag deren Inhalt teilweise über
den Boden verstreut, hingen Kleidungsstücke, welche eigentlich in Schränke und Schubladen gehört hätten, über Stuhllehnen, standen die Reste mehrerer Mahlzeiten auf dem
Tisch und sammelte sich weiteres Geschirr in der Spüle.
Vorsichtig schielte er zu Misato hinauf, die sich an dem Chaos nicht zu stören schien, fragte sich, weshalb gerade er an die wahrscheinlich einzige Frau in Tokio-3 ohne auch nur minimalen
Ordnungssinn geraten war.
„Ist doch ganz nett hier, oder? Das war jedenfalls mein erster Gedanke, als der Hausverwalter mir die Wohnung gezeigt hat - da waren selbstverständlich noch keine Möbel hier,
aber...“
Shinji schaltete für einen Augenblick ab.
In diesem Chaos sollte er wohnen?
Hier mußte ersteinmal jemand kräftig aufräumen, saubermachen und generell Ordnung schaf-fen! - Und mit einer die folgende Erkenntnis begleitenden leichten Depression kam er zu dem
Schluß, daß er wohl dieser jemand sein würde...
„Ja, uhm, ganz... nett hier.“ murmelte er, während er seine Reisetasche abstellte, die Schuhe auszog und dann vorsichtig auf Zehenspitzen durch den Vorraum navigierte.
An diesen schloß sich ein L-förmiger Raum an, der gleichzeitig als Eß- und Wohnraum, wie auch als Durchgang zum Rest der Wohnung diente, in einer eigenen Nische standen Herd,
Spü-le und Vorratsschrank und Kühlschrank, in der Mitte des großen Zimmers befand sich der Eß-tisch mit besagten Resten früherer Mahlzeiten, an einer Wand stand ein
Sofa, diesem gegen-über ein kleiner Fernseher. Von dem Raum selbst ging eine Tür, von der korridorartigen Ver-längerung drei weitere ab, am Ende des Flures befand sich
schließlich noch eine Glastür, die auf den zum Apartment gehörenden Balkon hinausführte.
Misato deutete auf jede der vier Türen.
„Mein Schlafzimmer. Dort drüben ist das Bad, die beiden hinteren Räume habe ich noch nicht richtig eingerichtet, aber im rechten steht ein Gästebett, das kannst du erst mal
nehmen - fall nur nicht über meine Kartons, ja? - morgen läßt der NERV-Quartiermeister dir ein paar eigene Möbel bringen, die haben da einen riesigen Fundus, frag mich
bloß nicht, weshalb oder woher das ganze Zeug stammt, das unterliegt wahrscheinlich oberster Geheimhaltungsstufe, oder so.“
Wieder einmal zwinkerte sie und verdeutlichte ihm damit, daß sie ihre letzten Worte nicht ganz so ernst gemeint hatte. Dann verschwand sie in ihrem Zimmer.
„Möchtest du etwas trinken? Im Kühlschrank müßte im obersten Fach noch eine Soda sein.“
„Uhm, ja.“
Erst jetzt wurde ihm bewußt, daß er zum letzten Mal etwas vor seiner Abfahrt nach Tokio-3 gegessen hatte. Seine Kehle war trocken und sein Magen knurrte, anscheinend laut genug,
daß auch Misato es hören konnte.
„Ich mache uns gleich ´was zu Essen. Ach ja, wenn du schon am Kühlschrank bist, dann bring mir doch bitte ein Bier mit, ja?“
Shinji trat an den Kühlschrank heran und öffnete ihn, sah hinein. Schloß die Augen. Öffnete sie wieder. Blickte erneut in den Kühlschrank.
Er hatte sich nicht geirrt.
Der Kühlschrank, alle fünf Fächer, war voller Bierdosen. Eine Dose reihte sich an die andere.
Dann bemerkte er den Haufen leerer Dosen im wirklich geräumigen Abfalleimer, welcher bis obenhin gefüllt war. Dann sah er die Reihe von leeren Dosen, die auf dem Regal über der
Spüle standen wie Trophäen.
Nach kurzer überschlagsmäßiger Rechnung kam er zu der Feststellung, daß Misato Katsuragi sich höchstwahrscheinlich nur von Bier ernährte - und daß sie
angesichts mangelnder auffälli-ger Ausfallserscheinungen wahrscheinlich kaum noch Blut im Alkohol hatte.
Im obersten Fach des Kühlschrankes befand sich tatsächlich eine Dose mit Soda, sowie eine angebrochene Dose Cola. Er nahm erstere, sowie eine Bierdose, stellte diese auf den Tisch und
öffnete seine Dose, leerte sie in zwei großen Schlucken.
