Ritsuko leuchtete in Asukas weitaufgerissene Augen.
„Ihre Reflexe sind stark verlangsamt. Der Engel hat sie voll erwischt.“
„Du kriegst sie doch wieder hin, oder?“ frage Misato, während sie im Untersuchungszimmer auf und ab ging.
„Hm, vielleicht... Unmögliches sofort, Wunder dauern etwas länger... ich könnte ihr eine Breit-band-Mixtur aus Anti-Depressiva und verschiedenen Aufputsch- und
Beruhigungsmitteln ver-abreichen, aber wahrscheinlich kannst du dann eine Grube irgendwo in der Geofront für sie ausheben lassen.“
„Warum entgegenwirkende Medikamente?“
„Ich würde ihren Zustand als katatonisch bezeichnen, zugleich schlägt ihr Herz aber wie ein Trommelwirbel. Das ganze hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Hikari
Zustand.“
„Furchtbar... okay, laß dir Zeit. Ikari hat ohnehin entschieden, daß Kaworu ihren Platz im Team einnehmen wird.“
„Natürlich, das paßt zu ihm. Und Asuka? Wird sie heute noch nach Deutschland zurückgeflo-gen, damit sie bei ihrem Vater dahinvegetieren kann?“
„Nicht, wenn es nach mir geht. Der Kommandant kann mich zwar immer noch überstimmen, aber ich habe angeordnet, daß sie die beste Pflege erhalten soll - und die bekommt sie
hier.“
„Ja. - Eigentlich sollte ich längst weg sein, heute sollte die kleine Suzuhara operiert werden.“
„Das wurde wahrscheinlich wegen des Angriffes verschoben.“
„Wahrscheinlich.“
„EVA-02 hat die halbe Stadt zerlegt. Die Feuer sind inzwischen unter Kontrolle, aber keiner der bisherigen Engel hat soviel Schaden angerichtet wie der EVA in der kurzen Zeit. Und die
Transportmechanismen für eine ganze Reihe der Hochhäuser sprechen nicht mehr an.“
Asuka saß auf der Kante des Krankenhausbettes, immer noch in ihre PlugSuit gekleidet, und sah mit blicklosen Augen ins Leere, wiegte dabei mit dem Oberkörper von einer Seite zur
an-deren. Wie aus weiter Ferne hörte sie, wie die beiden Frauen sich unterhielten.
Wieder eine Niederlage... ihre letzte Niederlage...
Und dieses Mal hatte Wondergirl sie retten müssen...
Warum hatten sie sie nicht einfach sterben lassen können, das wäre einfacher gewesen...
„Verletzte?“
„Eine ganze Menge, Ritsuko, hauptsächlich Ordnungskräfte und Feuerwehrleute, dazu viele Sanitäter. Aber das Städtische Krankenhaus wurde ja gebaut, um derartige
Kapazitäten aufzu-nehmen. Auch viele Tote, derzeit dürfte zusätzliches medizinisches Personal aus den umliegen-den Ortschaften eintreffen, der UN-Stützpunkt wollte den ganzen
dort stationierten Ärztestab schicken. Ich werde mich heute Nacht mit dem ganzen Papierkram beschäftigen dürfen, damit die Anträge auf zusätzliche Mittel für den
Wiederaufbau bewilligt werden.“
„Hm... ja... Ich werde Asuka erst einmal ein Beruhigungsmittel geben. Daß Ikari nicht erlaubt, einen Psychiater hinzuzuziehen...“
„Den könnte ich im Augenblick auch brauchen... und wahrscheinlich nicht nur ich. Aber sol-ches Personal sucht man ja bei NERV vergebens. Vielleicht sind wir ja alle verrückt...
und Ikari ist der Chef dieses Irrenhauses...“
*** NGE ***
Im Laufe der nächsten Tage besserte sich Asukas Zustand langsam, nach einer Woche war sie wieder ansprechbar, wenn auch kurz angebunden in ihren Antworten.
Kaworu hatte Asukas Platz in der Gruppe der EVA-Piloten eingenommen, nahm aber bislang nur an von den MAGI simulierten Trockentests teil, da Ritsuko zunächst noch die Systeme von EVA-02
durchchecken wollte, ob Arael vielleicht irgendwelche Kuckuckseier darin hinterlas-sen hatte.
Und wie eine besondere Ironie des Schicksals erschien die Tatsache, daß die Gebäude der To-kio-3-High vom Amoklauf des roten EVANGELIONs überhaupt nicht betroffen gewesen wa-ren.
Die Schule hatte keinen Kratzer abbekommen, nur ein paar Fensterscheiben waren zer-sprungen.
Einige der Lehrer weigerten sich, weiterhin in Tokio-3 zu unterrichten, ebenso wie eine neue Welle von Menschen die Stadt verließ, so daß die Einkaufspassagen bald eher an
Geisterstädte erinnerten.
Unter jenen, die wegzogen, waren auch die Horakis.
An ihrem letzten Tag nahm Hikari Rei beiseite.
„Ich muß mit dir reden.“
„Ja.“
Sie gingen auf das Dach der Schule.
„Rei, ich erinnere mich teilweise wieder an den Kampf... vor allem an sein Ende. Der Engel hatte versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen.“
„Kontakt?“
„Ja. Ich war so damit beschäftigt, gegen ihn zu kämpfen, daß es erst erkannte, als meine Kräfte erlahmten. - Ich glaube nicht, daß die Engel uns vernichten
wollen.“
„Bitte, erkläre das.“
„Er hat mir... Bilder gezeigt... von meiner Mutter, gefesselt an einen Pfahl.“
„Deine Mutter ist tot.“
„Ja... Schon seit über zehn Jahren... aber, verstehst du, er hat mir sie dennoch gezeigt. Sie war gefangen - und er wollte sie befreien, doch die EVAs hinderten ihn daran... ich
glaube, er hat mir dieses Bild gezeigt, um mir mitzuteilen, daß sie gar keine feindlichen Absichten haben. Sie wollen einen der ihren befreien, jemanden, der ihnen so wichtig ist, daß
sie für ihn zu sterben bereit sind, vielleicht ihre Herrscherin oder... ihre Mutter...“
Rei blickte Hikari fassungslos an.
Das, was die Klassensprecherin gesagt hatte, widersprach allem, was sie gelernt hatte. Seit dem Beginn ihrer Existenz war sie darauf vorbereitet worden, gegen den Feind zu kämpfen, waren die
Engel wie die Kreaturen der Unterwelt dargestellt worden... - vom Kommandanten... und Kommandant Ikari war schon früher nicht zu ihr ehrlich gewesen.
Sie konnte die Worte der anderen nicht einfach ignorieren, wie sie es wohl früher gemacht hät-te.
„Hikari, das erscheint mir... unglaubhaft... Warum greifen sie uns dann an?“
„Und wenn es umgekehrt ist? Wenn wir den ersten Schlag geführt haben? Wer ist dann der An-greifer? Wie willst du dann Gut und Böse definieren? Ich...“
Hikari blickte auf die Uhr.
„Ich habe nicht mehr viel Zeit, eigentlich bin ich heute nur hergekommen, um mich zu verab-schieden. Toji wartet sicher schon bei mir daheim, um mir Lebewohl zu sagen...“
„Ihr werdet euch wiedersehen.“
„Vielleicht... ich weiß es nicht. Er bleibt mit seinen Leuten in der Stadt. Vielleicht wird er beim nächsten Angriff getötet... es... ah... wenigstens hatten wir diese eine
Nacht...“
„Ihr habt es wirklich... getan?“
„Ja.“
Ein stilles Lächeln formte sich auf ihren Lippen.
„Ich bereue nichts.“
Rei nickte stumm.
Sie wußte, daß Hikari davon ausging, daß sie und Shin-chan selbst bereits miteinander schlie-fen - und nicht nur ein Bett teilten und häufig auch mehr... und wenn sie zu
sich selbst ehrlich war, dann hatten sie schon mehrfach unmittelbar davorgestanden, den Akt zu vollziehen. Doch jedesmal hatte sie im letzten Augenblick davor zurückgeschreckt. So sehr sie
ihren Shin-chan auch begehrte, so sehr sie sich eigentlich auch eine körperliche Vereinigung wünschte, es gab in ihr eine Sperre, gegen die sie immer wieder stieß, so als ob sich
etwas in ihr dagegen wehrte, als ob Shin-chan vielleicht doch nicht der richtige wäre und dieses Privileg jemand anderem zu-stand.
Sie hätte es ihrem Geliebten nicht erklären können, sie verstand es ja selbst auch nicht. Glücklicherweise verfügte Shin-chan über eine starke Selbstbeherrschung,
schien ihr seltsames Verhalten sogar problemlos zu tolerieren, als könnte er spüren, was in ihr vorging...
Hikari tat ihr leid, kaum hatte sie zu den Lebenden - und Suzuhara-kun - zurückgefunden, da wurde sie bereits wieder von ihm getrennt.
„Ihr werdet euch wiedersehen. Bald ist es vorbei.“
Hikari nickte.
„Das wollte ich dir noch sagen... wenn der nächste Engel auftaucht, dann versucht, mit ihm zu reden, vielleicht ist es dann eher vorbei, als alle denken, vielleicht läßt
sich dann eine Lösung finden.“
Rei schluckte.
Sie fühlte Tränen in sich aufsteigen.
„Klassensprecherin...“
„Ich schreibe dir, wenn wir uns in der neuen Stadt eingerichtet haben. Ich schreibe euch allen. Du mußt mir versprechen, daß ihr uns besuchen kommt, du und Shinji.“
„Das werden wir.“
Hikari trat dicht an Rei heran und umarmte sie kurz.