„Uhm, das Bier steht auf dem Tisch.“
„Gut, danke!“ kam es von der anderen Seite der Schiebetür. „Du kannst gerne das Bad benu-tzen, es dauert noch einen Moment, bis ich etwas koche.“
„Äh, ja.“
Eigentlich hätte er viel lieber den Müll ´runtergetragen, das Geschirr abgewaschen und den Tisch aufgeräumt, oder wenigsten seine Sachen ausgepackt, allerdings juckte seine
Haut mitt-lerweile geradezu unerträglich. Also holte er seine Reisetasche mit seinen Sachen und ging mit dieser ins Bad, da er Misatos Worten glaubte entnehmen zu können, daß er
seine Sachen ohne-hin mangels entsprechender Möbel noch nicht verstauen konnte.
Er plazierte die Tasche auf dem Toilettendeckel, zog dann Hemd und Hose aus.
„Wark!“
Shinji zuckte derart heftig zusammen, daß er die Tasche zu Boden warf.
„Wark!“
Vorsichtig drehte er sich um, nur noch mit seiner Unterwäsche bekleidet.
In der Badewanne stand ein großer Vogel und blickte ihn durchdringend an.
Mit einem Schrei ergriff Shinji die Flucht, stoppte erst in der Küchennische.
Daß der Vogel gleichzeitig ein nicht minder entsetztes „Wark!“ von sich gab und dabei aus der Wanne auf die Waschmaschine hüpfte, bekam der Junge gar nicht mehr mit.
„Was ist denn los?“ fragte Misato und schob ihre Tür auf, nur bekleidet mit kurzen Jeanshosen und einem unter den Brüsten zusammengeknoteten Hemd.
Doch dafür hatte Shinji jetzt keinen Blick, mit zitternder Hand deutete er auf die Badezimmer-tür.
„D-d-da... da drinnen...“
„Ja, was denn?“
Das Objekt von Shinjis Schrecken entschloß sich in diesem Augenblick, das Bad zu verlassen und - ein geblümtes Handtuch über die Schultern geworfen - in den Hauptraum zu
watscheln.
„Wark!“
Misato blickte überrascht Shinji an, dem der Schrecken immer noch ins Gesicht geschrieben stand, dann fing sie an zu kichern.
„Shinji, das ist PenPen. PenPen - Shinji, unser neuer Mitbewohner.“
„Wark!“
Der große Vogel hob grüßend einen Flügel, dann verschwand er rasch in dem zweiten Kühlschrank und zog die Tür hinter sich zu.
„Das... das ist... ein...“
„Ein Warmwasserpinguin. Nachdem beim Second Impact ihr Lebensraum in der Antarktis völ-lig zerstört wurde, wurden ein paar von ihnen umgesiedelt. Keine Angst, PenPen tut keinem
´was.“
„Aaaaah-jaaaaaa...“ sagte Shinji langgezogen.
„Ich hätte dich vorwarnen müssen, entschuldige. Aber das Bad sollte jetzt wirklich frei sein.“
„J-ja...“
*** NGE ***
Frisch gewaschen und eingekleidet fühlte sich Shinji Ikari schon deutlich besser.
Wahrscheinlich war das auch der Grund, daß er den nächsten Schock, welcher im Katsuragi-Haushalt auf ihn wartete, bei halbwegs klarem Verstand überstand.
Misato hatte tatsächlich den Tisch abgeräumt - auch wenn dies nur bedeutete, daß der Ge-schirrstapel in der Abwäsche um ein weiteres Stück gewachsen war.
Auf dem Tisch standen drei Tüten mit Instant-Curryreis, in welche Misato gerade heißes Wasser goß.
„Ah, du kommst gerade richtig. Essen ist fertig, guten Appetit!“
Shinji war nach Heulen zumute. Das Zeug im Inneren der Tüte hatte die gleiche Farbe wie sel-bige, als er probeweise mit dem Löffel umrührte, spürte er beträchtlichen
Widerstand. Das In-stantgericht hatte zudem die Konsistenz von nasser Pappe, was Shinji wiederum an die LCL-Flüssigkeit erinnerte, mit der er heute erstmals in Kontakt gekommen war.
Mit gleichsam kritischen wie verzweifelten Blick beäugte er die zähflüssige Masse auf dem Löffel, glaubte tatsächlich, einzelne Reiskörner zu erkennen.
Misato hingegen schien das nichts auszumachen, nachdem sie ihr erstes Bier in einem Zug ge-leert hatte, holte sie ein ganzes Sechserpack aus dem Kühlschrank, goß in die beiden anderen
Tüten jeweils eine Dose und rührte kräftig um. Den Inhalt der einen Tüte wiederum goß sie in einen Futternapf, der im Schatten von PenPens Kühlschrank stand,
klopfte gegen die Kühl-schranktür und erklärte: „Es ist angerichtet!“
Und während der Pinguin herausgewatschelt kam und sich heißhungrig über seine völlig artun-typische Mahlzeit hermachte, schaufelte Misato selbst ihr Curryreis-Bier-Gemisch in
sich hin-ein.