„Danke. Danke, daß du meine Freundin bist.“
Dann wandte sie sich ab und stieg langsam die Treppe hinunter, ohne sich noch einmal umzu-drehen.
Rei blickte ihr nach.
Danke... sie hatte sich bei ihr bedankt... warum hatte sie sich bei ihr für ihre Freundschaft be-dankt?
*** NGE ***
Misato lag, in eine dünne Decke gewickelt, neben Kaji und malte mit dem Zeigefinger Kreise auf seine nackte Brust.
„Das war gut... du schaffst es immer noch...“
Kaji lachte, wurde dann schlagartig ernst, nahm ihre Hand, küßte die Finger und den Handrük-ken.
„Katsuragi-chan... du und ich, wir beide... Gott, wie konnte ich damals nur so dumm sein? All die verlorenen Jahre, die wir zusammen hätten verbringen können... Ich war so
dumm...“
„Wir waren noch so jung. Wir mußten unsere eigenen Wege gehen.“
„Vielleicht... Katsuragi, wenn das hier vorbei ist...“
Sie lächelte.
„Dann erhältst du einen neuen Auftrag und gehst.“
„Nein, dann quittiere ich den Dienst. Sicher kann ich irgendwo in der Nähe... in deiner Nähe... einen guten Job finden - bei meinen Referenzen müßte jeder
Sicherheitsdienst mich mit Kuß-hand nehmen... oder ich fange wirklich an, für das Innenministerium zu arbeiten... Ich will dich nicht noch einmal verlieren.“
„Meinst du das ernst, Kaji?“
„Todernst. Könntest du dir vorstellen, mit mir... naja, du und ich, wir würden schon ein tolles Gespann abgeben...“
„Das soll doch nicht etwa ein Antrag sein, oder?“
„Irgendwie schon... Es ist nur nicht meine Art, um so etwas viele Worte zu machen. Was sagst du?“
„Wir beide... Ja. Ich sage: Ja.“
„Dann muß ich ab so sofort ein Auge auf dich haben...“
„Mein Beschützer... Wenn alles vorbei ist...“
„Vielleicht können wir es etwas beschleunigen...“
Er erhob sich von dem Bett, ging zu seiner Tasche, die in der Ecke stand, holte eine Akte her-aus.
„Hier, sieh dir das an.“
„Kaji, früher warst du romantischer...“
„Möglicherweise könnte das da der Schlüssel zu Ikaris Fall sein.“
„Hm... Okay... Was haben wir denn dann hier... Namen... Aida... Horaki... Ikari... Nagisa... Soryu... Suzuhara... Kaji, das sind die Mütter der EVA-Piloten... und die anderen auf der
Liste...“
„Die Kinder gehen in dieselbe Klasse wie Shinji. Tokio-3-High, 3-A. Code 707...“
„Aber da sind noch mehr auf der Liste... das sind doch wenigstens einhundert Namen.“
„Ja. Einhundert Frauen... einhundert schwangere Frauen. Und von ihnen sind nur noch insge-samt vier am Leben. Einundzwanzig Kinder, die anderen starben schon im Mutterleib, wurden
totgeboren oder überlebten die ersten Jahre nicht. Von den vier noch lebenden Frauen hat übri-gens nur eine ein Kind, das heute noch am Leben ist - die Mutter von Kensuke Aida. Die
ande-ren sechsundneunzig Mütter starben im Laufe der Schwangerschaft, während des Geburtsvor-ganges oder in den ersten vier Jahren nach der Geburt. Und sie alle hatten eine
Gemeinsam-keit...“
Kaji blätterte um. Die nächste Seite war ein eingeheftetes Foto, es zeigte einen kleinen gedrun-genen Mann mit schütteren Haaren und Adlernase. Er war vielleicht vierzig Jahre alt,
vielleicht ein paar Jahre älter oder jünger.
„Das ist Doktor Fuyuu Sekanden... alias Hiroshi Tadao... alias Kuntaro Muro... alias Morgan Tanaka. Dieser Mann war der Arzt, der jede der Frauen auf der Liste während der
Schwanger-schaft behandelt hat.“
„So... Okay, Kaji, jetzt erzähl mir auch den Rest.“
„Sekanden und Ikari haben gemeinsam studiert. Und beide haben die Theorie von der Vervoll-kommnung des Menschen vertreten, nur hat Sekanden sich nicht auf Vorträge und
Veröffent-lichungen beschränkt. Dieser Mann hat Dinge getan... unmenschliche Dinge... Verbrechen ge-gen die Menschlichkeit selbst... dafür hat er seine Approbation und alles andere
verloren. Und eigentlich hätte er bis an das Ende seines Lebens hinter Gittern verschwinden müssen, aber stattdessen verschwand er spurlos - bis vor einigen Wochen seine Leiche gefunden
wurde.“
„Wenn das stimmt, was du sagst, hat ihn nur sein gerechtes Schicksal ereilt. Du meinst also, er hat Versuche mit Ungeborenen angestellt.“
„Ja. Dieser Mann hat all die Leben auf dem Gewissen. Aber ich bezweifle, daß er es allein ge-tan hat.“
„Ikari?!“
„Genau. Sekanden hat ihm die späteren EVA-Piloten besorgt.“
„Das ist eine ziemliche Unterstellung... und der Mann ist tot...“
„Kein lästiger Zeuge mehr... wenn ich eine Verbindung zwischen ihm und Ikari herstellen kann, dann sorge ich dafür, daß Ikari vor den Internationalen Gerichtshof gestellt
wird.“
„Du traust ihm das wirklich zu...“
„Du nicht?“
„Seine eigene Frau? Sein eigener Sohn?“
Misato schüttelte den Kopf.
„Das kann doch nicht...“
„Fuyutsuki hat mir einiges erzählt... im Hause Ikari herrschte eigentlich nie eitel Sonnen-schein.“
„Er hat seine eigene Frau als... Versuchsobjekt benutzt?!“
„Davon gehe ich aus.“
„Wenn Shinji das erfährt... ich glaube, dann bringt er ihn um...“
„Katsuragi... Misato... ich sage dir das alles, damit wenigstens noch jemand über dieses Wissen verfügt. Auf der letzten Seite findest du eine Adresse. Das ist mein
Unterschlupf... eines meiner Verstecke für Notfälle. Dort befindet sich ein Computer, auf dem ich meine gesamten Nachfor-schungen gesichert habe.“
„Kaji, das klingt, als ob...“
„Nein, Katsuragi, nein... ich glaube an eine gemeinsame Zukunft. Aber ich brauche Absiche-rungen. Fuyutsuki hat die Adresse eines anderen Verstecks und den Zugangscode zu einem anderen
Computer, aber er weiß nicht, daß Ikari möglicherweise am Tod seiner Frau die Schuld trägt. Ich glaube, dann müßte Shinji sich hinten anstellen.“
„Shinji... Kaji, ob er auch einen Platz in unserer Familie hätte?“
„Hm... ja. Ich mag den Jungen, ich könnte mir vorstellen, ihn zu adoptieren.“
Wenn Fuyutsuki ihnen da nicht zuvorkam...
„Wenn wir es überleben...“
*** NGE ***
Shinji trieb auf dem Wasser des Schwimmbeckens im NERV-Hauptquartier. Er trug nur eine schwarze Badehose als Kleidung, um seine Hüften befand sich ein Schwimmreifen, dazu kamen
prallaufgeblasene Schwimmflügel an seinen Oberarmen und ein Luftkissen unter seinem Kinn.
Neben ihm schwamm Rei im Wasser und bedeutete ihm, mit Armen und Beinen Schwimmbe-wegungen zu machen.
Eigentlich war er nur wegen ihr im Wasser, wenn sie ihren knappen Zweiteiler trug, konnte er ihr einfach nichts abschlagen - ansonsten aber auch nicht. Aber gut, wenn es bedeutete, daß er
in ihrer Nähe war, dümpelte er halt auch wie PenPens Badeente auf dem Wasser.
„Hallo, ihr beiden“, kam es vom Beckenrand.
„Uh...“
Shinji drehte den Kopf.
Am Rand des Beckens stand barfuß Maya Ibuki, anstatt ihrer üblichen Uniform trug sie eine Bluse und khakifarbene Shorts, allerdings hatte sie wie üblich den Koffer mit ihrem
Laptop da-bei. Bei ihr war Asuka in Pyjama und Morgenmantel.
„Na, ihr zwei? Wie ist das Wasser?“
„Angenehm, Leutnant.“ sagte Rei und schwamm zum Beckenrand.
„Ui, Rei, scharfer Badeanzug!“
„Leutnant?“
„Maya genügt, ich bin nicht im Dienst. Sempai meint, Asuka könnte mal eine andere Umge-bung vertragen, und hier ist es ja ganz nett.“
„Ja.“
Asuka betrachtete die beiden im Wasser, doch in ihren Augen war kein Erkennen zu lesen, in ihrem Gesicht regte sich nichts.
„Soryu?“
Asuka blickte Rei ins Gesicht. Ihr rechter Wangenmuskel zuckte, sie blinzelte.
„First.“
„Ahm, Rei, wir setzen uns da drüben hin.“ murmelte Maya und legte die Hand auf Asukas Schulter, führte sie mit sanfter Gewalt zu den Tischen, baute dort ihren Laptop
auf.
„Rei... uh... Rei... ich weiß nicht...“ blubberte Shinji.
Rei drehte sich um.
Shinji trieb inzwischen in der Mitte des Beckens und ruderte mit den Armen, schaffte es aber nur, sich im Kreis zu bewegen.
Rei warf sich zurück ins Wasser und schwamm zu ihm hinüber.