Zwischen zwei Happen bemerkte sie, daß Shinji immer noch zweifelnd den Löffel anblickte.
„Kannst du ruhig essen, ist super lecker! Oder möchtest du auch ein Bier?“
„Nein, danke.“ beeilte er sich. Er hatte an seinem zwölften Geburtstag seine erste Erfahrung mit Alkohol gemacht, die ihn gelehrt hatte, daß Alkohol und er nicht
zusammenpaßten.
Zaghaft führte er den Löffel zum Mund.
Das Zeug sah nicht nur aus wie feuchte Pappe, es schmeckte auch so, vielleicht war es sogar der Grundstock, der zur Herstellung dieser LCL-Flüssigkeit benötigt wurde...
Wieder knurrte sein Magen. Die befürchtete Übelkeit allerdings blieb aus. Also ergab er sich in sein Schicksal und löffelte die Tüte mit dem Instantgericht leer.
Danach verspürte er den Drang, sich kräftigst die Zähne zu putzen, um den Geschmack loszu-werden, während Katsuragi und ihr seltsames Haustier einander mit Bierdosen
zuprosteten....
Und danach kam Misato auf die Idee, mittels Schere-Stein-Papier zu entscheiden, wer wann welche Haushaltspflichten zu erledigen hatte. Anscheinend war sie die heimliche Landesmeiste-rin in diesem
Kinderspiel, dies ging jedenfalls aus dem Haushaltsplan hervor, der als für die ein-zelnen Pflichten - Frühstück, Abendessen, Müll rausbringen, Einkaufen und
Wäschewaschen - zuständig zu gut 90% Shinji auswies.
Mit einer entsprechenden Depression ging er schließlich zu Bett, zog sich die von Misato zur Verfügung gestellte Wolldecke über den Kopf und schlief schließlich ein.
*** NGE ***
Am nächsten Morgen wurde er von einem lauten Juchzen aus den Schlaf gerissen.
Noch halb benommen taumelte er ins Eßzimmer, um nach dem Rechten zu sehen, doch es war nur Misato, welche ihr erstes Bier an diesem Tag geöffnet hatte.
„Einen wunderschönen guten Morgen, Shinji-kun!“ rief Misato in denkbar bester Laune. „Hast du gut geschlafen? Ich wollte dich nicht wecken, deshalb habe ich da
Frühstück gemacht!“
Er erinnerte sich wieder an den Plan, auch daran, daß er sich eigentlich um das Frühstück hätte kümmern sollen.
„Gomen. Es tut mir leid.“
„Ach, macht doch nichts, ich muß ohnehin in einer halben Stunde zum Dienst und wollte dir schnell noch einiges erklären, aber iß doch erstmal etwas!“
Auf dem Tisch stand ein Teller mit mehreren Scheiben Toast, welche aussahen, als wären sie mit knapper Not einem Großbrand entkommen. Misato hatte es erneut geschafft, Shinji zu
überraschen, er hätte nie geahnt, daß Toastbrot derart schwarz verbrannt aussehen konnte. An diesem Morgen faßte er den Entschluß, sich künftig selbst um da
Essen zu kümmern, da er, so er sich in dieser Beziehung auf Misato verließ, wohl völlig verlassen war. Es hätte ihn auch nicht mehr gewundert zu erfahren, daß sie
imstande war, Wasser anbrennen zu lassen...
„Worum geht es, Misato?“ fragte er und machte ein halbwegs interessiertes Gesicht, um von den Toastscheiben abzulenken.
„Oh, ach ja. Also, gegen elf kommt der Spediteur, du weißt sicher schon, welches der beiden Zimmer du willst, oder? Schieb die Kartons einfach in das andere hinüber, das Bett
läßt sich zusammenklappen und kann dann auch ´rübergerollt werden. Der Quartiermeister hat mir ver-sprochen, daß das Zeug aufgebaut wird. Dann ist unten an der Ecke
ein kleiner Laden, sei doch bitte so gut und hole im Laufe des Tages meinen Nachschub ab.“
Shinjis Blick folgte dem Misatos zu der nächsten Reihe leerer Bierdosen auf dem Board, von welchen Shinji hätten schwören konnte, daß sie am Vorabend noch nicht dort
gestanden hat-ten.