Asuka betrachtete das ganze mit ausdrucklosem Gesicht, sah wie Rei Shinji wieder zum Bek-kenrand zurückbugsierte, ihn dann kurz auf die Lippen küßte.
Sie hatte sie besiegt...
Sie beide hatten sie besiegt...
Wondergirls Badeanzug verbarg fast nichts... wie konnte sie nur so herumlaufen... wahr-scheinlich hatte Shinji sie so angezogen... seine Puppe...
Und jetzt weideten sie sich sicher an ihrem Sieg... wie sie zu ihr hinüberblickten...
Das konnte sie nicht mehr ertragen...
Ruckartig stand Asuka auf, ihr Gesicht lief vor Zorn rot an.
Maya zuckte zusammen, sah Asuka fassungslos an.
Das Mädchen war eben doch noch völlig geistesabwesend gewesen...
„Asuka...“
Doch diese stand bereits am Beckenrand und starrte zornig auf die beiden im Wasser.
„Habt ihr keinen Anstand? Macht euch nur über mich lustig... aber nicht mit mir... nicht mit Asuka Soryu Langley! Wondergirl, Weichei, ihr beide treibt es doch garantiert jede Nacht
wie die Tiere... oder liegst du nur wie ein toter Fisch unter ihm und machst die Beine breit, First, während Shinji Zielübungen veranstaltet? Ohne eure EVAs seid ihr zwei doch
unfähig... Lacht nur, doch ich werde zuletzt lachen!“
Ein Schwall aus Beschimpfungen und Flüchen brach über Shinji und Rei herein.
Shinji schluckte Wasser, ruderte wild mit den Armen.
Rei starrte Asuka nur an.
Maya war inzwischen aufgestanden und streckte gerade die Hand nach Asuka aus.
„Was ist nur mit dir los?“
Asuka schnappte die Hand, ehe sie ihre Schulter berührte, zog. Und Maya flog kopfüber ins Wasser.
„Laßt mich in Ruhe! Ich brauche euer Mitleid nicht. Ich brauche eure Freundschaft nicht! Ich brauche niemanden!“
Hustend und prustend kam Maya wieder an die Oberfläche.
Asuka lief bereits tapsend aus dem Raum...
Rei schwamm zu Maya hinüber.
„Benötigen Sie Hilfe, Maya-san?“
„Nein...“
Ibuki spuckte Wasser aus, griff nach dem Handlauf der Leiter, zog sich aus dem Wasser.
„Schnell, zieht euch etwas über, wir müssen Asuka zurückholen... ich glaube, jetzt ist sie völlig übergeschnappt... war wohl keine so gute Idee, sie
hierherzubringen...“
Maya stand vornübergebeugt am Beckenrand und hustete immer noch Wasser aus.
Rei kletterte aus dem Becken und brachte ihr ein Handtuch.
„Ich gehe Soryu suchen.“
„Warte... ich komme mit...“
Maya wrang die Zipfel ihrer Bluse aus, die nassen Sachen klebten an ihrer Haut, die Bluse war jetzt fast völlig durchsichtig, ebenso der BH, den sie darunter trug. Hastig warf sie sich da
Handtuch über die Schultern, um sich zu bedecken, folgte dann Rei, die in ihrem Badeanzug vorausgelaufen war.
Shinji vergaß bei dem Anblick, wo er war.
Das Luftkissen unter seinem Kinn rutschte fort und plötzlich befand er sich mit dem Kopf unter Wasser, kam nach Luft schnappend wieder hoch, kämpfte sich zum Beckenrand.
Keuchend zog er sich aufs trockene Land.
*** NGE ***
Maya und Rei gelang es nicht, Asuka aufzuspüren. Das rothaarige Mädchen war im Labyrinth der Korridore des Hauptquartiers verschwunden. Ritsuko und Misato organisierten eine
Durchsuchung des CentralDogmas, allerdings wurden sie von einigen Mitgliedern des Wach-personals eher behindert als unterstützt. Misato merkte sich die betreffenden Gesichter, sie ging davon
aus, daß Kommandant Ikari seine Spitzel unter den NERV-Angehörigen hatte, die ihm Bericht erstatteten.
Kaji war von der Nachricht von Asukas Verschwinden zutiefst betroffen.
Man stellte fest, daß sie irgendwann zwischendurch in ihrem Quartier gewesen war und sich ei-ne Reisetasche voll Kleidung besorgt hatte
Schließlich wurde die Suche auf die Geofront ausgedehnt - erfolglos.
*** NGE ***
Zögernd betrat Ryoji Kaji das Versteck, in dem er Wolf Larsen zurückgelassen hatte.
Der Cyborg war nicht zu sehen, erst als Kaji weiter in das Lagerhaus hineingegangen war, fand er ihn; Larsen saß vor Kajis Laptop und ging die Ergebnisse seiner Nachforschungen durch.
„Sie können ruhig normal gehen, ich habe sie bereits von weitem gehört“, murmelte Wolf.
Kaji seufzte.
Gegen Larsens kybernetisch verbesserte Sinne kam er nicht an.
„Sir, es gibt ein Problem.“
„Welcher Art, Major?“
„Asuka... sie ist fortgelaufen...“
„Weggelaufen?“
Larsen stand auf, hielt dann aber in der Bewegung inne.
Rabinowitz hatte ihn angewiesen, keinen Kontakt mit seiner Ziehtochter aufzunehmen...
Allerdings war er sich nicht sicher, ob diese Anweisungen wirklich von dem Direktor gekom-men waren, oder ob auch sie nur Lug und Trug waren.
„Sie sagten mir doch, sie wäre... abwesend...“
„Gut möglich, daß sie uns das nur vorgespielt hat.“
„Ich kann das nicht glauben... was Sie mir von ihr erzählt haben... Sicher, sie war immer etwas ungestüm und auch ein wenig rücksichtslos und unachtsam, aber...“
Kaji schluckte.
Er begriff - Larsen sah das Mädchen noch immer so wie vor der Sache mit Fresenhark, wahr-scheinlich war das seine Art, die furchtbaren Ereignisse zu verdrängen.
„Wollen wir sie gemeinsam suchen? Ich habe Zweifel, daß sie noch in der Geofront ist.“
„Ich habe Order, mich bedeckt zu halten. Und ich habe keine Ahnung, wer mir diese Befehle vielleicht wirklich gegeben hat. Ich überlege schon die ganze Zeit, wo möglicherweise ein
Bruch in meinen Erinnerungen ist... Sie werden Asuka allein suchen müssen.“
„Sie bleiben hier?“
„Ich bin Soldat, ich habe mein ganzes Leben Befehlen gehorcht... aber ich möchte sie auch nicht im Stich lassen... vielleicht fiele mir die Entscheidung ohne die Chips in meinem Kopf
leichter, oder wenn ich wenigstens den Logiksektor des PROPHET-Interfaces ignorieren könnte...“
„Sir, verstehen Sie mich nicht falsch - aber Sie benötigen Hilfe.“
„Ja, die brauche ich. Kaji, gehen Sie und suchen Sie Asuka. Und wenn Sie zurückkommen, müssen Sie mir bei der Suche nach der Wahrheit assistieren.“
„Wie kann ich das?“
„Jemand hat in meinem Kopf herumgepfuscht und das Interface manipuliert. Sie müssen bei mir einen... Reset durchführen, damit die alten Basisdaten neuinstalliert
werden.“
„Ich soll... Sir, vielleicht könnte jemand anders...“
„Es gibt hier niemanden sonst, dem ich noch vertraue. Und wenn Sie ebenfalls Mitglied dieser Täuschung sind, ist ohnehin alles verloren.“
„Das trauen Sie mir zu - daß ich mich verkaufe?“
„Nein, Kaji. Sie waren immer loyal. Sie waren der beste Schüler, den ich je hatte. Ich weiß nur nicht, ob Sie echt sind, oder nur ein Produkt irgendeiner
Sinnestäuschung.“
„Mein Gott...“
„Ja. Wissen Sie, wie es ist, wenn man alles in Zweifel zieht? Ich stehe nicht zum ersten Mal am Rand des Wahnsinns, vielleicht härtet das ab...“
„Ich werde Ihnen helfen. Was benötigen wir?“
„Alles, was wir brauchen, ist hier. Ich werde die Diagnosesoftware auf Ihren Laptop laden und vorher durchsehen, Sie müssen den Vorgang nur überwachen.“
„Ja...“
*** NGE ***
Die nächsten, die Tokio-3 verließen, waren die Aidas, eine gute Woche nach der Abreise der Horakis. Der Klassenraum der 3-A leerte sich zusehends, spiegelte damit die allgemeine
Ent-wicklung innerhalb der Stadt wieder. Viele Bewohner, welche nicht NERV angehörten oder anderweitig vertraglich gebunden waren, verließen die Stadt.
Toji und Shinji hatten den Aidas geholfen, den Möbelwagen zu beladen.
Das Haus der Familie war während des Amoklaufes von EVA-02 beschädigt worden, eine Sei-tenwand war einstürzt.
Kensuke verabschiedete sich unter Tränen von seinen Freunden, lud sie für die nächsten Ferien auch sogleich ein, ihn zu besuchen.
Die beiden standen noch eine ganze Weile am Straßenrand, bis der Möbelwagen und der Pri-vat-Pkw der Aidas nicht mehr zu sehen waren.
„Da gehen sie alle hin...“ murmelte Toji.
Für ihn war die Hilfsaktion mehr eine Beschäftigungstherapie gewesen, um sich von Hikaris Abwesenheit abzulenken.