„Im Vorratsschrank steht rechts oben ein Marmeladenglas mit Geld, falls du ein paar Einkäufe erledigen willst. Curryreis scheint ja nicht ganz so dein Geschmack zu sein.“
„Ähm...“
„Ist nicht tragisch. Gut, was noch... Oh, ja, ich melde dich heute nachmittag in der Schule an.“
„Schule?“ echote er.
„Ja, natürlich. Schließlich bist du noch im schulpflichtigen Alter!“
„Ich... ich meine... es gibt in Tokio-3 eine Schule? Mit Kindern? - in meinem Alter?“
„Sicher. In Tokio-3 wohnen zwar fast nur NERV-Angehörige und Leute, die die Infrastruktur aufrechterhalten, aber die haben auch Familie. So gut ist Ritsuko noch nicht, daß sie
auch das abschaffen könnte - hoffe ich jedenfalls.“
„Äh...“
„Das war ein Scherz, Shinji-kun. Du kannst ruhig etwas lockerer sein.“
„Äh...“
„Gut, gut... ich erklär´s dir, ja?! Ritsuko hat die EVAs geschaffen, hat diese riesigen Biester re-gelrecht im Reagenzglas gezüchtet - muß wohl ein recht große
Reagenzglas gewesen sein, wenn du mich fragst - und dann in dieser LCL-Nährflüssigkeit wachsen lassen. Ja, da staunst du, was? Dieses LCL ist wirklich recht vielseitig, nur der
Geschmack... wenn es nach Bier schmecken würde... Aber mehr Ahnung habe ich davon auch nicht... hm...“ Sie sah auf die Uhr. „Ich muß los! Neben dem Telefon liegt ein
Notizblock, da steht unter anderem auch die Num-mer drauf, unter der mein Pieper zu erreichen ist, falls es Schwierigkeiten geben sollte. Okay? Also, bis heute abend. Und nicht vergessen - gegen
elf kommen die Möbel!“
Damit ließ sie ihn allein inmitten des Chaos.
Shinji sah sich vorsichtig um, nahm jede Ecke und jeden Winkel der Kombination aus Wohn-zimmer, Eßraum und Küche unter die Lupe, zog in Gedanken eine Linie, welche den Flurbe-reich vom
Hauptraum abgrenzte, und stand dann langsam auf, nahm den Teller mit den schwarzen Etwas, die früher einmal wehr- und ahnungslose Weißbrotscheiben gewesen waren, und schüttete die
Toastscheiben in den Abfallbehälter.
Dann ging er ins Bad, wusch sich, kleidete sich an und nahm Misatos Vorräte an Reinigungs-mitteln in Augenschein...
*** NGE ***
Als Misato am Abend nach Hause kam, die Tür hinter sich zuwarf, ihre Schuhe in die Ecke kickte und ein fröhliches „Taidama!“ rief, um anzuzeigen, daß sie zurück
war, staunte sie nicht schlecht über den Zustand der Wohnung - alles war blitzsauber und blankpoliert, auf dem Bo-den befand sich kein Stäubchen, sogar der widerstandsfähige
Flecken, den eine umgestürzte Tüte Instand-Curryreis vor ein paar Tagen im Teppich hinterlassen hatte, war verschwunden.
„Hui, Respekt!“ murmelte Misato in der Erkenntnis, daß sie sich einen richtigen Putzteufel zum Mitbewohner auserkoren hatte. Sie holte sich ein Bier aus dem Kühlschrank, wo
sogar die Do-sen alle so standen, daß die Etiketten nach vorn zeigten, registrierte, daß sich in einem der Fä-cher Gemüse und andere Nahrungsmittel, die definitiv nicht
unter die Spalte Fertiggerichte fie-len, befanden, ging dann, die Dose in der Hand, ins Bad, stellte auch hier fest, daß alles glänzte und blitzte, trat wieder auf den Flur.
„Shinji-kun, wo steckst du?“
In diesem Moment öffnete sich PenPens Kühlschrank und der Pinguin riskierte einen Blick hin-aus, ob der neue Mensch, der nun auch in dem Apartment lebte, seine Nestreinigungsaktion
endlich beendet hatte...
Misato ging den Flur hinab, sah in das offenstehende Zimmer zur Rechten.
Dieses war nun mit einem breiten Kleiderschrank, einem Schreibtisch samt Stuhl, einem Nacht-schränkchen und einem Bett eingerichtet. Und auf letztem lag Shinji ausgestreckt und
schnar-chte.
Misato lächelte.
„Hm, das hat er sich nach all der Arbeit wohl verdient. Gut, ich mache das Abendessen.“
Obwohl Shinji eigentlich tief und fest schlief, schrillten in seinem Kopf sämtliche Alarmsirenen los. Seine Augenlider klappten hoch.
„Misato?“ murmelte er.
„Ja?“
„Ich koche.“