„Vielleicht... vielleicht kommen sie ja zurück, wenn die Engel besiegt sind.“
„Weißt du, wie lange das noch dauern kann?“
„Uhm... nein...“
„Hm... und ich sitze hier fest, weil meine Leute bei NERV arbeiten... Äh, Ikari, das sollte jetzt nicht bedeuten, daß...“
„Ich verstehe schon. Du vermißt Hikari.“
„Ja. Ich könnte manchmal die Wände hochgehen... Nachts liege ich wach und kann nur an ih-ren warmen Körper denken... und ihre hübschen Sommersprossen. Ich kann ihren
täglichen Anruf immer kaum abwarten - ah, verdammt, es ist ja schon ganz schön spät... ich sollte jetzt los.“
„Uhm... gut... dann bis morgen in der Schule...“
„Ich weiß noch nicht, ob ich komme - morgen kommt doch Mari unters Messer.“
„Stimmt ja... ich halte ihr die Daumen.“
„Danke, Kumpel.“
Die beiden gingen getrennter Wege.
*** NGE ***
Rei saß am Eßtisch und blätterte in Misatos Programmzeitschrift.
Fernsehen war für sie eine recht neue Erfahrung, sah man von den Zweimal ab, bei denen sie mit Shin-chan im Kino gewesen war, stand sie einer völlig neuen Welt gegenüber. Und
Seifen-opern waren doch irgendwie faszinierend in ihrer Dynamik zwischen den Charakteren und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Krimis waren ebenfalls interessant, auch wenn Misato-san sie
unlängst gebeten hatte, nicht schon nach den ersten fünf Minuten die Identität des Mörders zielsicher vorherzusagen. Und Quizshows stellten einen großen Test ihre
Wissens dar, eine Herausforderung, die sie gerne annahm.
Wenn es nur nicht so viele Programme gegeben hätte...
Die Wohnungstür ging.
„Tadaima!“ rief Shinji, um seine Ankunft mitzuteilen.
Rei sah auf und wandte den Kopf, lächelte.
„Hallo, Shin-chan. Ist Aida-kun gut weggekommen?“
„Ja.“
Shinji seufzte.
„Wieder einer weniger.“
„Ich verstehe deinen Kummer. Menschen definieren sich über andere. Und gute Freunde sind selten.“
Shinji sah sie fragend an.
„Du hast nicht zufällig gestern Kaji-san in seinem Garten geholfen, oder?“
„Nein, Shin-chan. Major Kaji erscheint mir durchaus fähig, seine Feldfrüchte ohne fremde Hilfe zu umsorgen.“
Er mußte lachen - eigentlich liebte er es, wenn sie sich etwas umständlich ausdrückte, vor allem da er wußte, daß sie nicht wirklich so naiv war, wie ihre Worte
manchmal vermuten ließen.
„Mach die Augen zu.“
„Warum?“
„Mach sie einfach zu.“
Rei setzte sich gerade hin und schloß die Augen.
Sie vertraute Shin-chan vollkommen. Egal was geschah, sie war sich sicher, daß er in jeder Si-tuation für sie dasein würde.
Schritte...
Shin-chan war hinter sie getreten!
Dann spürte sie etwas kaltes auf der Haut ihres Halses.
„Du kannst die Augen wieder öffnen.“
„Ja.“
Sie blickte nach unten, tastete mit den Fingern über ihren Hals.
Er hatte ihr eine dünne goldene Halskette umgelegt, an welcher ein Anhänger baumelte.
Es war ein halbes Herz.
„Ein halber Anhänger?“
„Uh, ja. Ich habe es auf dem Rückweg bei einem Händler gesehen und... ah... ich habe auch eins, sieh mal...“
Er beugte sich vor, zog dabei seinen Anhänger unter dem Hemd hervor und hielt ihn gegen Reis.
„Siehst du? Sie passen zusammen.“
Sie verstand die Bedeutung seines Geschenkes.
„Danke.“
„Nein, ich danke dir...“
Shinji umarmte sie von hinten.
*** NGE ***
Bereits seit über einer Stunde blickte Kaji auf den Monitor.
Sein Laptop war über ein Kabel mit der externen Schnittstelle des PROPHET-Interfaces in Larsens Schädel verbunden, es sah unheimlich aus, das Kabel steckte direkt in seinem
Schädel, die Anschlußbuchse war normalerweise von Haaren verdeckt.
Der Monitor zeigte mehrere Linien, welche fraktale Gebirgszüge hätten darstellen können. Jede Linie repräsentierte eine Emotion, eine Reaktion auf Gesehenes und
Gehörtes.
Und dann wurden die Linien plötzlich glatt, verliefen völlig parallel.
„Ich glaube, wir haben den Zeitpunkt.“
Larsen öffnete die Augen.
„Sergej...“
Er erinnerte sich noch, wie er in Sergejs Wohnung am Computer gesessen hatte, erinnerte sich, wie der Russe ihn im Nacken berührt hatte.
Nachdenklich tastete er über die fragliche Stelle. Wahrscheinlich hatte sein früherer Freund ihm ein Gerät in den Nacken gesetzt, welches seine Kybernetik lahmgelegt und ihn in
Tiefschlaf versetzt hatte, so daß man ihn ungestört mit neuen Erinnerungen über die Zwischenzeit füttern konnte.
Sergej konnte er nicht mehr fragen, von den drei Löchern in seinem Oberkörper abgesehen, be-fand der frühere KGB-Mann sich zusammen mit seinem Begleiter in einem recht tiefen Grab,
das Kaji und Larsen in einer Nacht in den Hügeln geschaufelt hatten.
Ab diesem Zeitpunkt stimmten seine Erinnerungen also nicht...
„Machen wir weiter, ich muß ganz sicher sein.“
Eine weitere Stunde später wußte Wolf Larsen, daß seine korrekten Erinnerungen an dem Punkt wieder einsetzten, als er sich im Landeanflug auf Japan befunden hatte.
Er stieß einen tiefen Seufzer aus.
Ann... sie könnte noch am Leben sein...
Aber jemand anders hatte Vorrang, jemand, dem er helfen konnte.
„Jetzt gehen wir Asuka suchen.“
*** NGE ***
Ohne Hikari und Kensuke waren die Treffen auf dem Dach der Schule um einiges weniger in-teressant. Kaworu bemühte sich zwar, die anderen aufzuheitern, doch Rei wurde davon nicht aktiver und
Shinji war in Gedanken bei Toji und dessen kleiner Schwester.
Kaori Ishiren beobachtete die Szene durch ihr Fernglas.
Sie hielt sich in einer Wohnung in einem nahegelegenen Hochhaus auf, von der aus sie das Schulgelände größtenteils überblicken konnte. Von der früheren Leibwache Rei
Ayanamis war nur noch sie übrig, alle anderen waren abgezogen worden, so als ob das First Children für NERV und Kommandant Ikari nicht mehr interessant war. Und wenn dies schon für
Rei galt, so galt es auch für Shinji, der gar keinen Personenschutz mehr hatte.
Auf der Straße unten befand sich ein Kollege von ihr in seinem Wagen - Kaworus Leibwächter.
Ishiren war froh darüber, daß nichts geschah, von ihrem Beobachtungsposten aus wäre sie wohl auch kaum schnell genug vor Ort gewesen. Und ebenso froh war sie darüber,
daß die Pi-loten an einmal festgefahrenen Gewohnheiten festzuhalten schienen, was unter anderem bedeu-tete, daß sie immer denselben Weg zur Schule und wieder zurück nahmen.
Die drei verließen das Dach und kehrten in den Klassenraum zurück.
Ishiren setzte das Fernglas ab und schaltete ihr Radio ein.
Neben dem Fenster lehnte ein Scharfschützengewehr, welches sie hoffte, nicht einsetzen zu müssen. Seit über zwanzig Jahren war sie nun schon in diesem Geschäft tätig -
Personenschutz - doch irgendwie hatte sie sich nie daran gewöhnen können, auf Menschen anzulegen. Andere hielten sie deshalb für weich, doch das kümmerte sie nicht
besonders.
Auf der Fensterbank lag auch ein Buch, in welchem sie jetzt weiterlas, ihr Kollege auf der Straße würde sie informieren, falls eines der Kinder die Schule verließ...
Der Schultag ging herum.
Ishiren hatte bereits ihre Sachen in einer Umhängetasche zusammengepackt und wartete nur auf die Meldung des Mannes auf der Straße.
Eigentlich aus reiner Langeweile blickte sie noch einmal durch das Fernglas.
Sie sah eine eher flüchtig bekannte Gestalt - ein rothaariges Mädchen in der Uniform der To-kio-3-High. Asuka Soryu Langley!
Mit einem kurzen Antippen aktivierte sie ihr Headset.
„Mamoto, das Second Children befindet sich in der Schule, im Eingangsbereich. Benachrichtigen Sie das Hauptquartier und halten Sie das Tor im Auge!“
Die Bestätigung kam umgehend.
Ishiren stellte das Fernglas schärfer.
Ja, es war tatsächlich das Second Children...
Allerdings konnte sie nicht erkennen, was Asuka in der Hand hatte.
Das Zielfernrohr des Gewehrs war allerdings noch sensibler als das Fernglas...
Was sie sah, erschreckte sie.
„Mamoto, sie hat ein Messer... ach was, das ist eine Machete...“
Ohne weiter nachzudenken, machte sie das Gewehr schußbereit.
Dann überschlugen sich die Ereignisse, als die anderen drei Piloten die Schule verlassen woll-ten.
Durch das Zielfernrohr konnte Ishiren sehen, wie Asuka sich auf Rei Ayanami stürzte. Shinji Ikari riß seine Freundin zur Seite...
In diesem Moment zog Ishiren den Abzug durch.